Die Punktewertung der Vuelta a España gehört bislang zu den offensten Teilen des
Rennens.
Tadej Pogacar führt sie an und wurde zu den Visma-Taktiken befragt, die in der ersten Woche mit verschiedenen Fahrern auf Ergebnisse zielten.
Das Team setzt im Sprint auf
Matthew Brennan, und der Brite lieferte: Er gewann die hügelig geprägten Etappen 2 und 5. Bei der Vuelta bevorteilt das Punktesystem die Sprinter jedoch nicht so stark wie bei ASOs Tour de France. Die 30 Zähler pro Sprint reichen daher nicht, um Brennan an Pogacar heranzubringen – Sieger der Etappen 1, 4 und 6.
Nach Etappe 6 führt Pogacar mit 102 Punkten vor
Wout Van Aert mit 69 und Matthew Brennan mit 60. Visma hat zudem Christophe Laporte auf Rang fünf, während kein anderer Fahrer realistisch um die Wertung mitkämpfen kann.
Pogacar kommentiert Vismas Taktik
„Sie gehen mit zwei Fahrern auf das grüne Trikot“, sagte er gegenüber
Sporza. „Unterwegs gibt es so viele Punkte, und es sind noch 15 Etappen zu fahren. Sie müssen entscheiden, mit welchem Fahrer sie das Trikot holen wollen.“
Die Entscheidung scheint seit Rennbeginn gefallen, auf der Straße ist es jedoch nicht immer deutlich. Visma setzt in den Sprints auf Brennan, mit Wout Van Aert als Anfahrer. Für die Gesamtwertung peilt aber Van Aert das Grüne an.
Das zeigt sich daran, dass Van Aert – neben Ethan Hayter – als Einziger konsequent auf die Punkte der Zwischensprints geht. Zudem hielt das Team Brennan bewusst von leicht zu holenden Zählern fern. Gleichzeitig verzichtete auch Pogacar oft auf diese Punkte und eröffnete so dem Nichtsprinter Van Aert die Chance auf das Trikot.
Tadej Pogacar führt Gesamt-, Berg- und Punktewertung an
Van Aert jagt das grüne Trikot
In der Donnerstags-Etappe schloss sich Van Aert der Gruppe des Tages an und gewann den Zwischensprint, was ihm weitere 20 Punkte einbrachte. Der Belgier wird die Wertung voraussichtlich über Ausreißergruppen und Zähler auf hügeligen Etappen attackieren.
„Diese Punkte zu holen, wurde letztlich das Hauptziel des Tages, weil wir vorne nicht viel Freiraum bekamen“, sagte Van Aert in einer
Pressemitteilung des Teams. Der Visma-Fahrer wollte in Castelló trotz geringer Siegchancen um das Ergebnis kämpfen, traf jedoch auf harte Gegenwehr von UAE Team Emirates - XRG, die den Etappensieg wollten.
„Ich habe schnell gemerkt, dass die Ausreißergruppe wenig Spielraum bekommt. Es wäre schön gewesen, um den Etappensieg zu kämpfen, aber das war nicht drin. Pogačar in der Punktewertung zu überholen, wird nicht leicht. Er hat heute gewonnen und zusätzliche Punkte geholt.“
Auf Etappe 7 ist vom Belgier erneut Angriffsgeist aus der Gruppe zu erwarten, wenn es über eine hügelige Etappe zum Schlussanstieg nach Aramón Valdelinares geht.