Der Radsport wird
von manchen Sportfans ein wenig stiefmütterlich behandelt. Dabei kann es gerade
bei den großen Rennen ganz besonders spannend werden. Zuletzt hat das Wout Van
Aert bewiesen, der einer harten Konkurrenz beim Prestige-Rennen Paris Roubaix
ein Schnippchen geschlagen hat. Doch das Ergebnis ist mehr als nur ein
gewonnenes Rennen. Es repräsentiert eine Reihe von Dynamiken, die gerade den
Radsport verändern.
Wer ist Wout Van Aert?
Der Belger Wout Van
Art gilt als einer der versiertesten und vielseitigsten Radsportler, die
gegenwärtig den Sport mitbestimmen. Mit 31 Jahren ist er damit gerade auf der
Höhe seines Schaffens und einer der populärsten Athleten, die gegenwärtig im
Sattel sitzen. Was bei Van Aert besonders auffällt, ist seine Vielseitigkeit.
Er kann auf dem Pflaster ebenso gut angreifen wie am Hang. Das erkennt man auch
daran, dass er bei der Tour de France sehr viele Etappen gewinnen konnte. Diese
Etappen unterscheiden sich jedoch stark voneinander, was seine Vielseitigkeit
unterstreicht. Und gerade die Beobachter, die sich für
Radsport Wetten begeistern, sind überzeugt davon, dass er
eigentlich wie gemacht ist für die Strecke von Paris nach Roubaix.
Das Rennen Paris-Roubaix
Bei dem Rennen von
Paris nach Roubaix handelt es sich um eines der bekanntesten und
anspruchsvollsten Eintagesrennen, die im Zirkel des professionellen Radsports
verfügbar sind. Was die Strecke so schwierig macht, sind die langen,
unbefestigten Abschnitte auf steinigen Farmstraßen. Bei der örtlichen Witterung
wird es hier besonders schnell einmal rutschig. Das führt dann dazu, dass es
hier öfters einmal zu Kollisionen und Stürzen kommt. Nicht nur für die Fahrer
ist dieses Rennen besonders belastend. Mechanische Probleme an den Läufen und
an den Reifen sind die häufigsten Störenfriede, mit denen sich die Fahrer
beschäftigen müssen.
Die Konkurrenz
Der stärkste
Widersacher von Van Aerts stammt aus Slowenien und hört auf den Namen Tadej
Pogacar. Die beiden verbindet eine regelrechte Hassliebe, und Fans erleben hier
eines der spannendsten Duelle des modernen Radsports. Pogacar fährt für das
Team UAE Team Emirates - XRG. Er gilt als einer der stärksten Fahrer am Hang.
Besonders bekannt ist er für seine starken Angriffe, für die er einfach immer
den richtigen Riecher hat. Außerdem besticht er mit einer extremen Konsistenz.
Seine Leistung bleibt auch über Tage hinweg immer stabil und er verliert
niemals die Nerven. Man kann hier also vom Kampf zwischen Vielseitigkeit und
Stoizismus sprechen.
Ein dramatisches Ergebnis
Viel enger hätte es
ja nun wirklich nicht ausgehen können. Die beiden Hauptfavoriten trafen sich am
Ende des Rennens zum Kopf-an-Kopf-Rennen. Das Rennen Paris-Roubaix endet
klassischerweise im Velodrom von Roubaix, wo die Teilnehmer eine Runde drehen
müssen, bevor das Rennen dann vorbei ist. Und diese Runde drehten Van Aerts und
Pogacar dann tatsächlich gemeinsam. Am Ende hatte dann aber der Belgier die
Nase vorn und beendete das Rennen mit einer Bestzeit von 5:15:52. Wenn man so
ein Drehbuch schreiben würde, fänden die Zuschauer das fast unrealistisch. Für
Van Aerts war der Sieg sehr emotional, er widmete den Erfolg seinem
Teamkollegen.
Wie geht es jetzt weiter?
Für den Belgier Wout
Van Aerts bedeutet der Sieg, dass er endlich den Erfolg eingefahren hat, den
ihm die Zuschauer schon lange zugetraut haben. Die Trophäe ist quasi so etwas
wie das I-Tüpfelchen auf seiner Karriere. Van Aerts galt oftmals als der, der es
beinahe geschafft hat. Nun kann er stolz auf einen echten Erfolg zurückblicken.
Für Pogacar ist das Rennen außerdem trotz der
Niederlage als Erfolg zu verbuchen. Er konnte der Welt
beweisen, dass er seinen typischen Angriffsstil auch auf Pflastersteinen
erfolgreich umsetzen kann. Und am Ende haben natürlich in erster Linie die
Zuschauer gewonnen, die ein beispielloses Rennen miterleben durften.
Ausblick auf den Rest der Saison
Das Feld ist nun
weit offen für einen spannenden Sommer. Am Hang gilt immer noch Pogacar als der
klare Favorit. Das wird er beim Klassiker in den Ardennen unter Beweis stellen
können. Bei der Tour de France wird es noch einmal richtig aufregend. Pogacar wird
vermutlich auf Sieg fahren, was seinem Standing in der Szene entspricht. Für
Van Aerts sieht es eher so aus, dass er sich auf das Gewinnen möglichst vieler
Etappen konzentrieren wird. Außerdem wird er bei der Unterstützung seiner
Teamkollegen eine wichtige, taktische Rolle spielen, bei der er seine
Vielseitigkeit perfekt ausspielen kann.