Auseinandersetzungen während oder direkt nach Radrennen sind keineswegs Geschichte. Auch wenn weder TV-Bilder noch Zuschaueraufnahmen existieren, wurde nach dem Ende der 6. Etappe von Tirreno–Adriatico berichtet, dass
Javier Romo (Movistar) versucht habe,
Matteo Jorgenson von
Team Visma | Lease a Bike anzugreifen.
Der Vorfall soll nach dem Ziel in der Nähe des Visma-Busses passiert sein. Laut
Bram Vandecapelle von Het Laatste Nieuws war der Spanier mit einem Manöver Jorgensons im Rennen unzufrieden. Nach dem Ziel begab er sich zum Visma-Bus, packte Jorgenson demnach am Nacken und beleidigte ihn. Movistar-Sportdirektor Max Sciandri ging dazwischen und trennte den ebenfalls im Gesamtklassement ambitionierten Spanier, der als außer sich vor Wut beschrieben wurde. Jorgenson soll Romo beim Einsteigen in den Teambus ein „adios“ zugerufen haben.
Der genaue Auslöser ist unklar. Beide Fahrer kämpften jedoch um das Gesamtklassement und hielten sich bis zum Schlussanstieg nach Camerino in der GC-Gruppe auf. Möglich ist ein Positionskampf. Jorgenson wurde Etappendritter und liegt auch in der Gesamtwertung auf Rang drei, während Romo vor dem Schlusstag auf Platz zwölf rangiert.
Kürzlich bei der Ster van Zwolle schlug NSN-Development-Fahrer Kiaan Watts seinen Rivalen Marijn Maas und wurde dafür disqualifiziert. Bei der aktuellen Tirreno–Adriatico sorgte zudem ein Vorfall für Aufsehen, als Ethan Hayter im Eröffnungszeitfahren dem Kameramann den Mittelfinger zeigte, wofür er eine Geldstrafe erhielt. Jorgenson selbst war nicht in eine Handgreiflichkeit verwickelt, äußerte sich aber bei der letztjährigen Tour de France offen über die Frustration, dass Tadej Pogačar ihm bei all seinen Attacken direkt im Hinterrad klebte.