Tour de Romandie 2026, Etappe 3: Vorschau, Profile, Favoriten und Prognosen – Wieder ein Pogacar-Sieg oder Ausreißer-Bingo mit Florian Lipowitz?

Radsport
Donnerstag, 30 April 2026 um 19:26
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Die Tour de Romandie 2026 findet vom 28.04. bis 03.05. statt und markiert Tadej Pogacars Saisonauftakt in einem Etappenrennen, bei dem auch Florian Lipowitz eine wichtige Rolle spielt. Das Schweizer Rennen ist der letzte große Härtetest vor dem Giro d’Italia und folgt direkt auf die Frühjahrsklassiker – eine Phase, in der viele ihre Saison retten wollen. Wir blicken auf Etappe 3, deren Start und Ziel auf 13:50 bzw. 17:40 CET geschätzt werden.
Erstmals 1947 ausgetragen, gewann der Belgier Désiré Keteleer die Premiere. In der frankophonen Schweiz beheimatet, weist das Rennen eine internationale Siegerliste über Generationen und Fahrertypen hinweg auf. Zahlreiche Ikonen haben hier ihre Spur hinterlassen, darunter Eddy Merckx, Bernard Thévenet, Bernard Hinault, Stephen Roche und Laurent Jalabert.
In diesem Jahrhundert nutzten bereits Cadel Evans, Bradley Wiggins und Chris Froome die Romandie vor ihren ersten Tour-de-France-Titeln. Große Namen wie Nairo Quintana, Richie Porte, Primoz Roglic und Geraint Thomas gewannen ebenfalls die Gesamtwertung eines Rennens, das zu den sieben großen Etappenrennen außerhalb der Grand Tours zählt.
Adam Yates siegte 2023, Carlos Rodríguez 2024; und 2025 gewann João Almeida die Rundfahrt am Schlusstag, nachdem er Lenny Martínez aus dem Gelben Trikot stürzte.

Streckenprofil Etappe 3: Orbe - Orbe

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 Orbe - Orbe, 176,5 Kilometer 
Etappe 3 ist ein bergiger Tag, jedoch wohl die zugänglichste der vier schweren Tagesprüfungen. Ein Tag für Baroudeure, Ausreißer-Spezialisten – unabhängig davon, ob sie Kletterer, Rouleur oder Klassikerspezialisten sind.
Der wellige Auftakt dürfte explosiv werden und begünstigt die Bildung einer starken Gruppe, während die Abstände im Klassement inzwischen groß genug sind, dass viele Fahrer ziehen lassen werden. Das Finale ist in der Regel zu hart für reine Sprinter, aber nicht selektiv genug, damit Kletterer entscheidend differenzieren – ein Terrain, in dem Chaos und taktische Cleverness regieren können.
Ein Großteil des Tages ist hügelig ohne entscheidenden Berg. Der Schlüssel folgt im letzten Viertel mit dem Col du Mollendruz – 9 Kilometer bei 6,7 %. Ein schwieriger Anstieg, aber ohne Extremrampen.
Der Gipfel liegt 33 Kilometer vor dem Ziel, danach geht es überwiegend bergab nach Orbe. Erst die finalen 10 Kilometer sind flach – ein Profil, das bei organisiertem Feld eine Verfolgung auf eine Ausreißergruppe noch ermöglicht.

Die Favoriten

Tadej Pogacar – Wie auf den meisten Etappen ist Tadej Pogacar der Topfavorit, doch dieses Profil kennt keinen klaren „Mann, den es zu schlagen gilt“. Nur Pogacar kann hier selbst den Unterschied machen – wenn er will. UAE könnte die Flucht kontrollieren und den Weltmeister am Anstieg lancieren, der dann üblicherweise die Beine für einen Solosieg hat. Müssen sie aber nicht. Ob sich der Energieaufwand für einen einzelnen Etappensieg lohnt, ist fraglich. Wahrscheinlicher ist, dass er wie bisher defensiv im Feld bleibt, Attacken kontrolliert und gegebenenfalls eine Ausreißergruppe ziehen lässt.
Ein GC-Schlagabtausch ist nicht ausgeschlossen. Die Kombi aus Anstiegsprofil, ausreißerfreundlichem Parcours und Abfahrt/Flachfinale eröffnet taktische Optionen. Die Spitzenmannschaften sollten einen Fahrer vorne platzieren, um später Handlungsspielraum zu haben. Pogacar wird niemand distanzieren, doch formstarke Fahrer wie Lenny Martínez oder Florian Lipowitz könnten attackieren; auch die übrigen Klassementfahrer werden gegeneinander stechen. Luke Plapp ist für diese Etappe prädestiniert, Movistars Jefferson Alveiro Cepeda präsentiert sich in Topform und attackiert gern an Anstiegen wie diesen. Wenn BORA die Besetzung hat, wären Angriffe durch Luke Tuckwell oder gar Primoz Roglic (der heute bewusst Zeit verlor) logisch – auch mit Blick auf einen Etappensieg.
Ein Sprint ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Mit Fahrern wie Dorian Godon, Finn Fisher-Black (beide auch aus einer Flucht vorstellbar) und Albert Philipsen könnten Teams das Rennen kontrollieren, sofern sie eine starke Gruppe im Keim ersticken.
Am wahrscheinlichsten bleibt dennoch der Ausreißersieg – ein Tag, an dem der bergige Start eine starke Gruppe ermöglicht und die späten Anstiege Attacken belohnen. Fahrer mit dem richtigen Profil, aber begrenzter Freiheit im GC, sind etwa Pablo Castrillo oder Georg Steinhauser.
Weiter hinten im Gesamtklassement werden einige Freiheiten genießen und könnten die richtige Bewegung erwischen: Valentin Paret-Peintre, Clément Champoussin, Damiano Caruso, Andrew August, Marco Frigo, Nairo Quintana oder Louis Vervaeke.

Prognose Tour de Romandie 2026 Etappe 3

*** Marco Frigo, Pablo Castrillo, Valentin Paret-Peintre
** Albert Philipsen, Finn Fisher-Black, Tadej Pogacar
* Lenny Martínez, Dorian Godon, Jefferson Alveiro Cepeda, Andrew August, Louis Vervaeke
Tipp: Marco Frigo
Wie: Solosieg aus der Ausreißergruppe nach einer Attacke am Schlussanstieg.
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