Team Visma | Lease a Bike Women stehen am Sonntag vor einem der symbolträchtigsten Termine des Kalenders:
Paris-Roubaix Femmes. Die niederländische Mannschaft reist nach Pauline Ferrand-Prévots zweitem Platz bei der Flandern-Rundfahrt mit Ambitionen an und setzt auf eine starke Doppelspitze mit
Marianne Vos, die in die „Hölle des Nordens“ zurückkehrt und um den Sieg fahren will.
Vos’ Rückkehr ist untrennbar mit den persönlichen Umständen der vergangenen Wochen verbunden. Die 38-jährige Niederländerin pausierte nach dem Verlust ihres Vaters, einer Schlüsselfigur ihrer Karriere. „Es war eine sehr schwere Zeit“,
erklärt sie und betont, wie wertvoll die Zeit mit ihren Liebsten war. „Es war gut und wichtig für mich, die letzten Wochen mit meiner Familie zu verbringen. Diese Woche habe ich versucht, langsam in den Alltag zurückzufinden, und natürlich gehört das Radfahren fest dazu“, fügt sie an und macht klar, dass ihr Comeback über den Sport hinausgeht.
Ungeachtet dessen verbirgt Vos ihre Motivation für die Rückkehr zu einem der besonderen Rennen des Kalenders nicht. Paris-Roubaix war lange ein großes Ziel, nun kommt sie mit frischer Begeisterung. „Paris-Roubaix ist ein ganz besonderes Rennen und war für mich immer ein großes Ziel. Ich freue mich sehr darauf, am Sonntag wieder mit dem Team am Start zu stehen“, sagt sie, voller Vorfreude auf den Wettkampf und auf ein Rennen, das sie als einzigartig betrachtet.
Vos erklärt auch, was die französische Klassikerin einzigartig macht – brutal und zugleich faszinierend. Vom ersten Recon bis zum Finish im Velodrom ist jeder Schritt Teil einer einmaligen Erfahrung. „Sobald man hier ist und die Strecke abfährt, spürt man, dass es etwas Besonderes ist. Die Pavé-Sektoren können Folter sein, aber das Ziel im Velodrome von Roubaix ist wunderschön. Dieses Rennen ist im Radsport so einzigartig… ich liebe es“, sagt sie und bringt die Mischung aus Leiden und Emotion auf den Punkt, die diese monumentartige Klassikerin prägt.
Auch die letztjährige Ausgabe wirkt im Team nach, allen voran Ferrand-Prévots Solosieg – ein Glanzmoment für die niederländische Struktur. Vos erlebte das Finale aus nächster Nähe und bewahrt es als kostbare Erinnerung. „Es war fantastisch, das mitzuerleben. Als ich am Ende bei Pauline war und merkte, dass sie gewinnen würde, war das ein unglaubliches Gefühl“, sagt sie und spiegelt damit Verbundenheit und Teamgeist wider.
Marianne Vos startet bei Paris-Roubaix Femmes
Für diese Ausgabe tritt Team Visma | Lease a Bike Women mit zwei klaren Leaderinnen an, doch die sportliche Leitung warnt vor falscher Sicherheit. Sportdirektor Jan Boven betont die Bedeutung von Kollektivarbeit und taktischer Klugheit in diesem fordernden Rennen. In diesem Sinne hält er fest, dass „wir mit Marianne und Pauline zwei sehr starke Karten haben, aber das garantiert nichts“, und unterstreicht, dass es entscheidend sein werde, „clever zu fahren und uns bestmöglich zu unterstützen“, um die Chancen des Teams zu maximieren.
Die Präsenz von Ferrand-Prévot erhöht die Schlagkraft zusätzlich, denn ursprünglich stand ein Start nicht im Plan, doch sie kehrt an den Ort ihres Triumphs zurück. Laut Boven verändert ihre Nominierung die gesamte taktische Ausrichtung. „Pauline hatte große Lust, Roubaix zu fahren. Ihre Nominierung verändert die Teamdynamik und gibt uns mehr Optionen im Rennen. Mit einer so starken und ausgewogenen Mannschaft peilen wir das bestmögliche Ergebnis an“, erklärt der Directeur Sportif, der vom Potenzial des Teams überzeugt ist.
Vos selbst sendet eine klare, ambitionierte Botschaft mit Fokus auf das Kollektiv. Sie macht keinen Hehl daraus, dass das Team erneut den Sieg bei einem der prestigeträchtigsten Rennen des Kalenders anpeilt. „Ich werde alles geben und wir werden als Team erneut versuchen, um den Sieg zu kämpfen“, sagt sie und unterstreicht, dass Team Visma | Lease a Bike Women nach Roubaix kommt, um das Rennen mitzugestalten.
Team Visma | Lease a Bike Women Aufstellung Paris-Roubaix 2026
| Fahrerin |
| Marianne Vos |
| Pauline Ferrand-Prévot |
| Lieke Nooijen |
| Nienke Veenhoven |
| Daniek Hengeveld |
| Margaux Vigié |