„Für mich entstehen Diamanten nicht unter Druck“: Cameron Mason erklärt seinen WM-Misserfolg

Cyclocross
Mittwoch, 04 Februar 2026 um 7:00
CameronMason
Eine extrem „auf und ab“ verlaufende Karriere findet man im Cross kaum häufiger als beim britischen Meister Cameron Mason. Der 25-Jährige steht seit Jahren kurz davor, in die oberste Liga der Disziplin vorzustoßen. Doch immer wenn es nach dem Durchbruch aussieht, fällt Mason mit einem Ergebnis wie Platz 21 bei den jüngsten Weltmeisterschaften wieder ins Mittelmaß zurück – ein deutlicher Kontrast zu seinem Top-5 bei der EM zu Beginn dieses Winters.
Mason selbst ist sich dieser Schwankungen schmerzlich bewusst und hat in den sozialen Medien erklärt, warum es so schwer ist, in fast jedem Rennen – auch bei den wichtigsten – sein Niveau abzurufen.
„Ich liefere oft zufällig ab, als Nebenprodukt davon, dass ich etwas anderes anvisiere, einem anderen Gefühl nachjage oder einen anderen Weg einschlage. Ein Ergebnis auf dem Papier bedeutet mir die meiste Zeit wenig“, beginnt Mason seinen ausführlichen Beitrag auf Instagram. „Aber im Profisport ist es nun mal das, was zählt. Wenn dann ein klassisches Großereignis ansteht, wie die WM, und das Hauptziel Performen heißt, tue ich mich schwer, das Nötige abrufen.“
Er führt aus: „Ich glaube, es liegt daran, dass ich so viel Energie darauf verwende, den Schalter umzulegen, dass ich vergesse, dass ich eigentlich ‚abschalten‘ muss, um das Beste aus mir herauszuholen. Fahren ohne Annahmen, Erwartungen und Grenzen. So wie bei einer durchschnittlichen Ausfahrt durch Midlothian im Juni. Für mich werden Diamanten nicht unter Druck gemacht, sondern im hohen Gras abseits der ausgetretenen Pfade gefunden.“

Das ist kein Bürojob

Mason scheint es vor Rennen zu bevorzugen, „in seiner Zone zu bleiben“, doch manchmal lässt sich die Bedeutung eines anstehenden Events nicht „kleinreden“. Wenn sich dieser Gedanke bei Mason festsetzt, bröckelt oft die Leistung. So auch am vergangenen Sonntag in Hulst.
„In einem normalen Job würde ich selbstverständlich nicht online vor Tausenden über meinen schlechten Tag im Büro schreiben. Aber in einem normalen Job hätte ich diese schlechten Tage auch nicht vor Tausenden von Zuschauern. Deshalb finde ich es angemessen, öffentlich so zu schreiben.“
Natürlich würde Mason am liebsten immer in Topform starten, doch er räumt ein: Nur über die Tiefs lassen sich die Hochs wirklich genießen. „Es ist schwer zu sagen, was überhaupt noch ein ‚schlechter Tag‘ ist. Aber um zu wissen, was ein schlechter Tag ist, musst du wissen, was ein ‚guter Tag‘ ist. Ich weiß definitiv, wie sich diese Tage anfühlen. Genau deshalb ist meine aktuelle Situation umso schwieriger.“
Wie jeder Athlet arbeitet Mason hart, um sein bestes Niveau zu erreichen. Doch manchmal reichen selbst die besten Beine nicht, wenn der Kopf nicht voll da ist.
„Ich weiß, wie man trainiert, regeneriert, leidet, Rennen fährt, isst, schläft usw., und ich weiß, wie ich performe. Aber ich weiß nicht, wie ich das die ganze Zeit, in jedem Rennen und an allen großen Tagen abrufen soll. Auch wenn ich viel über die Faktoren weiß, die meine Leistung ausmachen, steckt in den wenigen Unbekannten das, worüber ich wochenlang nachgedacht, analysiert und mir Sorgen gemacht habe.“
„Trotz des oben beschriebenen Puzzles würde ich Mittelmaß nicht gegen diese magischen Momente eintauschen. Es ist ein Privileg, diese Hochs zu fühlen, genauso wie es ein Privileg ist, die Tiefs zu fühlen. Ich habe nur ein kurzes Gedächtnis, wie alle, daher vergesse ich das Gute und das Schlechte leicht, während ich weitermache.“
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading