Samuel Sanchez ist ein Fahrer, der die Lombardei-Rundfahrt gut kennt. Im Laufe seiner Karriere wurde er zweimal Zweiter und einmal Dritter bei dem Monument. Als er jedoch sah, wie Tadej Pogacar die Ausgabe 2024 dominierte, war der Spanier fassungslos.
Im Jahr 2006 kam Sanchez 8 Sekunden hinter Paolo Bettini ins Ziel und schlug Fabian Wegmann im Schlusssprint. Im Jahr 2007 überquerte er die Ziellinie 10 Sekunden hinter den Italienern Damiano Cunego und Riccardo Riccò und schlug im Ziel Andy Schleck, Davide Rebellin, Cadel Evans, Luca Mazzanti und Thomas Dekker. Im Jahr 2009 forderte er Philippe Gilbert zum Sieg heraus, konnte ihn aber nicht schlagen. Und 2012 gewann Joaquim Rodríguez mit 10 Sekunden Vorsprung vor der Verfolgergruppe, die von Samu vor Rigoberto Urán, Mauro Santambrogio, Sergio Henao, Ryder Hesjedal, Bauke Mollema, Oliver Zaugg, Alberto Contador, Fredrik Kessiakoff, Nairo Quintana und Franco Pellizotti angeführt wurde.
Bei der Ausgabe 2024 gewann Tadej Pogacar zum vierten Mal in Folge und stellte damit den Rekord des großen Fausto Coppi ein, der in der Gesamtwertung einen Platz hinter ihm liegt und mit den vier Siegen von Learco Guerra gleichzieht. Der Vorsprung auf Remco Evenepoel betrug 3:15 Minuten, so viel wie seit Eddy Merckx im Jahr 1971 nicht mehr, als er 3:31 Minuten auf Franco Bitossi benötigte. Der größte Vorsprung seit diesem Jahr war der von Tony Rominger mit 2:33 auf Gilles Delion im Jahr 1989.
Um einen noch größeren Abstand zu sehen, muss man bis 1948 zurückgehen, als Coppi selbst 4:45 Minuten für Adolfo Leoni benötigte. Für Pogi ist es außerdem das siebte Monument in seinem Palmares. Er zieht damit mit Gino Bartali, Tom Boonen und Fabian Cancellara gleich und lässt die sechs von Henri Pélissier, Alfredo Binda, Fred De Bruyne, Francesco Moser, Moreno Argentin, Johan Museeuw und Mathieu van der Poel hinter sich. Es ist außerdem das zweite Jahr in Folge, in dem er zwei Siege in der gleichen Saison errungen hat.
Nach dem Rennen wollte Samu Sanchez seine Eindrücke von der x-ten Ausstellung des UAE Team Emirates Superstars schildern, die ihn praktisch sprachlos machte: "Pogacar ist nicht zu fassen. Was für eine Vorstellung. Diesem Pogacar kann man nicht folgen, und dann hat er auch noch ein Team, das seine Gegner dazu bringt, mit sehr wenig Energie zu seinem Angriff der Anmut zu kommen. Sie sind in der Lage, ein sehr hohes Tempo zu fahren, was dem Slowenen zugute kommt, da er einen Punkt mehr hat als die anderen. Es gibt keinen Mangel an Adjektiven, um den slowenischen Star zu beschreiben".
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.
La pratica vittoria de #iLombardia era già chiusa. È arrivato il momento di godersi gli applausi del pubblico 🎉
The mission for victory is accomplished. It is now time to enjoy the success and the applause of the public 🎉
L’ultimo / The last Km presented by @Livigno ⬇️