Für Thymen Arensman begann der Giro d’Italia 2025 mit einem schweren Dämpfer. Der INEOS-Grenadiers-Profi verlor auf der 1. Etappe über anderthalb Minuten auf das Maglia Rosa – ein bitterer Rückschlag für einen Fahrer, der als Gesamtklassement-Hoffnung ins Rennen gegangen war. Wie schon bei früheren Grand Tours tat sich der Niederländer erneut schwer mit dem Start – und das ging auch mental nicht spurlos an ihm vorbei.
„Ich bin einfach nur froh, dass der gestrige Tag vorbei ist“, sagte Arensman im Gespräch mit Eurosport nach dem Zeitfahren der zweiten Etappe. „Ich habe es mir selbst so schwer gemacht. Ich will nicht sagen, dass man Dämonen im Kopf hat, aber... wenn du dir selbst Druck machst und so unbedingt etwas zeigen willst, dann wird man nervös. Und genau das ist mir passiert.“
Gedankenspiele über einen Ausstieg
So niedergeschlagen war Arensman nach dem enttäuschenden Auftakt, dass er sogar daran dachte, das Rennen ganz zu beenden. „Ich wollte einfach nach Hause“, gesteht er offen. „Das war nur so ein Gedanke im Hinterkopf. Ich war unglaublich enttäuscht. Aber es ist ein Lernprozess – und ich werde jedes Mal besser.“
Trotz allem versucht der 24-Jährige, das Positive zu sehen: „Wie bei allen Rennen dieses Jahr habe ich gegen mich selbst gekämpft, aber auch Fortschritte gemacht. Lernen ist nie linear – es gibt Höhen und Tiefen. Aber ich bin froh, dass dieser erste Tag vorbei ist. Jetzt kann es nur besser werden.“
Seine Leistung im Zeitfahren der 2. Etappe wertet er bereits als Schritt nach vorn: „Es war schon deutlich besser. Ich habe es mehr genossen – und dann macht es auch wieder Spaß, einfach nur Rennen zu fahren.“
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.