Team Picnic PostNL hat seine acht Fahrer für die Tour de France 2026 bestätigt, mit Pavel Bittner im Aufgebot trotz einer verletzungsbedingt holprigen Vorbereitung.
Das niederländische WorldTeam reist nach einem schwierigen ersten Saisonhalbjahr zum Grand Départ in Barcelona und setzt bei der Tour klar auf Etappenergebnisse. Bittner gilt als Hauptoption für die schnellen Ankünfte, während Warren Barguil und Frank van den Broek auf hügeligeren Tagen und aus Ausreißergruppen heraus die Karten liefern.
Die Auswahl unterstreicht zudem Picnic PostNLs Förderansatz: Vier Absolventen des Development-Programms stehen im achtköpfigen Kader. Robbe Dhondt ist der erste Belgier aus diesem Weg, der es in die Tour-de-France-Aufstellung des Teams schafft.
Bittner bereit für Sprintchancen nach verpassten Renntagen
Picnic-PostNL-Coach Matt Winston räumte ein, dass der Weg ins Rennen alles andere als reibungslos verlief, da Bittners Verletzung ihn vor dem größten Rennen der Saison wichtige Rennkilometer kostete.
„Als Team hatten wir einen holprigen Vorlauf, mit einer Verletzung bei unserem Sprint-Finisher Pavel, wodurch er einige entscheidende Rennkilometer verpasst hat“, sagte Winston in der Teammitteilung. „Er ist jetzt jedoch wieder fit und bereit, in den schnellen Finals wie im Vorjahr mitzumischen.“
Bittner erhält Unterstützung von einer erfahrenen Sprintachse um John Degenkolb, Niklas Markl und Julius van den Berg. Frits Biesterbos steht zudem vor seinem Tour-de-France-Debüt, nach dem Winston von „einer großartigen ersten Profisaison“ sprach.
Barguil ist ein früherer Gewinner des Bergtrikots
Barguil und Van den Broek als Optionen für hügeligere Tage
Abseits der Massensprints setzt Picnic PostNL auf Barguil, Van den Broek und Dhondt in den hügeligeren Etappen. Barguil bringt die Erfahrung eines früheren Bergtrikot-Siegers der Tour de France mit, während Van den Broek bereits gezeigt hat, wie gefährlich er sein kann, wenn aggressives Rennen Chancen öffnet.
Mit Dhondts Nominierung bekommt das Team einen weiteren jungen Fahrer, den es über drei Wochen entwickeln kann. Winston bezeichnete ihn als „ein stolzes Produkt“ des Development-Programms von Picnic PostNL und betonte, dass er an der Seite erfahrener Teamkollegen lernen kann, während die Mannschaft auf Etappenerfolge zielt. „Wir gehen mit einer Gruppe zur Tour, die hoch motiviert ist, unsere Farben an der Spitze zu zeigen“, ergänzte Winston.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.