Philippe Gilbert glaubt, dass Remco Evenepoel mit mehr Zeitfahr-Kilometern eines Tages die Tour gewinnen könnte: "Es liegt an der ASO, eine Tour de France zu gestalten, die Remco gewinnen kann"

Radsport
Dienstag, 23 Juli 2024 um 14:00
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Remco Evenepoel hat bei der Tour de France 2024 eine klare Aussage gemacht. Jeder, der immer noch dachte, dass der Belgier kein "echter" Kandidat für die Gesamtwertung ist, muss zugeben, dass der Soudal - Quick-Step-Fahrer das Zeug dazu hat, in den kommenden Jahren sogar Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard herauszufordern.
Im Gespräch mit Cyclism'Actu blickte Evenepoels Landsmann und ehemaliger Weltmeister Philippe Gilbert auf die Leistung des 24-Jährigen zurück. "[Er hat mich ] ehrlich gesagt [nicht überrascht], nein, denn ich denke, dass das Podium sein Ziel war. In der Öffentlichkeit blieb er vorsichtig, er sprach von den Top5 und ich denke, das war klug von ihm, aber sein Ziel war das Podium und das hat er erreicht", schätzt Gilbert Evenepoels reife, bodenständige Einstellung ein.
Laut Gilbert hat die Abwesenheit von Primoz Roglic in der letzten Woche vielleicht ein wenig von der möglichen Dramatik im Kampf um das letzte Podium genommen. Der Slowene schien nicht in seiner besten Form zu sein, aber realistisch betrachtet war er immer noch der nächste Herausforderer um das Podium. "Es wäre interessant gewesen, den Kampf mit Roglic zu sehen, leider musste er das Rennen nach einem Sturz verlassen. Ohne diesen Sturz wäre es ein guter Kampf gewesen und ich denke, wir hätten sogar taktisch einige Allianzen sehen können."
Als Gesamtsieger der Vuelta a Espana und Etappensieger bei allen drei großen Rundfahrten kann Evenepoel nun nach den Sternen greifen, glaubt Gilbert. Doch Vingegaard und Pogacar zu besiegen, wird keine leichte Aufgabe sein. Vielleicht könnten die Organisatoren Remco ein wenig unter die Arme greifen, um das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden? "Natürlich kann Remco jetzt in größeren Dimensionen denken. Es ist auch die ASO, die die Karten in der Hand hält. Es liegt an ihnen, eine Tour de France mit zum Beispiel 3 Zeitfahren zu gestalten, ich denke, das ist es, was er braucht, um zu gewinnen."