ANALYSE: Isaac del Toros fünf größte Rivalen bei Tirreno-Adriatico 2026

Radsport
durch Nic Gayer
Freitag, 06 März 2026 um 15:00
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Am 09.03., nur einen Tag nach dem Finale von Paris-Nizza, beginnt die Tirreno-Adriatico 2026. Jedes Jahr gehört diese Phase zu den faszinierendsten Wochen der Radsaison, wenn zwei der wichtigsten WorldTour-Etappenrennen parallel stattfinden. Während Jonas Vingegaard bei Paris-Nizza die Schlagzeilen prägt, richtet sich der Blick in Italien klar auf Isaac del Toro.
Der mexikanische Shootingstar steigt in rasantem Tempo auf und entwickelt sich immer mehr zu einem der spannendsten Talente im Peloton. Bei der UAE Tour 2026 unterstrich er seinen Status eindrucksvoll mit Siegen auf beiden Bergankünften und dem Gesamtsieg.
Tirreno-Adriatico wird damit seine zweite Gelegenheit, UAE Team Emirates - XRG bei einem mehrtägigen WorldTour-Rennen als Kapitän anzuführen. Das Ziel bleibt eindeutig: Italien mit einem weiteren Gesamtsieg zu verlassen. Dafür muss er jedoch ein hochklassiges Feld über eine anspruchsvolle Rennwoche bezwingen.
Del Toro trifft auf einige der größten Namen im Peloton. Dazu zählen Primoz Roglic, Matteo Jorgenson, Antonio Tiberi, Giulio Pellizzari, Richard Carapaz, Ben Healy, Jai Hindley, Julian Alaphilippe, Egan Bernal und Thymen Arensman. Doch welche fünf Fahrer stellen die größten Gefahren dar?

Primoz Roglic

Der naheliegendste Herausforderer ist Primoz Roglic. Nach mehreren Monaten Rennpause kehrt der vierfache Vuelta-a-Espana-Sieger bei Tirreno-Adriatico ins Peloton zurück.
Der Slowene startet in eine wichtige Saison, in der er langfristig den Vuelta-Rekord brechen will - mit einem Sieg mehr als Roberto Heras. Zunächst möchte Roglic jedoch zeigen, dass er weiterhin einwöchige WorldTour-Etappenrennen gewinnen kann.
Seine Stärken könnten hier entscheidend sein. Roglic zählt zu den stärksten Zeitfahrern im Feld und kann im Auftaktzeitfahren wertvolle Sekunden gutmachen, besonders gegenüber Del Toro, der im flachen Zeitfahren noch Entwicklungspotenzial hat.
Die Strecke der diesjährigen Ausgabe kommt ohne große Hochgebirgsetappen aus, bietet aber mehrere explosive Bergankünfte. Auf kurzen, punchigen Anstiegen gehört Roglic zu den besten Fahrern der Welt. Bei erwartbar geringen Zeitabständen könnten Zeitbonifikationen im Ziel den Ausschlag im Gesamtklassement geben.
Die einzigartige Tirreno–Adriatico-Trophäe, um die die Fahrer kämpfen werden
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Matteo Jorgenson

Auch Matteo Jorgenson zählt zu den großen Anwärtern. Trotz seiner zwei jüngsten Siege bei Paris-Nizza entschied sich der Amerikaner in dieser Saison stattdessen für Tirreno-Adriatico.
Der Profi von Team Visma - Lease a Bike startete solide ins Jahr. Er belegte Rang zwei bei der Faun-Ardeche Classic und wurde Vierter bei der Drome Classic, auch wenn der erste Saisonsieg noch aussteht.
Ein entscheidender Faktor könnte die Teamstärke sein. Wout van Aert soll ebenfalls starten, und der Belgier gehört zu den wertvollsten Edelhelfern im Peloton. Zusammen mit Jorgensons Stärke im welligen Terrain und im Mittelgebirge könnte Team Visma - Lease a Bike das Rennen über die Woche hinweg prägen.

Antonio Tiberi

Antonio Tiberi steht auf Rang drei dieser Liste und traf in dieser Saison bereits direkt auf Del Toro. Der Italiener setzte dem Mexikaner bei der UAE Tour am meisten zu und wurde schließlich Gesamtzweiter.
Dank seines beeindruckenden Sieges am Jebel Mobrah trug Tiberi bis zum Schlussanstieg am Jebel Hafeet das Führungstrikot. Als Lokalmatador wird er große italienische Hoffnungen auf den Gesamtsieg bei Tirreno-Adriatico tragen.
Seine Frühform zeigt sich zudem äußerst konstant. Neben Rang zwei bei der UAE Tour wurde er Dritter bei der Classica Camp de Morvedre, Vierter der Gesamtwertung bei der Volta a la Comunitat Valenciana und Dritter beim Trofeo Laigueglia. Abgesehen von Valencia stand er in jedem Rennen dieser Saison auf dem Podium.

Giulio Pellizzari

Red Bull - BORA - hansgrohe bringt ebenfalls große Tiefe in die Rundfahrt. Neben Roglic sollen sowohl Giulio Pellizzari als auch Jai Hindley starten.
Auch wenn beide zunächst Roglic unterstützen dürften, wächst Pellizzari immer stärker in die Rolle eines Top-Talents hinein. In der vergangenen Saison wurde er Sechster beim Giro dItalia und bei der Vuelta a Espana - ein klares Zeichen für sein Potenzial in Rundfahrten.
In dieser Saison überzeugte er bereits bei der Volta a la Comunitat Valenciana mit Gesamtrang drei vor Tiberi. Für Del Toro und UAE Team Emirates - XRG könnte die Kontrolle der taktischen Optionen von Red Bull - BORA - hansgrohe zu einer der zentralen Aufgaben dieser Woche werden.

Richard Carapaz

Die Liste komplettiert Richard Carapaz. Der Ecuadorianer traf bereits beim Giro dItalia 2025 auf Del Toro, als beide um die Gesamtwertung kämpften, ehe Simon Yates am Colle delle Finestre die Entscheidung herbeiführte.
Bei Tirreno-Adriatico könnte Carapaz von der Präsenz von Ben Healy im Aufgebot von EF Education-EasyPost profitieren. Das Team könnte eine Doppelspitze fahren - ähnlich wie Red Bull - BORA - hansgrohe mit Roglic und Pellizzari.
Carapaz bestritt 2026 bislang nur ein Rennen und belegte Platz 29 beim Trofeo Laigueglia. Die Rivalität mit Del Toro aus dem vergangenen Giro macht ihn dennoch zu einem Fahrer, den man genau beobachten muss.

Weitere Stars prägen die Rundfahrt

Einer der spannendsten Aspekte der diesjährigen Tirreno-Adriatico besteht darin, dass neben dem Kampf um die Gesamtwertung auch mehrere Topfahrer mit anderen Zielen antreten.
Mathieu van der Poel, Jonathan Milan, Paul Magnier, Julian Alaphilippe, Arnaud De Lie, Tobias Lund Andresen und Filippo Ganna könnten im Verlauf der Woche auf einzelnen Etappen eine entscheidende Rolle spielen.
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