Netcompany INEOS blieb bei der
Tour de France deutlich unter den Erwartungen. Nach drei Wochen hatte kein Fahrer eine Chance im Gesamtklassement, zudem fehlte ein Etappensieg. Mitverantwortlich dafür: Das Team beendete die Rundfahrt mit mehreren angeschlagenen Fahrern.
Dorian Godon brach sich bei der Tour de France vier Rippen
Schon die ursprüngliche INEOS-Auswahl für die Tour war umstritten und enthielt einen verletzten Fahrer. Bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes stürzte Joshua Tarling und zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu, wurde aber dennoch für die Tour nominiert.
Es war keine einfache Verletzung, sondern eine, die den Briten über die kompletten drei Wochen einschränkte, wie
er sagte: „Der Start war hart, aber es kommt. Es ist, als hättest du einen Drehzahlbegrenzer, verstehst du? Ich komme an den Punkt, an dem mir die Luft ausgeht, und dann kriege ich sie nicht mehr zurück.“
Auf der 12. Etappe stürzte
Dorian Godon in einem Massensturz mit mehreren Sprintern. Bis dahin hatte der Franzose bereits Mühe, an seine Ergebnisse vom Frühjahr anzuknüpfen, der Sturz erschwerte alles zusätzlich. Von da an ging es für Godon nicht mehr um Resultate, sondern ums Durchkommen.
„Wie ihr alle wisst, habe ich hart gekämpft, um es bei der TDF bis nach Paris zu schaffen, in der Hoffnung auf bessere Tage“, sagte Godon in einem
Instagram-Post. Damals wusste er nicht, dass er in der gesamten zweiten Tour-Hälfte mit vier unentdeckten Rippenbrüchen fuhr.
„Zuhause habe ich mir zunächst ein paar Tage Ruhe gegönnt. Da ich aber weiterhin Schmerzen hatte, haben mein medizinisches Team und ich zusätzliche Untersuchungen veranlasst, um die Ursache zu klären. Anfang dieser Woche zeigte das MRT, dass ich mir beim Sturz auf Etappe 12 vier Rippenbrüche zugezogen hatte, die im Röntgen oder in den ersten Scans nicht sichtbar waren“, erklärte er.
Dorian Godon nach seinem Sturz auf der 12. Etappe
Godon zurück im Training, Comeback-Termin offen
Godon quälte sich nach Paris und biss sich trotz seiner Verletzungen durch. Er stieg zunächst vom Rad und legte nach der Diagnose weitere Ruhe ein. Nun ist der ehemalige französische Meister wieder ins Training eingestiegen.
„Ich sitze wieder auf dem Rad, mit dem grünen Licht meines Trainers und des medizinischen Teams. Im Moment höre ich auf meinen Körper und nehme es Tag für Tag. Ich bin unglaublich dankbar für die Unterstützung des Teams und kann es kaum erwarten, wieder bei 100 % zu sein“, sagte er abschließend.
Ein Datum für Godons Rennrückkehr steht noch nicht fest. Er wird jedoch noch in dieser Saison im Peloton erwartet – auf der Suche nach dringend benötigten Siegen für die Briten.