Enric Mas hat akzeptiert, dass der Kampf um den Sieg bei der
Vuelta a España 2026 de facto zum Duell um Rang zwei geworden ist, nachdem
Tadej Pogacar seine Rivalen beim ersten großen Bergtest in Andorra zerlegt hat.
Pogacars 50-Kilometer-Solo auf der 4. Etappe ließ Primoz Roglic in der Gesamtwertung 3:21 zurück, Mas weitere 11 Sekunden dahinter auf Rang drei. Da alle anderen Anwärter noch weiter abgeschlagen sind, macht sich der Movistar-Teamkapitän keine Illusionen darüber, wie der Rest der Rundfahrt aussieht.
„Wir kämpfen um Platz zwei, ums Podium und um die Realität. Das wussten wir schon, bevor wir hier ankamen“, räumte Mas nach dem Ziel in Andorra la Vella ein.
Für Mas bedeutet diese Feststellung nicht, dass es nichts mehr zu gewinnen gibt. Zwischen Roglic auf Platz zwei und Felix Gall auf Platz sieben liegen nur 36 Sekunden. Hinter Pogacar ist der Kampf trotz der riesigen Lücke zum Roten Trikot außergewöhnlich eng.
„Das Team war eine glatte 10 von 10“
Movistar hatte die 4. Etappe lange vor Pogacars Attacke, die letztlich den Tag entschied, schwer gemacht.
Das spanische Team agierte in der aggressiven Anfangsphase aktiv, bevor das Decathlon CMA CGM Team am Port d'Envalira und in Richtung Collada de Beixalis besonders hart aufs Tempo drückte. Mas blieb unter den stärksten GC-Fahrern, als Pogacar davonzog, und zeigte sich besonders zufrieden mit der Unterstützung. „Das Team war eine glatte 10 von 10. Sie haben ein richtig hartes Tempo gesetzt“, sagte er.
Mas konnte diese Arbeit nicht in eine Lücke gegenüber jenen Fahrern ummünzen, die nun wie seine direkten Podiumsrivalen aussehen. „Auch wenn ich heute keine Sekunden gutmachen konnte. Sehr zufrieden“, fügte er an.
Die Verfolgung hinter Pogacar zerfiel mehrfach. Gall und Oscar Onley rissen zunächst ein Loch, bevor Roglic schloss, dann kamen Mas und Sepp Kuss dazu. Richard Carapaz, Mattias Skjelmose und Jarno Widar stellten auf der Abfahrt vor dem Alto de La Comella wieder den Anschluss her. „Wir waren in einer sehr guten Gruppe, dann kam die Carapaz-Gruppe in der Abfahrt zu uns zurück und wir machten weiter“, erklärte Mas.
Mas richtet den Blick auf den Podiumskampf
Das Ergebnis lässt Mas gesamt Dritter bei 3:32 Rückstand, nur 11 Sekunden hinter Roglic und 12 vor Kuss. Onley, Carapaz und Gall liegen ebenfalls innerhalb weiterer 25 Sekunden. Es stehen noch 17 Etappen aus, und Mas stellte klar, dass Movistar keineswegs nur verteidigen will. „Wir werden weiter kämpfen“, betonte er.
Seine Einschätzung des Fahrers mehr als drei Minuten voraus fiel deutlich einfacher aus: „Die Realität ist, dass Tadej Pogacar der Beste ist.“
Pogacar hat das Rote Trikot womöglich schon außer Reichweite gerückt, doch Mas verlässt Andorra als zentraler Akteur in einem Podiumskampf, in dem zwischen Rang zwei und sieben nur 36 Sekunden liegen.