„Sie müssen ihn in den Anstieg katapultieren“: Ist Van der Poel ein Geheimfavorit für Gelb zum Tour-Auftakt?

Radsport
Montag, 29 Juni 2026 um 7:00
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Die Tour de France 2026 startet mit einem unkonventionellen Mannschaftszeitfahren in Barcelona. Da jeder Fahrer seine eigene Zeit erhält, dürften die Teams mit aggressiven Strategien agieren, um Etappensieg und Gelbes Trikot zu maximieren. Belgiens Nationaltrainer Serge Pauwels sieht in diesem Format Chancen für unerwartete Anwärter und nennt Alpecin-Premier Tech mit Mathieu van der Poel als Kombination, die die etablierten Favoriten herausfordern kann.

Ein Mannschaftszeitfahren anderer Art

Die Auftaktetappe führt über 19,4 Kilometer und endet mit zwei Anstiegen, darunter der Montjuïc und eine steilere Schlussrampe ins Ziel. Weil die Fahrer individuell gestoppt werden, können Teams einige Fahrer früh als Tempomacher einsetzen, bevor sie abreißen lassen.
Im Podcast De Koffiestop erklärte Pauwels, warum dieses Format alles verändert. „Es ist ein spezielles Mannschaftszeitfahren, bei dem der erste Fahrer über die Linie zählt. So kann man Fahrer wirklich opfern.“
Er stellte das Format den klassischen Teamzeitfahren gegenüber. „Früher zählte die Zeit des vierten Fahrers. War die Etappe fünfzig Kilometer lang, musste das gesamte Team zusammenbleiben. Das ist jetzt anders, zumal es in Barcelona nur 20 Kilometer sind.“
Mathieu van der Poel im Zeitfahrmodus bei der Ronde van Zwitserland 2026
Mathieu van der Poel in time trial action at the 2026 Tour de Suisse

Van der Poel könnte profitieren

Pauwels traut Alpecin-Premier Tech zu, das Format besonders gut auszunutzen, und deutet an, dass Mathieu van der Poels starkes Einzelzeitfahren bei der Ronde van Zwitserland [er wurde Zweiter hinter Pogacar] kein Zufall war. Laut Pauwels verfügt das Team über die Fahrer, um den Niederländer in die entscheidenden Anstiege zu katapultieren.
„Der Grund, warum Van der Poel voll durchgezogen hat, ist, dass Alpecin-Premier Tech ebenfalls denkt: Das ist etwas für uns. Sie haben einen Fahrer wie Rickaert und mehrere ähnliche, die ein paar Kilometer extrem hart fahren können. Danach können sie sofort rausnehmen.“
Aus Pauwels’ Sicht könnte sich die belgische Mannschaft komplett darauf konzentrieren, Van der Poel an den entscheidenden Schlussteil zu bringen, damit er die Etappe allein beendet. „Dann müssen sie Van der Poel in den Anstieg lancieren. Ein explosiver Zweikilometer-Effort liegt ihm. Und falls nicht, eröffnet es ihm auch Chancen, an den Folgetagen das Gelbe Trikot zu holen.“
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