
An diesem Wochenende findet die Strade Bianche statt, ein Rennen, das sich schnell zum Liebling der Fans und Fahrer entwickelt hat und zu einem Klassiker geworden ist. Bekannt für seine atemberaubenden weißen Schotterstraßen, die steilen toskanischen Anstiege und den Zieleinlauf auf der atemberaubenden Piazza del Campo in Siena, ist Strade Bianche eines der einzigartigsten und visuell spektakulärsten Rennen im Rennkalender. Und wir können es kaum erwarten, dass sich die ersten Pedale drehen.
Obwohl es sich um eine relativ neue Veranstaltung handelt (sie wurde 2007 zum ersten Mal ausgetragen), hat die Strade Bianche bereits ein denkmalähnliches Prestige erlangt. Viele sind der Meinung, dass siedas sechste Monument verdient.
Das Rennen hat in den letzten Jahren für einige unvergessliche Momente gesorgt: Tadej Pogacar hat sich als dominierende Kraft bei den Männern etabliert (Schock), während es bei den Frauen zu spannenden Kämpfen zwischen den größten Stars des Pelotons kam.
Da die Ausgabe 2025 näher rückt und Fahrer wie Pogacar und Tom Pidcock um den Sieg kämpfen werden, werfen wir einen Blick zurück auf die vergangenen fünf Ausgaben, um zu sehen, was die Geschichte uns über das diesjährige Rennen lehren kann.
2024
Männer-Rennen
Vor 12 Monaten hat Tadej Pogacar bei der Strade Bianche 2024 eine atemberaubende Leistung gezeigt und seinen Ruf als Meister des Rennens untermauert. Er griff 81 km vor dem Ziel an, ein kühner Alleingang, der seine Konkurrenten in den Schatten stellte. Trotz der Verfolger ließ sich Pogacar nicht abschütteln und bewies auf den Schotterpisten der Toskana seine überragende Ausdauer und sein technisches Können.

Kann Pogacar an diesem Wochenende einen Hattrick erzielen?
Sein Sieg fügte sich seinem bereits legendären Sieg von 2022 hinzu und bewies, dass die Strade Bianche sein Spielplatz ist, wenn Pogacar in Topform ist. Der Sieg war auch so etwas wie ein Vorgeschmack auf das, was in der Saison des slowenischen Triple Crown-Gewinners noch kommen sollte, in der er ein Rennen nach dem anderen mit Fernangriffen gewann.
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Frauenrennen
Bei den Frauen fuhr Lotte Kopecky zum Sieg und verwies in einem spannenden Finale Elisa Longo Borghini und Demi Vollering auf die Plätze. Der belgische Superstar, der das Rennen bereits 2022 gewonnen hatte, bestätigte damit ihren Status als eine der stärksten Ein-Tages-Rennfahrerinnen der Welt.
Kopeckys Fähigkeit, mit dem brutalen Terrain umzugehen und im richtigen Moment einen entscheidenden Angriff zu starten, machte den Unterschied aus und sie zeigte, warum sie die Königin der Strade Bianche ist.
Interessanterweise gewannen sowohl die Gewinner des Männer- als auch des Frauenrennens später in der Saison den Weltmeistertitel...
2023
Männer-Rennen
Bei der Ausgabe 2023 wurde die Liste der Sieger um einen neuen Namen ergänzt: Tom Pidcock holte einen der besten Siege seiner bisherigen Karriere. Der Brite attackierte 50 km vor dem Ziel und ging damit ein großes Risiko ein in einem Rennen, in dem so frühe Alleingänge selten erfolgreich sind.
Seine technischen Fähigkeiten auf Schotter ermöglichten es ihm, seinen Vorsprung aufrechtzuerhalten, während er durch das schwierige Terrain navigierte und die Verfolger abwehrte. Der Moment, in dem er allein mit erhobenen Armen auf die Piazza del Campo in Siena kletterte, war einer seiner besten Momente mit INEOS, aber kann er dieses Kunststück mit seinem neuen Team wiederholen?
Frauenrennen
Bei den Frauen triumphierte Demi Vollering, die sich in einem dramatischen Zweikampf gegen ihre Teamkollegin Lotte Kopecky durchsetzte. Die SDWorx-Teamkolleginnen dominierten das Rennen, aber am Ende war es Vollering, die den stärkeren Endspurt hatte und den Sieg holte.
Dieses Rennen markierte einen entscheidenden Wendepunkt in Vollerings Karriere, denn sie wurde zu einer der beständigsten Klassikerspezialistinnen und Anwärterinnen auf die Gesamtwertung.
2022
Männer-Rennen
Nur wenige Leistungen in der Geschichte des Radsports können sich mit Tadej Pogacars Meisterleistung bei der Strade Bianche 2022 messen. Abgesehen von, nun ja, Pogacar bei Strade Bianche 2024, seinem 100-km-Solosieg bei den Weltmeisterschaften und all seinen anderen lächerlichen Solosiegen.
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Im Jahr 2022 lancierte der Leader des UAE Team Emirates einen verheerenden Soloangriff nach 50 Kilometern und setzte sich damit von einem Feld ab, das mit Elite-Klassikerspezialisten gespickt war.
Was seinen Sieg noch bemerkenswerter machte, war die Leichtigkeit, mit der er seine Rivalen distanzierte. Seine Fähigkeit, auf den Schotterstraßen ein rasantes Tempo zu fahren und die steilen Anstiege zu bewältigen, zeugte von seiner inzwischen gewohnten Allrounder-Qualitäten. Es war ein Sieg, der Vergleiche mit den größten Fahrten der Radsportgeschichte aufkommen ließ.
Frauenrennen
Lotte Kopecky gewann ihren ersten Strade Bianche-Titel im Jahr 2022, indem sie Annemiek van Vleuten in einem weiteren engen Frauenrennen ausstach.
Das Rennen war ein zermürbender Kampf, bei dem Kopecky ihren Kampfgeist und ihre Kraft unter Beweis stellte, um an Van Vleuten dranzubleiben, bevor sie am letzten Anstieg nach Siena zum Sprint ansetzte. Dieser Sieg markierte den Beginn von Kopeckys Vorherrschaft bei den Klassikern und ebnete den Weg für Siege im Regenbogentrikot.
2021
Männer-Rennen
Die Strade Bianche 2021 war eine klassische Ausgabe, bei der Mathieu vander Poel einen elektrisierenden Sieg errang. Der niederländische Superstar war Teil einer Spitzengruppe, zu der auch Julian Alaphilippe und Egan Bernal gehörten, aber er sparte sich das Beste für den Schluss auf.
Auf der letzten Rampe nach Siena setzte Van der Poel zu einer wilden Attacke an und ließ seine Konkurrenten in Ehrfurcht erstarren, als er zum Sieg fuhr. Seine Explosivität und sein technisches Können kamen voll zur Geltung, und sein Sieg fügte der Geschichte des Rennens ein weiteres spannendes Kapitel hinzu.

Der Sieg von Mathieu van der Poel im Jahr 2021 ist einer seiner besten
In der Liste der unglaublichen Siege von Van der Poel ist dies einer der besten. Im Rennen gegen den damaligen Weltmeister Julian Alaphilippe zeigte der Niederländer, dass er in einer anderen Liga spielt.
Frauenrennen
Das Rennen der Frauen 2021 war eine Meisterleistung von SD Worx, aus der Chantalvan den Broek-Blaak als Siegerin hervorging. Das Team führte ein perfektes taktisches Rennen durch, bei dem Van den Broek-Blaak im perfekten Moment zum Zug kam.
Mit einer starken Solo-Attacke auf den letzten Kilometern sicherte sich SD Worx einen weiteren großen Sieg und damit den ersten von drei Siegen in Folge in Siena.
2020
Männer-Rennen
Die Strade Bianche 2020 war eine einzigartige Veranstaltung, da sie wegen der Pandemie in den August verlegt wurde. Die glühende Sommerhitze machte den Schotter noch brutaler, aber es war Wout van Aert, der in Wout van Aert-Manier den Sieg errang.
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Der Belgier, der bei den beiden vorangegangenen Etappen jeweils Dritter geworden war, griff alleine an und konnte die Verfolgergruppe auf Distanz halten. Seine Fähigkeit, sich in dem schwierigen Gelände zurechtzufinden und unter extremen Bedingungen eine enorme Leistung zu erbringen, ermöglichte es ihm, Davide Formolo in einem fast 5-stündigen Rennen auf Distanz zu halten.
Frauenrennen
Bei den Frauen sorgte Annemiek van Vleuten mit einer markanten Attacke dafür, dass sie zum zweiten Mal in ihrer Karriere gewinnen konnte. Die Niederländerin, die für ihre Fernangriffe bekannt ist, setzte sich 30 km vor dem Ziel von ihren Konkurrentinnen ab und gewann souverän vor Mavi Garcia.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
- Sorry für meine Vertipper. Seltsam, dass man nichtmal 5 Minuten lang editieren kann.Wurm25-10-2026
- Ich bon etwas verwirrt, das ganze Jahr hieß es "Ineos hat mit Netcompany nen 100 Millionen Euro Fisch an Land gezogen. Plus das Total Enerfie Geld sollte doch genug vorhanden sein. Oder hat ne absurde Ablöse für Onley alles verbraucht? Dann sollte dwe Verantwortliche evtl gehangen werden ;)Wurm25-10-2026
- Hoffe sie setzen sich durch, ist überfällig und so kann's ja echt nicht weitergehen.Bonos10-10-2026
- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026









