UCI schickt YouTuber Benji Naesen wegen kritischer Kommentare eine Unterlassungsaufforderung

Radsport
Samstag, 11 April 2026 um 16:21
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Der Radsportweltverband UCI hat dem belgischen YouTuber, Podcaster und Social-Media-Profil Benji Naesen eine Unterlassungsaufforderung zugestellt und mit rechtlichen Schritten gedroht.

UCI droht Kritiker Benji Naesen rechtlich – Ärger um Zensur im Radsport

Naesen ist ein belgischer YouTuber, Co-Host des Lanterne Rouge Cycling Podcast und hat in der Vergangenheit mit mehreren WorldTour-Teams kooperiert. Aktuell arbeitet er zudem mit verschiedenen Marken im Radsport zusammen. In den sozialen Medien ist er eine prominente Stimme, die regelmäßig kommentiert – und die UCI dabei oft deutlich kritisiert.
Die Unterlassungsaufforderung kam von einem anonym gehaltenen UCI-Vertreter. Moniert wurden „unnötig beleidigende“ Kommentare und laut Schreiben: „Mehrere Vorkommnisse von Aussagen, die als ehrverletzend gegenüber unserer Organisation und/oder ihren gewählten Vertretern anzusehen sind.“ Zudem stellt die UCI klar, dass sie formelle Schritte einleiten oder Beschwerde einreichen werde, falls derlei Kommentare fortgeführt werden.
Ein konkretes Beispiel solcher Aussagen lieferte die UCI jedoch nicht. Naesen machte das Schreiben am Morgen in den sozialen Medien öffentlich und kündigte an, beim UCI-Ethikkomitee Beschwerde gegen den Absender eingereicht zu haben. Online erhielt er rasch breite Unterstützung, viele werten das Vorgehen der UCI als aktive Drohung gegen eine kritische Stimme im Sport.
In den vergangenen Jahren stand der Weltverband vor allem wegen Sicherheitsmängeln und uneinheitlicher Regelauslegung in der Kritik, während er gleichzeitig spürbaren Aufwand in Randthemen steckt – die Debatte um Sockenlängen gilt als prominentes Beispiel.
Nach den Weltmeisterschaften 2024, als Muriel Furrier während des Juniorinnen-Rennens verstarb, entbrannte scharfe Kritik am fehlenden Tracker für alle Fahrerinnen, was den Tod der Schweizerin möglicherweise hätte verhindern können. Ein Jahr später geriet die UCI erneut unter Druck, nachdem Präsident David Lappartient öffentlich gratulierte und in sehr freundschaftlichem Umgang mit Rwandas Präsident Paul Kagame zu sehen war, dem weithin ein autoritäres Regime attestiert wird. In diesem Zusammenhang wurde einem belgischen Journalisten die Reise ins Land zur Berichterstattung verwehrt, weil er zuvor die UCI-Entscheidung kritisiert hatte, die WM in der ostafrikanischen Nation auszurichten.
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