„Wir wollen ihm keine 12 oder 13 Minuten lassen“ – Bahrain-Sportdirektor erklärt die Nachführarbeit hinter Pidcocks Ausreißergruppe

Radsport
Samstag, 18 Juli 2026 um 8:00
Vlad van Mechelen at the 2026 Tour Auvergne-Rhone Alpes
Kurioserweise war Bahrain - Victorious auf der 13. Etappe der Tour de France 2026 an der Spitze des Feldes zu sehen. Obwohl das Team scheinbar kein klares Etappenziel verfolgte, betont Sportdirektor Enrico Gasparotto, man habe schlicht im eigenen Interesse gehandelt.
Wie prognostiziert, ging die dreizehnte Etappe an die Ausreißer. Auch Bahrain - Victorious war in der 57-köpfigen Gruppe mit Matej Mohoric und Vlad Van Mechelen vertreten.
Die beiden Rouleure galten jedoch kaum als Favoriten für das Finale über den 9 Kilometer langen Ballon d’Alsace. Zudem war der Gesamtzehnte Tom Pidcock Teil der Gruppe, die zwischenzeitlich über acht Minuten Vorsprung hatte. Für Bahrain war das heikel, denn mit diesem Zeitgewinn schob sich Pidcock vor ihren eigenen GC-Hoffnungsträger Lenny Martinez.
„Pidcock ist ein sehr guter Fahrer, er stand letztes Jahr bei der Vuelta auf dem Podium einer Grand Tour. Unsere Sorge war, ihm nicht zu viel Zeit zu geben, nicht 12 oder 13 Minuten“, sagte Bahrains Sportdirektor Enrico Gasparotto anschließend zu den Reportern.
„Für UAE hätte das am Ende offensichtlich nichts geändert, aber nachdem wir zu fahren begonnen hatten, kamen Bora und Trek dazu und halfen, mehr oder weniger alle kamen. In solchen Situationen ist es am besten, sich etwas abzusprechen und zusammenzuarbeiten. So profitiert man meist mehr, als wenn jeder sein eigenes Ding macht.“
Lenny Martinez auf Etappe 12 der Tour de France 2026
Lenny Martinez bei der Tour de France 2026

Sie spielten schlicht ihre beste Karte

Mit Martinez vor der Etappe auf Rang neun der Gesamtwertung musste Bahrain - Victorious naturgemäß weniger hektisch reagieren als etwa Lidl-Trek, deren beide GC-Karten – Juan Ayuso und Mattias Skjelmose – heute von Pidcock überholt wurden.
Da ein Etappensieg für Bahrain außer Reichweite war, nachdem sowohl Mohoric als auch Van Mechelen am Ballon d’Alsace früh den Anschluss verloren, schaltete man auf Plan B um – die Absicherung der Gesamtwertung.
„Vor dem Schlussanstieg waren 57 Fahrer vorne, aber wir wussten auch, dass von diesen 57 am Ende nur wenige übrig bleiben würden“, sagte Gasparotto. „Wie so oft bei der Tour de France fährt aber jeder sein eigenes Rennen und schützt seine eigenen Interessen.“
Im Ziel blieb Pidcocks Vorsprung bei siebeneinhalb Minuten, wodurch der Pinarello Q36.5-Fahrer in der Gesamtwertung um sechs Plätze auf Rang vier sprang. Für Bahrain ist das nicht ideal, da Martinez nun 2:19 Minuten hinter Pidcock liegt, doch ohne ihr Tempo hätte es schlimmer kommen können.
„Am Ende liegt jeder innerhalb von zweieinhalb Minuten“, sagte Gasparotto. „Genau das wollten wir.“
Vor dem Start der Freitags-Etappe hatte Martinez erklärt, dass angesichts von Pogacars Dominanz an den Anstiegen ein Platz in den Top Ten sein übergeordnetes Tour-Ziel sei und das Bergtrikot in den Hintergrund rücke.
„Wenn Tadej beim Bergtrikot zu dominant ist, werden wir die Strategie ändern.“
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