INEOS Grenadiers stehen offenbar kurz vor der Verpflichtung eines weiteren kolumbianischen Kletterers. Wie der renommierte Journalist Daniel Benson berichtet, befindet sich ein Dreijahresvertrag mit
Harold Tejada auf der Zielgeraden.
Laut
Bensons aktuellem Transfer-Update gilt der 28-Jährige, der derzeit für das
XDS Astana Team fährt, als zentrales Transferziel der Briten. INEOS plant demnach eine gezielte Verstärkung seiner Kletterfraktion und hat dafür mindestens zwei Kaderplätze vorgesehen.
Kolumbianische Tradition bei INEOS setzt sich fort
Tejada bringt eine überzeugende Saisonbilanz mit: Ein Etappensieg bei Paris–Nizza sowie Rang vier in der Gesamtwertung der UAE Tour unterstreichen seine offensive Fahrweise und seine wachsende Konstanz auf WorldTour-Niveau.
Harold Tejada steht offenbar kurz vor einem Wechsel zu INEOS Grenadiers und soll dort die Kletterfraktion verstärken
Sollte der Wechsel zustande kommen, würde Tejada eine lange Tradition kolumbianischer Kletterer bei INEOS Grenadiers fortführen. Bereits in den Jahren des Team Sky prägten Fahrer wie Rigoberto Urán und Sergio Henao die Kletterachse der Mannschaft, bevor Egan Bernal später zum Grand-Tour-Sieger aufstieg. Auch Daniel Felipe Martínez gehörte zwischen 2021 und 2023 zum Team, während mit Bernal und Brandon Rivera weiterhin zwei Kolumbianer Teil des Aufgebots für 2026 sind.
Tejada dürfte allerdings nicht mit denselben Erwartungen wie Bernal ins Team wechseln – gleichzeitig ist er auch nicht ausschließlich als Helfer eingeplant. Vielmehr entspricht sein Profil einem Fahrertyp, der im Hochgebirge zuverlässig unterstützen kann und zugleich Freiheiten erhält, eigene Resultate anzustreben.
Genau diese Balance scheint INEOS Grenadiers derzeit anzustreben, um die Klettertiefe im Kader neu aufzubauen und im direkten Vergleich mit Rivalen wie UAE Team Emirates - XRG und Visma - Lease a Bike konkurrenzfähig zu bleiben.
Ein moderner Rundfahrer mit vielseitigem Profil
Auch sportlich passt Tejada in dieses Konzept. Anders als klassische Leichtgewichts-Kletterer bringt der Kolumbianer ein vielseitiges Profil mit, das ihm sowohl im Hochgebirge als auch in Gesamtwertungen größere Handlungsspielräume eröffnet.
Sein Etappensieg bei Paris–Nizza im Frühjahr unterstrich diese Vielseitigkeit eindrucksvoll: Die Entscheidung fiel nicht an einem klassischen Schlussanstieg, sondern durch eine präzise gesetzte Soloattacke auf welligem Terrain. In Kombination mit Rang vier bei der UAE Tour deutet das auf einen Fahrer hin, der sich zunehmend im Spitzenfeld großer Rundfahrten etabliert.
Mit einem geplanten Start bei der Tour de France im Sommer zeigt seine Formkurve weiterhin klar nach oben – eine Phase in der Karriere, in der Konstanz häufig zum entscheidenden Leistungsmerkmal wird.
Für INEOS Grenadiers könnte genau diese Verlässlichkeit ebenso wertvoll sein wie reine Spitzenleistung, zumal sich die Teamstruktur in den vergangenen Jahren zunehmend von einem klaren Grand-Tour-Kapitän hin zu einem flexibleren Mehrfach-Leader-Modell entwickelt hat.
Sollte der Transfer bestätigt werden, wäre die Verpflichtung weniger ein spektakulärer Strategiewechsel als vielmehr die konsequente Fortsetzung einer Entwicklungslinie, die das Team seit über einem Jahrzehnt prägt.