„Vielleicht erreiche ich nie die Spitzenklasse“ – Quinn Simmons zweifelt trotz seines Durchbruchs im Jahr 2026 an seinem Karrierepotenzial
Radsport
Vierter bei der Weltmeisterschaft, Vierter in Montréal, Fünfter in Québec und erneut Vierter bei Tre Valli Varesine. In den letzten Wochen der Saison 2026 mischte Quinn Simmons bei einigen der größten Eintagesrennen seines Kalenders immer wieder vorne mit.
Der 25-Jährige beendet seine Saison am Sonntag beim Japan Cup in Utsunomiya. Erneut hat er Fortschritte gemacht, doch der Sieg auf allerhöchstem Niveau, dem er nachjagt, fehlt weiterhin.
„Bei vielen großen Rennen war ich über mehrere Jahre hinweg ziemlich nah dran, aber ganz geschafft habe ich es noch nicht“, sagte Simmons vor der Lombardei-Rundfahrt zu Domestique. „Ich glaube weiterhin, dass ich es schaffen kann, aber vielleicht gelingt es mir auch nicht. Vielleicht erreiche ich nie die absolute Spitze. Aber zumindest versuche ich es weiter und glaube daran.“

Quinn Simmons bei der Weltmeisterschaft 2026 in Montréal
Vom Junioren-Weltmeister zu den großen Finals
Die Erwartungen an Simmons reichen bis ins Jahr 2019 zurück. Damals wurde er in Yorkshire Junioren-Weltmeister im Straßenrennen und wechselte in der folgenden Saison direkt zu Trek-Segafredo in die WorldTour. Den üblichen Entwicklungsschritt in der U23-Kategorie übersprang er.
Schon früh deutete sich an, was folgen könnte. In seiner ersten Profisaison wurde Simmons Sechster bei der Bretagne Classic. 2021 gewann er eine Etappe und die Gesamtwertung der Tour de Wallonie. 2022 folgte Rang sieben bei Strade Bianche, ein Jahr später holte er seinen ersten US-Meistertitel im Straßenrennen der Elite.
Ein schwerer Sturz und eine Gehirnerschütterung beeinträchtigten seine Tour de France 2023. Seine Saison 2024 umfasste fünf Monate ohne Rennen. Im September war Simmons bei der Weltmeisterschaft in Zürich jedoch wieder unter den Besten und belegte hinter Tadej Pogacar den neunten Platz.
2025 kamen die Ergebnisse deutlich regelmäßiger. Simmons gewann sowohl die Volta a Catalunya als auch die Tour de Suisse, holte sich den US-Meistertitel im Straßenrennen zurück und wurde bei einer Tour-de-France-Etappe Zweiter. Rang drei beim GP de Montréal und Platz vier bei der Lombardei-Rundfahrt hoben seine Saison anschließend auf ein neues Niveau.
Bei der Lombardei-Rundfahrt versuchte Simmons, dem erwarteten Angriff von Pogacar zuvorzukommen, statt darauf zu warten. Er setzte auf eine Attacke aus großer Distanz und verpasste am Ende knapp das Podium.
Simmons macht 2026 den nächsten Schritt
Zu Beginn des Jahres 2026 wurde Simmons Zweiter beim GP Miguel Indurain. Im Juni folgte ein weiterer Sieg. Anschließend verteidigte er seinen US-Meistertitel im Straßenrennen erfolgreich mit einer Soloattacke und sicherte sich zum dritten Mal nach 2023 und 2025 das Sternenbanner-Trikot.
Auch bei der Tour de France verband er seine eigenen Ambitionen mit einem großen Arbeitspensum für Lidl-Trek. Auf dem Weg nach Foix verbrachte Simmons 168 Kilometer in der Ausreißergruppe und wurde hinter seinem Teamkollegen Mads Pedersen Zweiter. Über die drei Wochen hinweg attackierte er immer wieder und wurde zum zweiten Mal in Folge als bester Teamkollege der Tour ausgezeichnet.
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Zudem belegte er in der Gesamtwertung Rang 18 und wurde auf der Etappe zum Plateau de Solaison Zehnter, obwohl er ohne Ambitionen auf die Gesamtwertung ins Rennen gegangen war.
Nach der Tour folgte auf Rang fünf in Québec zwei Tage später der vierte Platz in Montréal. Dort fand anschließend auch die Weltmeisterschaft statt.
Rund 85 Kilometer vor dem Ziel griff Simmons gemeinsam mit Mathieu van der Poel und Wout van Aert an. Später störte er zusammen mit Matteo Jorgenson die Verfolgung, nachdem Brandon McNulty allein davongefahren war. McNulty behauptete seinen Vorsprung und wurde der erste US-amerikanische Sieger des Straßenrennens der Männer-Elite seit 33 Jahren. Simmons belegte aus der Verfolgergruppe dennoch den vierten Platz.
„Es war ein riesiger Tag für den US-amerikanischen Radsport. Wahrscheinlich haben wir noch gar nicht begriffen, wie bedeutend er war“, sagte Simmons. „Es war 33 Jahre her, seit wir das Trikot gewonnen hatten, und dann ist es uns auf diese Weise gelungen. Das wird viele unserer Karrieren prägen.“
Bei Tre Valli Varesine folgte ein weiterer vierter Platz. Mit Blick auf das Jahr 2026 räumte Simmons eine „gewisse Enttäuschung“ ein, nachdem er seine beiden größten Ziele verpasst hatte. „Mit der Art, wie ich gefahren bin, muss ich zufrieden sein. Ich glaube, ich habe im Vergleich zum Vorjahr einen Schritt nach vorn gemacht, auch wenn ich nicht viel gewonnen habe“, sagte er. „Ich habe gezeigt, dass ich bei den großen Rennen zumindest mitmischen kann. Nur das letzte Puzzleteil hat gefehlt.“
Die Tour bleibt im Mittelpunkt von Simmons' Plänen
Die Tour de France bleibt das Rennen, an dem Simmons seine Saison ausrichten will. Bei zwei Austragungen in Folge verband er eigene Etappenziele mit umfangreicher Arbeit für Lidl-Trek, insbesondere zur Unterstützung von Pedersens Ambitionen im Kampf um das Grüne Trikot.
Der zweite Platz in Foix war sein jüngster Beinahe-Erfolg. „Ich glaube, ich habe eine ähnliche Tour wie im vergangenen Jahr gefahren, und diesmal war ich noch ein paar Prozent besser“, sagte Simmons. „Natürlich wollte ich die Etappe gewinnen, aber mit meiner Fahrweise muss ich zufriedener sein. Wenn ich mich so weiterentwickle, kann das nächste Jahr noch besser werden.“
Sein Rennprogramm für 2027 steht noch nicht fest. Eine Rückkehr zu Strade Bianche ist trotz seiner Stürze und seines Pechs bei diesem Rennen möglich. Simmons hat außerdem die Möglichkeit ins Spiel gebracht, endlich die Flandern-Rundfahrt in Angriff zu nehmen. „Vielleicht versuchen wir es in Flandern“, sagte er. Die Entscheidung steht noch gemeinsam mit Lidl-Trek aus.
Der Juli ist bereits deutlich klarer. „Mein Blick ist ganz sicher schon auf die Tour gerichtet“, sagte Simmons und machte anschließend seine Priorität deutlich: „Für mich wird die Tour aber jedes Jahr das größte Ziel sein.“
Mit dem Japan Cup endet an diesem Wochenende seine siebte Profisaison. Simmons hat bereits angedeutet, dass ihm die Weltmeisterschaft 2027 in Frankreich möglicherweise zu schwer sein könnte. Damit bilden eine weitere Tour de France und der Etappensieg, dem er in den vergangenen beiden Julis nachjagte, die klarsten Fixpunkte seiner kommenden Saison.

Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Radsportaktuell.de und berichtet über den professionellen Radsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Liveblogs zu wichtigen Renntagen und Etappen, bei denen er das Geschehen in Echtzeit begleitet und Ergebnisse sowie taktische Entwicklungen fortlaufend einordnet. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um Teams, Fahrer und den Rennkalender.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattformen vernetzt, darunter Nicolas Gayer und Oliver Ried. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
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- Hoffe sie setzen sich durch, ist überfällig und so kann's ja echt nicht weitergehen.Bonos10-10-2026
- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026










