„Wir peilen den Gesamtsieg an“ – Visma will erfolgreiche Polen-Rundfahrt im abschließenden Einzelzeitfahren mit dem Titel krönen

Radsport
durch Nic Gayer
Sonntag, 09 August 2026 um 8:00
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Die Polen-Rundfahrt 2026 steuert auf ein hochspannendes Finale zu. Am Sonntag fällt die Entscheidung im abschließenden, 12,5 Kilometer langen Einzelzeitfahren. Nach dem Sieg von Louis Barré auf der vorletzten Etappe liegen die Favoriten im Gesamtklassement weiterhin nur wenige Sekunden auseinander.
Der zweitplatzierte Cristian Scaroni übernimmt dennoch das Leadertrikot. Der Profi von XDS Astana entthront Bart Lemmen, der auf den dritten Gesamtrang zurückfällt, während sich Barre auf Platz zwei verbessert. Gerade einmal fünf Sekunden trennen die drei Fahrer an der Spitze.

Selbst Romeo darf noch vom Gesamtsieg träumen

Im Kampf um den Gesamtsieg ist vor dem abschließenden Zeitfahren allerdings noch längst nichts entschieden. Selbst der Gesamtzehnte Ivan Romeo, der 33 Sekunden hinter Spitzenreiter Scaroni liegt, darf sich aufgrund seiner Qualitäten gegen die Uhr noch berechtigte Hoffnungen darauf machen, am Sonntag das Gelbe Trikot zu erobern.
Louis Barre bei der Polen-Rundfahrt 2026.
Louis Barre feiert auf der vorletzten Etappe der Polen-Rundfahrt 2026 einen starken Sieg und darf vor dem abschließenden Zeitfahren weiter vom Gesamterfolg träumen.
Für Visma - Lease a Bike hat sich die Ausgangslage unterdessen nicht grundlegend verändert. Keiner der drei Erstplatzierten gilt als herausragender Zeitfahrer, entsprechend schwierig dürfte es für das Trio werden, seine Positionen zu verteidigen. Davon könnte Wilco Kelderman profitieren: Der Gesamt-13. liegt 38 Sekunden hinter Scaroni und ist normalerweise deutlich stärker gegen die Uhr. Nach dem Zeitfahren könnte er deshalb sogar der bestplatzierte Fahrer von Visma - Lease a Bike sein.
„Schade, dass wir das Leadertrikot verloren haben, aber das Zeitfahren steht noch bevor und wir peilen weiterhin den Gesamtsieg an“, erklärte Barre im Ziel optimistisch.

Barre wartet nicht lange und belohnt sich mit dem Etappensieg

Bereits am vorletzten Anstieg hinauf zum Bukowina Resort ergriff Barre die Initiative. Dabei ließ er sich offenbar vom weitreichenden Angriff seines Teamkollegen Lemmen auf der vierten Etappe inspirieren. Genau wie dem Niederländer gelang es auch Barre, Astana-Kapitän Scaroni auf Distanz zu halten und seinen Vorstoß mit dem Etappensieg zu krönen.
„Mein Angriff heute kam aus der sehr guten Form und dem Wunsch, das gestrige Podium wettzumachen. Ein großes Dankeschön an das ganze Team für die harte Arbeit – das ist unser gemeinsamer Erfolg. Morgen gebe ich alles, und dann sehen wir, was das Zeitfahren bringt.“

Scaroni steht vor einer „Mission Impossible“

Obwohl Barre seinen Etappensieg mit deutlichem Vorsprung feiern konnte, übernimmt Cristian Scaroni das Leadertrikot. Sein Polster ist allerdings denkbar klein. Angesichts der Tatsache, dass das Zeitfahren nicht zu den größten Stärken des Italieners zählt, dürfte es für ihn am Sonntag vor allem darum gehen, den Schaden so gering wie möglich zu halten.
„Ehrlich gesagt habe ich nicht damit gerechnet, heute das Leadertrikot zu übernehmen. Zu Beginn der Etappe fühlte ich mich nicht gut und musste im Feld ziemlich leiden, aber das ganze Team hat einen riesigen Job für mich gemacht. Visma kontrollierte über weite Strecken das Tempo, was uns entgegenkam, denn Alberto Bettiol und ich wissen, dass wir auf kurzen, steilen Rampen schnell sind“, erklärte Scaroni.
„Vor der Schlussrunde haben wir das Heft in die Hand genommen und vorne hart gearbeitet, um das Finale einzuleiten. Schade, dass ein Fahrer wegkam und wir Zweite wurden, aber ich bin extrem stolz auf die Jungs. Wir haben das Leadertrikot, und auch wenn mir das morgige Zeitfahren nicht liegt, werden wir definitiv alles geben, um das bestmögliche Resultat abzusichern.“
Abhängig von der Tagesform könnte am Sonntag sogar ein stärkerer Zeitfahrer aus den Reihen von Astana noch an Scaroni vorbeiziehen. Zwischen den beiden Italienern liegen 33 Sekunden – und durchaus möglich, dass sie die Polen-Rundfahrt letztlich auf ähnlichen Positionen beenden.
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