„Anscheinend hat er das gemacht“ – Sven Nys über Mathieu van der Poels ‚stilles‘ Training und seine Waffe für die Tour de France

Radsport
Montag, 22 Juni 2026 um 13:00
Mathieu van der Poel
Mathieu van der Poel flog bei der jüngsten Ronde van Zwitserland weitgehend unter dem Radar – abgesehen vom Zeitfahren, bei dem er als Zweiter hinter Tadej Pogacar ins Ziel kam. Offenbar hat der Alpecin - Premier Tech-Profi laut Sven Nys intensiv am Zeitfahren gearbeitet.
Der Niederländer wollte die hügeligen Auftaktetappen in der Schweiz aktiv mitgestalten, doch sowohl das Tempo von UAE Team Emirates - XRG als auch Pogacar nahmen ihm auf den längeren Anstiegen jede Siegchance.
Seine Form war vor dem Zeitfahren fast ein komplettes Rätsel, dort überraschte er jedoch. Während auf dem Papier stärkere Fahrer wie Mathias Vacek und Brandon McNulty auf dem flachen Kurs Schwierigkeiten hatten, war es van der Poel, der dem Träger des Gelben Trikots die größte Prüfung abnahm. Der Abstand im Ziel: nur 0,3 Sekunden.
Van der Poel hat in der Vergangenheit starke Zeitfahren gezeigt, doch seine Leistungsfähigkeit überrascht weiter, zumal dies nicht seine Priorität ist. Querfeldein-Legende Sven Nys betont jedoch, dass der Klassiker-Spezialist im Hintergrund sehr wohl viel auf dem Zeitfahrrad trainiert hat.
Mathieu van der Poel im Zeitfahren bei der Ronde van Zwitserland 2026
Mathieu van der Poel im Zeitfahren bei der Ronde van Zwitserland 2026

Harte Arbeit im Stillen bei van der Poel

„Er hat sehr hart im Stillen gearbeitet und sich vor allem darauf konzentriert, in dieser Position gut zu funktionieren“, sagte Nys in einem Interview mit Sporza. „Jeder weiß, dass Mathieu schnell fahren kann. Aber wenn du das in einem Zeitfahren zeigen willst, musst du stundenlang genau in dieser Position trainieren. Offenbar hat er das getan – und es hat sich ausgezahlt.“
Ein Grund dürfte die anstehende Tour de France sein, die mit einem Mannschaftszeitfahren in Barcelona beginnt. Das hügelige Finale kommt ihm entgegen, und an den Folgetagen warten weitere hügelige Abschnitte. Das Gelbe Trikot ist möglich – aber nur, wenn der Niederländer am ersten Tag seine Verluste wirklich klein hält.
Der Belgier ist überzeugt, dass Alpecin in den Auftaktetappen einen klaren Plan verfolgt – wie vor zwölf Monaten. „Sein Team wird sicher die Ambition haben, sehr früh zu treffen, möglicherweise mit einem Jasper Philipsen oder mit Mathieu van der Poel selbst.“

Nys zuversichtlich, dass Alpecin eine starke Tour fährt

Philipsen und van der Poel gewannen im Vorjahr die ersten beiden Etappen der Tour und trugen beide Gelb. Das lässt sich diesmal zwar nicht eins zu eins wiederholen, schmälert aber die Optionen des belgischen Teams nicht.
Nach seinem Sieg bei der Baloise Belgium Tour präsentiert sich der Sprinter rechtzeitig in Topform. „Philipsen ist natürlich schnell, aber den besten Philipsen sehen wir, wenn das Rennen hart gemacht wird und ein paar Anstiege drin sind.“
„Es ist schön zu sehen, dass in dieser Schlussphase alle Puzzleteile zusammenfallen“, so Nys.
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