Der anhaltende Versuch, den Cyclocross auf die größte Bühne des Wintersports zu heben, ist endgültig und bitter gescheitert, wie das Internationale Olympische Komitee vor wenigen Tagen offiziell bekanntgab. Während sich die IOC-Erklärung auf eine strikte Kategorisierung der Sportarten stützt, schlagen in Belgien prominente Stimmen Alarm. Sie werfen einer tief verankerten Wintersport-Lobby vor, die olympischen Träume der Disziplin bewusst zu zerschlagen, um ihre schwindende Relevanz auf der Weltbühne zu schützen.
Das IOC-Urteil versus die „Alpen-Mafia“
Die verlockende Aussicht,
Wout van Aert oder
Mathieu van der Poel bei den Winterspielen 2030 in den französischen Alpen im Schnee und Schlamm um Gold kämpfen zu sehen, ist endgültig vom Tisch. Das Internationale Olympische Komitee hat die Idee jüngst gekippt, IOC-Exekutivmitglied Kirsty Coventry ließ keinen Interpretationsspielraum: „Für Sommersportarten ist bei den Winterspielen kein Platz.“
Diese bürokratische Begründung, es fehle an Schnee- und Eiskomponente, wird jedoch von einigen zurückgewiesen. In einem Beitrag für die belgische Zeitung
Het Nieuwsblad zeigte Sportjournalist Marc Vermeiren direkt auf einen konservativen Machtblock innerhalb des Wintersport-Establishments. „Hat die ‚Alpen-Mafia‘ mit dieser Ablehnung ihren Kampf gewonnen?“
Cyclocross wird keine olympische Sportart
Nach Vermeiren fürchten traditionelle Schneesportarten, vom weitaus packenderen Spektakel des Cyclocross (und des Crosslaufs) überstrahlt zu werden. Er argumentierte, klassische Winterdisziplinen kämpften seit Jahren mit begrenzter internationaler Strahlkraft, und stellte fest, dass die Winterspiele im Vergleich zum massiven Sommerevent unter einem „akuten Mangel an Stars“ leiden.
Vermeiren fiel in seinem Urteil über die Zukunft der Disziplin hart aus und bezeichnete die Entscheidung als vernichtend. „Die Weigerung des IOC bedeutet zugleich das Totenglöckchen für alle internationalen Ambitionen des Cyclocross“, schrieb er.
Der flämische Journalist zog eine Parallele zu 1996, als Mountainbiken olympischen Status erhielt. Diese einzelne Entscheidung führte zu einer Massenabwanderung internationalen Talents ins Mountainbiken, schrumpfte den globalen Fußabdruck des Cyclocross rapide und machte ihn zur stark belgisch-niederländisch dominierten Sportart, die er heute ist. „Die historische Schuld des IOC bleibt unbeglichen“, schloss er.