„Remco wollte ich ganz sicher nicht wieder heranlassen …“ – Tadej Pogačar holt sein zweites Monument 2026

Radsport
Sonntag, 05 April 2026 um 17:20
tadejpogacar
Tadej Pogacars Sieg bei der Flandern-Rundfahrt 2026 war nicht nur ein weiteres Monument in seiner Palmares, sondern ein weiterer Schritt hin zu einer potenziell beispiellosen Saison.
Frisch nach seinem ersten Triumph bei Mailand–Sanremo im Frühjahr hat der Slowene nun zwei von zwei Monumenten in diesem Jahr gewonnen und hält die Aussicht auf einen Durchmarsch über alle fünf großen Eintagesrennen am Leben.
In Oudenaarde war es jedoch alles andere als simpel. Das Rennen entwickelte sich zu einem langen, unberechenbaren Schlagabtausch, bevor es an den entscheidenden Anstiegen explodierte, wo Pogacar einmal mehr unantastbar war.

Tadej Pogacar Interview: „Es war ein Abwarten“

„Es war heute ein wirklich verrücktes Rennen“, sagte Pogacar im Ziel. „Es war super hart ab… ich weiß nicht welchem Kilometer, und es war ein Abwarten.“
Dieses Gefühl von Kontrolle und Geduld prägte seine Fahrt. Während das Feld über Kopfsteinpflaster und Anstiege in Flandern zerfiel, blieb Pogacar ruhig und wartete auf den Moment, den Druck in Selektion zu verwandeln.
Als sich die entscheidende Gruppe mit Mathieu van der Poel und Remco Evenepoel bildete, war die Zusammenarbeit kurz, aber bedeutsam. „Es war ein ordentlicher Tritt, als sich die Gruppe formte, aber ich war froh, dass wir einigermaßen kooperiert haben“, erklärte er.

Evenepoels Gefahr prägte das Rennen

Die Präsenz von Evenepoel in der Spitze wollte Pogacar nicht lange dulden. „Ich wollte Remco auf keinen Fall wieder in der Gruppe haben, weil ich weiß, was für ein starker Ausdauerfahrer er ist“, sagte Pogacar. „Er kann am Ende immer nochmal kommen.“
Dieses Bewusstsein bestimmte die nächste Phase. Statt auf einen Sprint zu warten oder die Gruppe zur Ruhe kommen zu lassen, setzte Pogacar alles darauf, eine Lücke zu reißen. „Ich habe wirklich versucht, eine Lücke aufzumachen.“
Dieser Vorstoß erwies sich als entscheidend. Am letzten Anstieg des Oude Kwaremont sprengte Pogacars Antritt das Rennen, distanzierte Evenepoel und dann Van der Poel, bevor er solo Richtung Oudenaarde davonfuhr.

Druck, Präzision und ein wachsendes Vermächtnis

Trotz seiner Dominanz sprach Pogacar offen über die Erwartungen, die mit seinem begrenzten, aber gezielt gesetzten Rennprogramm einhergehen. „Ich starte nicht oft, also gibt es Druck zu gewinnen, wenn ich fahre“, räumte er ein.
2026 hat sich dieser Druck bislang ausschließlich in Resultate übersetzt. Zwei gestartete Monumente, zwei Siege – und das wachsende Gefühl, dass Historisches in Reichweite liegt. „Bisher lief für mich alles perfekt, und ich kann mehr als zufrieden sein.“
Mit Paris–Roubaix als nächstem Termin wechselt Pogacar nun in völlig anderes Terrain, doch der Anspruch bleibt gleich. „Nächste Woche in Roubaix werde ich motiviert sein, aber versuchen, das Pflaster zu genießen.“
Vorerst aber gehört Flandern erneut Pogacar, und der Traum vom kompletten Monument-Sweep lebt weiter.
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