Im Jahr 2020 hatte
UAE Team Emirates - XRG noch einen weiten Weg bis zur Nummer eins der Welt.
Tadej Pogacar hatte gerade seine erste Tour de France gewonnen. Für die folgende Saison legten die Emiratis auf dem Transfermarkt nach: Auffällig waren die Verpflichtungen von
Matteo Trentin, Rafal Majka und Marc Hirschi (später in der Saison auch Juan Ayuso).
Damals zählte Vize-Weltmeister von 2019 Trentin (hinter Mads Pedersen) zu den größten Namen im Klassikermilieu. Entsprechend kam der damals 32-Jährige mit einem großen Vertrag, angemessen für einen Top-5-Fahrer auf dem Pflaster.
Aus Pogacars Perspektive wirkte die Investition zunächst ungewöhnlich. Man hätte erwartet, dass das Team stärker in Berghelfer für seinen ersten Grand-Tour-Sieger der Geschichte investiert. Stattdessen holte man einen erfahrenen Klassiker-Spezialisten mit einem Drei-Jahres-Vertrag.
„Als er erstmals ins Team kam, war ich etwas skeptisch“, sagte Pogacar im Podcast Tour 202. „Heute sage ich: Beurteile ein Buch nicht nach seinem Einband.“
Doch Pogacars Sicht auf Trentin änderte sich rasch, sobald die beiden Leitfiguren des UAE-Teams 2021 erstmals enger zusammenarbeiteten.
Schlüssel zur Entdeckung von Flandern
Als Pogacar seinen Fokus auf die Frühjahrsklassiker verlagerte, wurde der erfahrene Trentin an seiner Seite unverzichtbar. Sowohl als Teamkollege als auch als Mentor, der zum ersten Sieg des Slowenen bei der Flandern-Rundfahrt 2023 beitrug.
Matteo Trentin im UAE-Trikot bei der Flandern-Rundfahrt
Drei Jahre später hat der Slowene Flandern bereits dreimal gewonnen. Trentins Unterstützung in den ersten Schritten trug maßgeblich zu Pogacars Erfolg in Rennen bei, die traditionell nicht immer den Rundfahrern liegen.
Wahrer Straßenkapitän
Wie gut die Chemie auf und neben dem Rad stimmte, unterstreicht Pogacars Lob für den Italiener, den er heute als guten Freund sieht – auch wenn sich ihre Wege 2024 trennten.
„Man sieht jemanden oft nur bei Rennen und denkt, er taugt nichts, aber dann unterschrieb Matteo bei uns und ist heute einer meiner besten Freunde. Ich habe viel von ihm gelernt; er war wirklich ein Kapitän auf der Straße. Erfahren, klug und ein exzellenter Mentor.“
Gefragt nach einem Vergleich unter seinen Landsleuten, spürt Pogacar ähnliche Vibes beim Mailand–Sanremo-Sieger 2022 Matej Mohoric, mit dem er jeden Herbst bei Welt- und Europameisterschaften zusammenfährt: „Wenn ich einen ähnlichen slowenischen Fahrer nennen müsste, würde ich ihn mit Matej Mohoric vergleichen“, schließt er.