Rolf Sörensen, ehemaliger Tour-de-France-Etappensieger und einer der führenden Radsportanalysten Dänemarks, sieht
Jonas Vingegaard nach dessen dominantem Giro d’Italia auf einem neuen Niveau. Der Kapitän von
Team Visma | Lease a Bike sei nun wieder in der Lage,
Tadej Pogacar Paroli zu bieten.
Vingegaard wird Rom voraussichtlich mit dem Maglia Rosa, fünf Etappensiegen und der Grand-Tour-Triple-Crown verlassen, nachdem er den Giro über drei Wochen hinweg kontrolliert hat. Sein abschließender Bergauftritt am Piancavallo war ein weiteres Ausrufezeichen: Er griff elf Kilometer vor dem Ziel an, ließ Felix Gall stehen und fuhr solo zu einem weiteren Etappensieg.
Pogacar bleibt nach zwei aufeinanderfolgenden Tour-de-France-Siegen und dominanten Leistungen in den vergangenen beiden Saisons der Maßstab im modernen Radsport. Sörensen erwartet dennoch ein deutlich engeres Duell als zuletzt.
„Pogacar war in den vergangenen Jahren eindeutig der Beste der Welt. Aber ich glaube, Vingegaard ist jetzt auf einem Niveau, das Pogacar entspricht“,
sagte Sörensen bei TV 2 Sport. „Damit muss man vorsichtig sein, aber ich glaube, so ist es. Das verheißt wirklich Gutes für die Tour de France.“
Vingegaard verlässt den Giro mit einer Ansage für die Tour
Vingegaards Giro war weit mehr als ein kontrollierter erster Schritt Richtung Tour. Er gewann mehrfach, baute seinen Vorsprung auf den härtesten Anstiegen konsequent aus und beendete die letzte Bergetappe mit einem weiteren Solo-Statement.
Sein Gesamtvorsprung auf Gall beträgt 5:22, mit nur noch der Schlussetappe in Rom. Jai Hindley, Thymen Arensman und Derek Gee-West kämpften um die weiteren Podestplätze dahinter, während Vingegaard das Rennen nutzte, um Form aufzubauen und Siege zu sammeln, statt nur Rosa zu verteidigen.
Zwar traf Vingegaard beim Giro nicht direkt auf Pogačar, doch das in Italien gezeigte Niveau rückt die Rivalität vor dem Tour-Start in Barcelona am 04.07. wieder ins Zentrum der Debatte.
Jonas Vingegaard in action at the 2026 Giro d'Italia
Tour-de-France-Rivalität rückt wieder in den Fokus
Die Tour de France 2026 wirkt nun anders als noch vor dem Giro. Pogačar wird weiterhin als dominierende Kraft des Sports anreisen, seine jüngsten Grand-Tour- und Eintages-Erfolge halten ihn an der Spitze der Hierarchie.
Vingegaards Giro liefert Visma | Lease a Bike jedoch ein starkes Gegengewicht. Fünf Etappensiege, wiederholte Überlegenheit in den Bergen und nahezu komplette Kontrolle des Gesamtklassements lassen den Dänen dem Fahrer wieder sehr nahekommen, der Pogačar bereits zweimal bei der Tour geschlagen hat.
Strecke, Teams und das direkte Duell werden den Rest entscheiden. Sørensens Einschätzung erhöht die Spannung vor dem Auftakt. Erstmals seit Längerem wirkt die Frage im Juli nicht mehr, ob Vingegaard wieder in den Kampf zurückkehren kann. Nach drei Wochen in Italien ist er es aus Sørensens Sicht bereits.