Die Lloyds
Tour of Britain 2026 findet vom 02. bis 06.09.2026 statt und zählt zu den wichtigsten Vorbereitungsrennen auf die
Weltmeisterschaften – zugleich ist sie Großbritanniens bedeutendstes Straßenrennen. Wie jedes Jahr sind über fünf Tage Top-Klassikerspezialisten und Sprinter am Start. Wir blicken auf alle Etappen, analysieren die Profile und geben tägliche Prognosen.
Das Rennen wurde erstmals 1987 ausgetragen, Premierensieger war Joey McLoughlin. Noch vor einer mehrjährigen Pause Mitte der 90er standen Fahrer wie Max Sciandri und Maurizio Fondriest ganz oben. Viele Klassikerstars haben die Rundfahrt gewonnen, darunter große Namen wie Edvald Boasson Hagen, Lars Boom, Dylan van Baarle, Julian Alaphilippe, Mathieu van der Poel, Wout Van Aert. Auch Bradley Wiggins triumphierte einst in Großbritannien.
Im vergangenen Jahr holte Romain Grégoire den Gesamtsieg vor den Ex-Weltmeistern Remco Evenepoel und Julian Alaphilippe.
Etappen Tour of Britain 2026
| Etappe | Datum | Startort | Zielort | Distanz (km) | Typ | Start (ca.) | Ziel (ca.) |
| 1 | Mi 02.09. | Lincoln | Lincoln | 182,5 | Hügelig | 10:30 | ~14:50 |
| 2 | Do 03.09. | Boston | Skegness | 181,1 | Flach | 10:30 | ~14:40 |
| 3 | Fr 04.09. | Hull | Beverley | 196 | Flach | 10:30 | ~14:43 |
| 4 | Sa 05.09. | Helmsley | Leyburn | 164 | Hügelig | 11:00 | ~14:47 |
| 5 | So 06.09. | Earlston | Earlston | 159 | Flach | 11:00 | ~14:45 |
Vorschau Tour of Britain 2026 Gesamtwertung
Die Gesamtwertung dürfte sich nur auf zwei Etappen entscheiden: zum einen am Auftakttag, an dem es vor allem auf Positionierung im Finale ankommt. Dann auf Etappe 4 mit einem relativ langen Anstieg, der noch Abstände ermöglichen kann.
Tom Pidcock passt perfekt zu diesem Profil und muss hier kaum mit Überzahlattacken rechnen. Direkt nach dem MTB-WM-Titel ist er der Topfavorit.
UAE bringt mit Tim Wellens, Florian Vermeersch, Felix Grossschartner und Benoît Cosnefroy mehrere Anwärter für die Gesamtwertung. Das Team muss seine Breite ausspielen, um das Rennen zu gewinnen.
Ilan van WIlder, Yannis Voisard und Aurélien Paret-Peintre sind eher für längere Belastungen gemacht und können im Kampf mitmischen, während mit schnelleren Fahrern wie Filippo Ganna, Connor Swift und Laurenz Rex ebenfalls gefährliche Namen dabei sind.
Vorschau Tour of Britain 2026 – Gesamtwertung
Die Entscheidung in der Gesamtwertung dürfte auf lediglich zwei Etappen fallen. Die erste davon ist bereits der Auftakt, bei dem taktische Spielereien kaum eine Rolle spielen werden und es vor allem auf eine gute Positionierung vor dem Finale ankommt. Auf der 4. Etappe wartet dann ein relativ langer Anstieg, an dem noch einmal größere Abstände entstehen können.
UAE geht mit Tim Wellens, Florian Vermeersch, Felix Großschartner und Benoît Cosnefroy gleich mit mehreren Fahrern ins Rennen, die um die Gesamtwertung kämpfen können. Wenn das Team diese Rundfahrt gewinnen möchte, muss es diese personelle Stärke entsprechend ausspielen.
Ilan van Wilder, Yannis Voisard und Aurélien Paret-Peintre liegen längere Anstiege und Ausdauerbelastungen etwas besser und auch sie können im Kampf um die Gesamtwertung eine wichtige Rolle spielen. Unter den schnelleren Fahrertypen könnten hingegen Fahrer wie Filippo Ganna, Connor Swift und Laurenz Rex zur Gefahr werden.
Prognose Tour of Britain 2026 – Gesamtwertung
*** Ilan van Wilder, Tim Wellens
** Yannis Voisard, Benoît Cosnefroy
- Felix Großschartner, Aurélien Paret-Peintre, Filippo Ganna
Tipp: Tim Wellens
Vorschau Tour of Britain 2026, 1. Etappe
Auf der Auftaktetappe wird es vor allem auf die Positionierung vor dem entscheidenden Anstieg ankommen. Sowohl die Sprinter als auch die Puncheure können hier um den Sieg kämpfen. Olav Kooij dürfte der Topfavorit sein. In diesem Fahrerfeld und mit seiner aktuellen Form sollte er den Anstieg überstehen und anschließend noch genügend Kraft für den Sprint haben.
Doch auch die Puncheure haben mindestens ebenso gute Chancen. Ein Fahrer wie Benoît Cosnefroy gehört bei derartigen explosiven Anstrengungen zu den Besten der Welt und dürfte im Finale entsprechend gefährlich werden.
Laurenz Rex, Tim Wellens, Aurélien Paret-Peintre, Ethan Vernon, Matteo Trentin, Rick Pluimers und Filippo Ganna gehören ebenfalls zu den Außenseitern mit Chancen auf den Etappensieg.
Prognose Tour of Britain 2026, 1. Etappe
*** Olav Kooij
** Benoît Cosnefroy, Laurenz Rex
- Tim Wellens, Aurélien Paret-Peintre, Tim Merlier, Filippo Ganna, Ethan Vernon, Jake Stewart, Matteo Trentin, Rick Pluimers
Tipp: Olav Kooij
Wie: Sprint aus einem reduzierten Feld.
Profil Etappe 1: Lincoln - Lincoln
Lincoln - Lincoln, 182 Kilometer
Der Start erfolgt in Lincoln – vielleicht mit der wichtigsten Etappe der Rundfahrt. Große Anstiege fehlen in diesem Jahr, daher fällt die Entscheidung in Sekundenbruchteilen, voraussichtlich auch durch Bonifikationen.
In der ikonischen britischen Stadt fällt die Eröffnung auf einem der berühmtesten Finale des Landes.
In Lincoln fahren die Profis einen Rundkurs über Michaelgate, den 400 Meter langen Anstieg mit etwas über 10% im Schnitt, der die erste Etappe entscheidet. Im Schlusskurs geht es fünfmal hinauf, das Ende des Anstiegs liegt 500 Meter vor der Ziellinie.
Profil Etappe 2: Boston - Skegness
Boston - Skegness, 181 Kilometer
Etappe 2 startet in Boston und führt die Fahrer durch einen flachen Tag im Osten des Landes. Alles spricht für die Sprinter, ohne erkennbares Hindernis, nach 181 Kilometern mit Zielankunft in Skegness.
Profil Etappe 3: Hull - Beverley
Hull - Beverley, 196 Kilometer
Etappe 3 beginnt in Hull und verspricht erneut einen Tag für die Sprinter. Es stehen zwar einige kleinere, kategorisierte Anstiege auf dem Programm, doch echte Berge sind es nicht.
In Beverley angekommen, wartet ein Rundkurs über drei Runden, der mit einem kurzen Anstieg ins Ziel endet.
Profil Etappe 4: Helmsley - Leyburn
Helmsley - Helmsley, 164 Kilometer
Möglicherweise die Königsetappe: Der vierte Tag der Tour of Britain startet und endet in Helmsley. Mehrere Anstiege im Verlauf können das Gesamtklassement prägen.
Besonders entscheidend dürften die letzten 65 Kilometer werden. 2,4 km mit 6,3% (noch 64 km); der Anstieg nach Redmire (3,5 km; 8,2%; noch 40,5 km) und direkt danach ein Hügel mit 2,2 km bei 5,6%, dessen Kuppe 35 Kilometer vor dem Ziel liegt.
Auf dieser Doppelsequenz müssen die besten Kletterer Zeit gutmachen, um sich Vorteile für den Gesamtsieg zu erarbeiten.
Gelingt dort keine Selektion, könnte eine 400-Meter-Rampe mit 7% bei noch 1,5 Kilometern den Unterschied machen, ehe eine leichte Steigung bis zur Ziellinie folgt.
Profil Etappe 5: Earlston - Earlston
Earlston - Earlston, 159 Kilometer
Die Schlussetappe führt über welliges Terrain, doch im 159-Kilometer-Rundkurs um Earlston gibt es keine Anstiege, die große Abstände erwarten lassen. Eine Ausreißergruppe hat Chancen, wahrscheinlicher bleibt jedoch ein Massensprint am Ende des Tages.
Siegerliste Tour of Britain
| Jahr | 1. | 2. | 3. |
| 2025 | Romain Grégoire | Remco Evenepoel | Julian Alaphilippe |
| 2024 | Stephen Williams | Oscar Onley | Tom Donnenwirth |
| 2023 | Wout van Aert | Tobias Halland Johannessen | Damien Howson |
| 2022 | Gonzalo Serrano | Tom Pidcock | Omar Fraile |
| 2021 | Wout van Aert | Ethan Hayter | Julian Alaphilippe |
| 2020 | — | — | — |
| 2019 | Mathieu van der Poel | Matteo Trentin | Jasper De Buyst |
| 2018 | Julian Alaphilippe | Wout Poels | Primož Roglič |
| 2017 | Lars Boom | Edvald Boasson Hagen | Stefan Küng |
| 2016 | Steve Cummings | Rohan Dennis | Tom Dumoulin |
| 2015 | Edvald Boasson Hagen | Wout Poels | Owain Doull |
| 2014 | Dylan van Baarle | Michał Kwiatkowski | Bradley Wiggins |
| 2013 | Bradley Wiggins | Martin Elmiger | Simon Yates |
| 2012 | Nathan Haas | Damiano Caruso | Leigh Howard |
| 2011 | Lars Boom | Steve Cummings | Jan Bárta |
| 2010 | Michael Albasini | Borut Božič | Gregory Henderson |
| 2009 | Edvald Boasson Hagen | Chris Sutton | Martin Reimer |
| 2008 | Geoffroy Lequatre | Steve Cummings | Ian Stannard |
| 2007 | Romain Feillu | Adrián Palomares | Luke Roberts |
| 2006 | Martin Pedersen | Luis Pasamontes | Filippo Pozzato |
| 2005 | Nick Nuyens | Michael Blaudzun | Javier Cherro |
| 2004 | Mauricio Alberto Ardila | Julian Dean | Nick Nuyens |
| 1999 | Marc Wauters | Benoît Joachim | Bjørnar Vestøl |
| 1998 | Stuart O'Grady | Chris Boardman | Dariusz Baranowski |
| 1994 | Maurizio Fondriest | Viatcheslav Ekimov | Olaf Ludwig |
| 1993 | Phil Anderson | Wladimir Belli | Bo André Namtvedt |
| 1992 | Maximilian Sciandri | Adrie van der Poel | Hendrik Redant |
| 1991 | Phil Anderson | Rudy Verdonck | Heinz Imboden |
| 1990 | Michel Dernies | Robert Millar | Maurizio Fondriest |
| 1989 | Robert Millar | Mauro Gianetti | Remig Stumpf |
| 1988 | Malcolm Elliott | Joey McLoughlin | Sean Kelly |
| 1987 | Joey McLoughlin | Steven Rooks | Sergio Finazzi |