ANALYSE: UAE Team Emirates - XRG vs Team Visma - Lease a Bike: Wer hat das bessere Team im Jahr 2025?
Radsport
Die Radsport-Saison 2025 entwickelt sich zu einer der am meisten erwarteten der letzten Jahre. Zwei der Supermächte des Sports, das UAE TeamEmirates - XRG und das Team Visma - Lease a Bike, bereiten sich auf ein weiteres Kapitel ihrer intensiven Rivalität vor. Beide Teams haben ihre Kader mit Schlüsselverpflichtungen und strategischen Anpassungen nach den gegensätzlichen Erfolgen im Jahr 2024 aufgestockt und damit die Voraussetzungen für ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen geschaffen. An der Spitze dieser Rivalität stehen Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard, zwei der besten Fahrer ihrer Generation, unterstützt von hochkarätigen Teams, die bereit sind, bei den größten Rennen des Jahres aufeinander zu treffen.
Wie haben die Teams 2024 abgeschnitten?
Die Saison 2024 war ein Traumjahr für das UAE Team Emirates, angeführt von einem unaufhaltsamen Pogacar. Der Slowene schaffte einen beispiellosen Hattrick, indem er die Tour de France, den Giro d'Italia und die Weltmeisterschaften gewann und damit seinen Platz unter den Legenden des Sports festigte. Sein Erfolg war das Herzstück einer kollektiven Anstrengung der VAE, die während der gesamten Saison eine unglaubliche Tiefe und taktische Präzision bewiesen. Fahrer wie Joao Almeida, Adam Yates, Juan Ayuso, Marc Soler und Tim Wellens spielten eine entscheidende Rolle bei der Dominanz des Teams im Jahr 2024. Pogacars unvergleichliche Vielseitigkeit und Ausdauer ermöglichten es ihm, sowohl bei Etappenrennen als auch bei Eintagesrennen zu glänzen und die Überlegenheit der VAE an mehreren Fronten sicherzustellen.
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Im Gegensatz dazu kämpfte Visma - Lease a Bike mit der Dominanz ihrer herausragenden Kampagne 2023, als sie alle 3 Grand Tours gewannen. Die Mannschaft hatte mit zahlreichen Problemen zu kämpfen, unter anderem mit Verletzungen von Leistungsträgern wie Wout van Aert, der über weite Teile der Saison ausfiel. Ohne van Aert als Allrounder fehlte Visma in den entscheidenden Momenten die Durchschlagskraft. Trotz dieser Rückschläge bewies Jonas Vingegaard Widerstandskraft, wurde Zweiter hinter Pogacar bei der Tour de France und hielt trotz seines eigenen schweren Sturzes im Frühjahr das ganze Jahr über ein hohes Leistungsniveau.
Sepp Kuss, der Sieger der Vuelta a España 2023, hatte im vergangenen Jahr eine enttäuschende Kampagne, in der er nicht sein übliches Niveau erreichte, während jüngere Talente wie Olav Kooij und Matteo Jorgenson ihr Potenzial unter Beweis stellten. Vismas Unbeständigkeit und mangelnde Tiefe in bestimmten Bereichen haben jedoch Schwachstellen offenbart, die das Team auf dem Weg ins Jahr 2025 zu beheben versucht.
Ausblick auf das Jahr 2025
Mit Blick auf die neue Saison haben beide Teams Schritte unternommen, um ihre Kader zu verstärken und Schwachstellen zu beseitigen. Das UAE Team Emirates hat seine Kerngruppe von Elitefahrern beibehalten und gleichzeitig wichtige Ergänzungen vorgenommen, um seinen Kader weiter zu verstärken. Pogacar ist nach wie vor der unangefochtene Leader, und seine Ambitionen für 2025 sind so kühn wie eh und je. Sein bestätigter Zeitplan umfasst dieUAE Tour, Strade Bianche, Mailand - Sanremo und einen weiteren Angriff auf die Kopfsteinpflaster-Klassiker, bei dem er versuchen wird, die Flandern-Rundfahrt erneut zu gewinnen.
Unterstützt wird er von einem Staraufgebot, zu dem Almeida, Ayuso, Yates, Soler und Tim Wellens gehören, die sich bei GrandTours und Klassikern gleichermaßen bewährt haben. Hinzu kommen Pavel Sivakov und Niels Politt, die dem Team Tiefe und Vielseitigkeit verleihen, wobei Sivakov seine Stärke beim Klettern und Politt seine Erfahrung auf dem Kopfsteinpflaster einbringt. Die Mischung aus Erfahrung und Jugend macht die UAE zu einem der vielseitigsten Teams im Peloton.
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Auch Visma - Lease a Bike haben bedeutende Schritte unternommen, um ihren Vorsprung wieder zu vergrößern. Vingegaard bleibt das Herzstück ihrer Ambitionen, und sein Zeitplan für 2025 sieht neben den Weltmeisterschaften auch ein Tour-Vuelta-Doppel vor, wo er wahrscheinlich in spannenden Duellen auf Pogacar treffen wird. Simon Yates, eine wichtige Neuverpflichtung, bringt Grand-Tour-Erfahrung und Klettererfahrung mit, um Vismas Etappenrennen zu verstärken. Wout van Aert, der wohl vielseitigste Fahrer der Welt, hat sich eine ehrgeizige Kampagne vorgenommen, die auf den Giro d'Italia, die Tour de France und große Klassiker wie die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix abzielt, wo er sein erstes Monument seit 2020 gewinnen möchte.Christophe Laporte, Matteo Jorgenson und Olav Kooij sorgen dafür, dass Visma eine starke Kraft bei Eintagesrennen bleibt, während junge Talente wie CianUijtdebroeks und der zurückkehrende Victor Campenaerts taktische Flexibilität bieten. Die Fähigkeit des Teams, die Prioritäten bei verschiedenen Renntypen auszubalancieren, macht Visma zu einer starken Bedrohung für die Nummer 1 des Teams UAE Team Emirates im Jahr 2025.

Adam und Simon Yates könnten eine wichtige Rolle im Schicksal der Saison 2025 spielen
Die Rivalität zwischen diesen beiden Teams war die Geschichte der letzten fünf Saisons, in denen sie INEOS den Titel des besten Radsportteams abgenommen und die Plätze 1 und 2 getauscht haben. Die VAE sind keineswegs nur das "Pogacar"-Team, aber er ist zweifelsohne der wichtigste Bestandteil ihrer Dynastie. Die Fähigkeit des Slowenen, sowohl Etappenrennen als auch Klassiker zu dominieren, verschafft seinem Team einen Vorteil bei der Ausrichtung auf ein breiteres Spektrum von Rennen als Vingegaard, der nur die großen Rundfahrten im Visier hat. Vismas Fokus auf Tiefe und vielseitige Fahrer stellt sicher, dass sie in verschiedenen Disziplinen konkurrenzfähig bleiben. Die Aufnahme von Simon Yates, der Vingegaard in bergigem Terrain ergänzen wird, und van Aerts Vielseitigkeit bei Kopfsteinpflaster- und Grand-Tour-Etappen unterstreicht die Absicht, die VAE an allen Fronten herauszufordern.
Die Geschichte ihrer Rivalität wird durch die Ereignisse der letzten beiden Saisons noch bereichert. Im Jahr 2023 überwältigten Vingegaard und Visma Pogacar bei der Tour de France, indem sie ihre Tiefe und zahlenmäßige Stärke nutzten, um den Slowenen zu isolieren und zu besiegen. Im Jahr 2024 kehrten sich die Rollen jedoch um: Pogacar und die VAE isolierten Vingegaard und diktierten in den entscheidenden Momenten die Bedingungen, was die feinen Unterschiede zwischen diesen beiden Teams verdeutlicht und die Spannung auf das Aufeinandertreffen im Jahr 2025 erhöht. Die Aussicht, dass beide Mannschaften in dieser Saison in voller Stärke antreten können, ist für die Fans sehr verlockend. Sie sind gespannt auf ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem Taktik, Fitness und individuelle Brillanz über das Ergebnis entscheiden. Doch kann Visma den Spieß gegen die VAE umdrehen?
Ein weiterer fesselnder Nebenschauplatz dieser Rivalität ist der Vergleich der Super-Domestiken, insbesondere der Brüder: Adam Yates für UAE und Simon Yates für Visma. Adam Yates hat seine Zuverlässigkeit bei großen Rundfahrten bewiesen, indem er bei der Tour de France auf dem Podium stand und als Bergfahrer und Teamplayer brillierte. Simon Yates, der jetzt für Visma fährt, bringt ähnliche Qualitäten mit, hat aber auch die Fähigkeit, bei Bedarf zu führen. Die Leistungen der beiden werden für den Ausgang der wichtigsten Rennen entscheidend sein, und das Aufeinandertreffen der beiden macht die Rivalität noch spannender.
Die Klassiker sind ein weiteres Feld, auf dem diese Teams um die Vorherrschaft kämpfen werden. Einer der Schlüsselmänner der VAE im letzten Jahr war Niels Polit, dessen Stärke und Erfahrung die zunehmende Konzentration von Pogacar auf die Frühjahrsklassiker ergänzt, wo er seinem Palmarès Siege in Flandern und Roubaix hinzufügen möchte. Die Erfahrung von Visma bei den Eintagesrennen, die von van Aert und Laporte angeführt wird, sorgt dafür, dass sie bei den Eintagesrennen, bei denen Pogacar nicht dabei ist, die Favoriten bleiben. Van Aerts Vielseitigkeit und seine nachweisliche Erfolgsbilanz bei den Klassikern verschaffen Visma einen Vorteil, aber Pogacar hat immer wieder bewiesen, dass er mehr als nur ein Etappenfahrer ist und auch bei den Klassikern zu den ganz Großen gehört.
Die Frage, welches Team im Jahr 2025 den besseren Kader hat, ist nach wie vor offen. Die unvergleichliche Tiefe und taktische Flexibilität der VAE, gepaart mit der Brillanz von Pogacar, machen sie zu einer beeindruckenden Kraft und es wird schwer sein, sie von Platz 1 zu verdrängen. Vismas neuer Fokus, gestärkt durch wichtige Neuverpflichtungen und die Vielseitigkeit ihrer Fahrer, positioniert sie jedoch als starke Anwärter, um den Spieß noch einmal umzudrehen. Der ultimative Test wird auf den Straßen von Europas größten Rennen stattfinden, wo Strategie, Form und Geschwindigkeit das Ergebnis bestimmen werden.
Radsportfans können sich auf ein spannendes Duell zwischen diesen beiden Giganten des Radsports freuen, das sich über den gesamten Rennkalender erstreckt. Von den Kopfsteinpflaster-Klassikern bis hin zu den Hochgebirgen der Grand Tours - die Rivalität zwischen dem UAE Team Emirates XRG und dem Team Visma - Lease a Bike verspricht, die Saison 2025 zu bestimmen. Ob Pogacar gegen Vingegaard in einer Tour de France-Gipfelankunft, van Aert im Kampf auf dem Kopfsteinpflaster oder die Yates-Brüder, die die Geschichten der Grand Tour beeinflussen, diese Saison wird unvergessliche Momente bieten. Wenn beide Teams in voller Stärke antreten, wird der Kampf um die Vorherrschaft im Jahr 2025 ein Kampf für die Ewigkeit sein.

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Anfang 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de. Er berichtet dort über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Rennberichten, Einordnungen und Hintergrundtexten, mit denen er sportliche Entwicklungen im Peloton verständlich und präzise erklärt. Bei großen Renntagen arbeitet er zudem mit Live-Formaten, um das Geschehen fortlaufend zu dokumentieren und zeitnah einzuordnen.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er sportlich selbst aktiv und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026








