Tadej Pogacar hat seinen bislang besten Frühling hingelegt: Siege bei Milano–Sanremo, der Flandern-Rundfahrt, Lüttich–Bastogne–Lüttich und Strade Bianche – einzig die Tour de Romandie blieb außen vor.
Nun richtet er den Blick auf die Tour de France, bei der er möglicherweise sein bislang höchstes Niveau erreicht.
2026-Pogacar stärker als der Tour-Pogacar 2024?
Die Werte sind extrem, aber sie zeichnen ein Bild. Im Rennen war es die Tour 2024, bei der sowohl Pogacar als auch Jonas Vingegaard und Remco Evenepoel ihre besten Kletterzahlen überhaupt erreichten. Die Anstiege zum Plateau de Beille und nach Isola 2000 ermöglichten Leistungen, die seither nicht mehr reproduziert wurden.
2025 jedoch sorgten die Ermüdung einer dreiwöchigen Rundfahrt, in der Visma auf permanente Attacken setzte, sowie eine erste Woche mit explosiven Hügeletappen, einem Zeitfahren, Seitenwind und mehr dafür, dass das Duo in den Hochalpen nicht mehr ganz an seine absoluten Bestwerte herankam.
Pogacar hat Vismas Taktik für die kommende Grande Boucle nicht in der Hand; seine aktuelle Form bei der Tour de Suisse zeigt jedoch, dass er hervorragend drauf ist. Entscheidend ist nicht nur der Eindruck auf der Straße, sondern auch, was Pogacar selbst über seine Trainingswerte sagt.
Die bislang beste Version von Pogacar?
Das Training des Weltmeisters nach den Klassikern zielte auf längere Belastungen und Gewichtsreduktion ab – das Gegenteil dessen, was er für die Klassiker trainiert hatte. Offenbar hat er erreicht, was er wollte.
„Während des jüngsten Trainingslagers in der Sierra Nevada gibt es einen Anstieg, an dem ich mich schon letztes Jahr getestet habe. Damals gelang mir dort eine richtig gute Zeit“, sagte Pogacar gegenüber
L'Équipe. „Ich weiß noch, wie ich dachte: Wow, ich glaube nicht, dass ich hier je schneller fahren kann.“
„Dieses Jahr habe ich am Ende des Trainingslagers, einfach zum Spaß, beschlossen, es nochmal zu versuchen.“ Das Ergebnis? „Am Ende war ich deutlich schneller als im Vorjahr. Also ja, ich würde sagen, ich bin stärker als 2025. Zumindest aus Trainingssicht.“
Diese Wattzahlen eins zu eins ins Rennen zu übertragen, ist naturgemäß kompliziert, denn der Sport kennt viele Variablen. Die Zeichen deuten jedoch darauf hin, dass der Fahrer von UAE Team Emirates – XRG bei der kommenden Tour de France sein bislang höchstes Niveau abrufen kann – und die Tour de Suisse voraussichtlich am Sonntagmittag für sich entscheidet.