Tibor del Grosso ist beim Weltcup in Hoogerheide erneut Zweiter geworden – wie bereits in Maasmechelen – und hat sich damit in eine aussichtsreiche Position für eine Medaille bei den Weltmeisterschaften in Hulst gebracht. Der letzte Weltcup der Saison lief für ihn nicht ohne Probleme, dennoch sprintete er hinter Thibau Nys auf Rang zwei.
Früh im Rennen attackierte – wie so oft –
Mathieu van der Poel aus der Gruppe und fuhr einem ungefährdeten Solosieg entgegen. Dahinter suchte das Feld den besten Weg zu Platz zwei. Auf dem wenig selektiven Kurs deutete vieles darauf hin, dass die Entscheidung auf der Schlussrunde fallen würde. „Es war unglaublich schwer und taktisch, mit dieser großen Gruppe, die um Rang zwei kämpfte“.
Thibau Nys griff an und versuchte, mit Vorsprung in das letzte Straßenstück zu gehen, das in einen ansteigenden Sprint mündete. Doch die Lücke reichte nicht. Aus dem Windschatten heraus schlug del Grosso den belgischen Meister erneut auf der Ziellinie. Wie schon am Vortag feierte Alpecin damit ein perfektes Podium: van der Poel, del Grosso und Niels Vandeputte vor Nys.
Damit war im Finale nicht unbedingt zu rechnen, denn del Grosso wirkte sichtlich ermüdet. Zugleich untermauerte er seine Form vor einem seiner großen Saisonziele. „Nein, überhaupt nicht. Als ich aus der letzten Kurve beschleunigt habe, hatte ich das Gefühl, dass die Beine nicht mehr so stark waren“, sagte del Grosso bei Telenet Play Sports. „Thibau ist auch einen starken Sprint gefahren, aber es ist einfach ein kniffliger Schluss. Niels kam ebenfalls aus dem Nichts.“
In Hulst wartet ein sehr technischer Kurs. Während van der Poel der Mann sein wird, den es zu schlagen gilt, hat sich del Grosso als Topfavorit auf die Silbermedaille positioniert. Er hat gezeigt, dass er derzeit vielleicht der zweitstärkste Techniker im Feld ist.