Tom Boonen rät Mathieu van der Poel, Gent-Wevelgem und die E3 Saxo Classic nicht zu riskieren

Radsport
Mittwoch, 25 März 2026 um 5:45
Mathieu van der Poel
Es musste wohl irgendwann passieren: Tadej Pogacar hat Mathieu van der Poel bei der Milano–Sanremo 2026 erstmals gebrochen. Ihr Duell wurde jedoch stark von einem Sturz vor dem Finale beeinflusst, der Pogacar schwer lädierte und Van der Poel eine sichtbare Verletzung an der linken Hand bescherte. Während der Adrenalinschub beide durch die letzte Rennstunde trug, könnten die Folgen dieses Sturzes die Kopfsteinpflaster-Monumente prägen.
Pogacar wirkte in seiner Leistung wenig beeinträchtigt und griff seine Kletterzeiten aus dem Vorjahr an, Van der Poel verlor hingegen am Poggio an Boden. Keine guten Nachrichten für die Pflaster-Klassiker, bei denen Van der Poel den Thron der Ronde van Vlaanderen zurückerobern und in Paris–Roubaix den Viererpack anpeilen will.
Kopfsteinpflaster-Legende Tom Boonen fürchtet, dass Van der Poels Handverletzung in der anstehenden Klassiker-Kampagne zum Problem werden könnte: „Ich habe die Hand gesehen, sie war geschwollen, und ich befürchte, es ist schlimmer, als wir denken“, sagte er im LSRF-Podcast.
Der Belgier teilt anschließend eigene Erfahrungen mit einem ähnlichen Dilemma: „Ich bin einmal auf die Hände gestürzt. Nichts gebrochen, aber die Sehne lag frei und die Wunde wurde genäht“, erinnert er sich. „Dann habe ich durch das Weiterfahren bei schlechtem Wetter eine Infektion entwickelt. Ich kam nur mit Ach und Krach nach Roubaix“, sagt er und deutet an, wie knapp sein Start war. „Hände sind für einen Radfahrer sehr wichtig. Ich hoffe wirklich, dass es nicht zu schlimm ist.“

Zu viel zu verlieren, zu wenig zu gewinnen

Boonen weist zudem darauf hin, dass je nach Art der Verletzung harte Witterung die Hand zusätzlich in Mitleidenschaft ziehen kann. Und die Prognose verspricht für Gent–Wevelgem und die E3 Saxo Classic sicher keinen Sonnentag. „Es ist schlimmes Wetter angesagt.“
Regen und Kälte sind das eine, doch die Flämischen Ardennen bringen im Frühjahr ein eigenes, riskantes Element mit sich. „Den Leuten ist nicht klar, dass man in Flandern dann durch nassen Mist fährt. Bauern sind mit ihren Geräten unterwegs gewesen, und die Scheiße liegt auf der Straße.“
Mathieu van der Poels größter Gegner wird Tadej Pogacar sein. Gewinnt er in Roubaix zum zweiten Mal in Folge?
Mathieu van der Poel's biggest opponent will be Tadej Pogacar. Will he prevail at Roubaix for a second year in a row?
Eine offene Wunde wird so zur offenen Tür für Infektionen. Und gegen einen Herausforderer vom Kaliber eines Tadej Pogacar mit einer Infektion anzutreten, ist das Letzte, was sich ein Fahrer wünscht. Für Boonen ist der nächste Schritt daher klar: „Im Regen zu fahren, ist sicher nicht ratsam, besonders mit Wunden. Eine Infektion kann sich schnell entwickeln, vor allem nach etwa fünf Tagen.“
Mit Blick auf die Ronde van Vlaanderen und Paris–Roubaix: Lohnt sich das Risiko für den Niederländer und sein Team Alpecin–Premier Tech? Boonen ist eindeutig: „Das sollte man wirklich vermeiden.“
Laut Boonen muss der Fokus voll auf den anstehenden Monumenten liegen. „Ich wäre Gent–Wevelgem und die E3 nicht gefahren. Vor allem mit Roubaix und Flandern im Programm. Das würde ich nicht riskieren.“
Zumal Alpecin in den Vorbereitungsrennen mit seiner zweiten Karte – Jasper Philipsen – spielen kann, während Van der Poel Körner spart und die schnelle Genesung forciert, um in zwei Wochen in Bestform zu sein. Wenn es zählt.
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