Pressekonferenz mit Valentin Paret-Peintre: „Es wäre schön, um das Gepunktete Trikot zu kämpfen“

Radsport
Freitag, 03 Juli 2026 um 16:00
Valentin Paret-Peintre
Valentin Paret-Peintre kehrt zur Tour de France zurück, mit einem der härtesten Häkchen im Radsport bereits gesetzt: einem Sieg am Mont Ventoux. Jetzt hat der Kletterer von Soudal - Quick-Step ein weiteres Gipfelziel im Blick.
CyclingUpToDate war vor Ort bei der Pre-Tour-Pressekonferenz von Soudal - Quick-Step und zeichnete jedes Wort auf. Ein Jahr nach seinem Ventoux-Erfolg gefragt, machte Paret-Peintre klar, dass er sich nicht zu einem vorsichtigen Klassementfahrer umbauen will, nur um einem hinteren Top-10-Platz nachzujagen.
Stattdessen will der Franzose Freiheit, Ausreißer, Etappenchancen und gegebenenfalls das Bergtrikot ins Visier nehmen. Nach seinem Etappensieg für Soudal im letzten Sommer startet Paret-Peintre mit mehr Aufmerksamkeit von französischer Öffentlichkeit und Medien, betont aber, dass sich seine eigene Herangehensweise kaum verändert hat.
Das gepunktete Trikot ist nun Teil des Plans. Paret-Peintre nannte es „eines meiner großen Ziele” bei dieser Tour und verwies zugleich auf zwei Chancen am Alpe d’Huez als mögliche Tage, um ähnliche Emotionen zu erleben wie am Ventoux.

Pressekonferenz mit Valentin Paret-Peintre

Komplette Fragerunde mit Valentin Paret-Peintre

Frage: Seit 2017 hat kein französischer Fahrer ein Sondertrikot von der Tour de France nach Hause gebracht. Inspiriert dich das? Willst du diese Statistik in diesem Jahr zurücksetzen?
Valentin Paret-Peintre: Ich hatte diese Zahl nicht im Kopf, aber sicher wird das Bergtrikot eines meiner großen Ziele bei dieser Tour de France sein.
Wenn ich diese Statistik zurücksetzen kann, dann sehr gern.
Frage: Letztes Jahr hast du bereits am Mont Ventoux gewonnen, einem der großen Berge der Tour. Wie kann man das dieses Jahr toppen, und warum versuchst du es nicht über das Gesamtklassement?
Valentin Paret-Peintre: Ja, es wird sicher schwer, eine „bessere” Etappe als den Mont Ventoux zu gewinnen.
Aber dieses Jahr haben wir zwei Chancen am Alpe d’Huez, das wird auch ein großes Ziel für mich. Mit dem Bergtrikot hoffe ich, ähnliche Emotionen zu fühlen wie letztes Jahr am Mont Ventoux. Deshalb will ich auch auf das Bergtrikot fahren.
Valentin Paret-Peintre triumphiert am Mont Ventoux
Paret-Peintre feierte 2025 einen berühmten Sieg am Mont Ventoux
Frage: Ein Jahr später, was hat sich in deiner Herangehensweise an die Tour verändert?
Valentin Paret-Peintre: Ich denke nicht, dass sich viel verändert hat, auch wenn wir letztes Jahr ein völlig anderes Ziel hatten. Das hat auch meine Rennanlage beeinflusst.
Das Publikum erkennt mich, die Medien nehmen mich etwas stärker in Anspruch, aber in meinem Kopf hat sich nicht viel verändert. Vielleicht mache ich mir ein bisschen mehr Druck, sonst hat sich wenig geändert.
Frage: Du hast vorhin das Bergtrikot und Etappen erwähnt. Wie siehst du deine Position im Gesamtklassement?
Valentin Paret-Peintre: Wie ich immer gesagt habe, ist meine Sicht auf den Radsport nicht, auf einen Platz im Bereich sieben bis zehn im GK zu fahren.
Das wäre eine schöne Leistung, aber da ich nicht um die Top fünf oder gar das Podium kämpfen kann, werde ich nicht aufs GK fahren. So weit ist es noch nicht. Ich konzentriere mich lieber auf Etappen. Von vorn in Ausreißergruppen zu agieren, ist die Art, wie ich gern Rennen fahre. Das liegt mir und passt im Moment am besten zu mir.
Frage: Für die erste Woche der Tour ist sehr heißes Wetter angekündigt. Die Etappen sind besonders hart. Beobachtest und bereitest du dich darauf vor? Oder macht dir das Sorgen?
Valentin Paret-Peintre: Natürlich wird das im Radsport immer wichtiger. Wir waren bereits großer Hitze ausgesetzt, besonders bei der Landesmeisterschaft, und das wird sich bei dieser Tour de France fortsetzen. Selbstverständlich beobachten wir das Wetter.
Wir schauen inzwischen mehr auf die Hitze als auf den Regen. Aber wir sind alle gut darauf vorbereitet. Wir haben alle in der Hitze trainiert. Ich denke, sie kann das Rennen verändern und in manchen Kurven zu Fehlern führen. Aber ich glaube, jeder ist für dieses Rennen gut vorbereitet.
Frage: Wie bereitest du dich auf die ersten beiden Etappen hier vor, zum Beispiel mit dem Montjuïc-Anstieg?
Valentin Paret-Peintre: Vorerst wird es für jedes Team recht simpel sein. Wir versuchen einfach, die bestmögliche Zeit zu fahren. Es gibt nicht zwingend große Bedenken.
Dann wird die zweite Etappe ziemlich kompliziert, mit viel Positionskampf auf der Straße. Dieser Schlussrundkurs am Montjuïc ähnelt stark der Schlussetappe der Katalonien-Rundfahrt, er ist also nicht völlig unbekannt.
Aber er wird definitiv viel Stress ins Feld bringen. Schon dort könnte es kleine Abstände im Gesamtklassement geben. Das Peloton wird sicher angespannt sein, und es wird bereits eine sehr schwere Etappe.
Frage: Dein Bruder geht wahrscheinlich auch mit viel Druck in die Tour. Sprecht ihr darüber? Er wird eine wichtige Rolle haben. Bist du vor dieser Tour entspannter als er?
Valentin Paret-Peintre: Ja, auf jeden Fall. Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir die Rollen gewissermaßen getauscht.
Wir sprechen oft über den Druck, den man spürt, wenn man einen Klassementfahrer unterstützt, erst recht bei der Tour de France. Aber ich erlebe ihn ziemlich gelassen, und ich bin sicher, dass er seinen Job großartig machen wird.
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