„Mir hat nur ein wenig Explosivität gefehlt“ – Cian Uijtdebroeks gibt bei Mailand–Turin ein aggressives Comeback ins Renngeschehen

Radsport
Mittwoch, 18 März 2026 um 16:40
Cian Uijtdebroeks
Cian Uijtdebroeks kehrte bei Milano–Torino mit einer offensiven Fahrweise ins Renngeschehen zurück, setzte sich am Superga klar unter die Hauptanwärter und fehlte am Ende nur knapp in den entscheidenden Momenten.
Der Movistar-Profi, dessen Start in die Saison 2026 unterbrochen war, prägte die Schlussphase aktiv, griff am Anstieg wiederholt an, während sich die Favoritengruppe unter dem Druck formierte und wieder zerfiel.
In einem Finale, das von ständigen Beschleunigungen durch Fahrer wie Tom Pidcock und Primoz Roglic bestimmt war, gehörte Uijtdebroeks zu jenen, die nicht abwarteten und attackierten, um einen späten Sprint an den steilen Rampen zu vermeiden.
Nach dem Ziel schilderte er im Gespräch mit Cycling Pro Net sowohl die positiven Eindrücke als auch die Grenzen seines Comebacks. „Ich bin zufrieden. Klar, das erste Rennen zurück dient immer dazu, sich wieder an alles zu gewöhnen, vor allem an die Positionierung und den Stress im Feld.“

Starke Positionierung und Kletterbeine machen Mut

Trotz der Wettkampfpause unterstrich Uijtdebroeks, dass sein Team den Plan im Vorfeld des entscheidenden Anstiegs sauber umgesetzt hatte.
„Wir sind in perfekter Position in den Anstieg gefahren. Wir hatten vielleicht keine Mannschaft mit großen, schweren Jungs, aber mit unserer Kletterstärke haben die Jungs einen großartigen Job gemacht, um mich dorthin zu bringen, wo ich sein musste.“
Diese Positionierung erwies sich als entscheidend, als das Rennen am ersten Anstieg Fahrt aufnahm, wo er die frühen Moves mitgehen und sich unter den stärksten verbliebenen Fahrern etablieren konnte. „Am ersten Anstieg fühlte ich mich richtig gut, aber auf dem flachen Abschnitt habe ich mich etwas überzogen, und das habe ich am Schlussanstieg bezahlt. Insgesamt war es trotzdem gut.“
Cian Uijtdebroeks bei Milano–Torino 2026
Uijtdebroeks vor dem Start bei Milano–Torino 2026

Offensive statt Vorsicht auf den letzten Kilometern

Getreu seinem Vorhaben, das Rennen als Härtetest zu nutzen statt nur am Hinterrad zu bleiben, wählte Uijtdebroeks im Finale die offensive Karte.
Als sich die Spitzengruppe in den letzten Kilometern auf eine kleine Auswahl reduzierte, setzte er Attacken, um vor dem Ziel eine Entscheidung zu erzwingen. „Ich habe gegen Ende versucht zu gehen, weil ich wusste, dass der Sprint für mich schwierig wird.“
Gegen Rivalen mit schärferem Finish nach einem kompletten Renntag reichte die letzte Beschleunigung jedoch knapp nicht. „Am Ende hat mir einfach ein bisschen Punch gefehlt, aber das kommt mit diesen Einsätzen zurück.“

Rückkehr mit klarer Absicht statt bloßer Ergebnisorientierung

Auch wenn das Resultat nicht die ganze Geschichte erzählt, zeigte die Art von Uijtdebroeks’ Auftritt deutlich, wo er nach seinem frühen Rückschlag in der Saison steht.
Schon vor dem Start hatte der Belgier klargemacht, dass es ihm um die Rückkehr in die Rennintensität geht, und sein Auftreten am Superga spiegelte genau diese Haltung wider. Statt konservativ zu fahren, brachte er sich an Schlüsselmomenten immer wieder aktiv ins Rennen.
An einem Anstieg, an dem Timing und Explosivität letztlich entschieden, zeigte Uijtdebroeks, dass er über weite Teile der entscheidenden Phase das Tempo mitgehen konnte, auch wenn die letzte Schärfe noch fehlte.
Mit weiteren Renneinsätzen und zurückkehrender Intensität in den Beinen war Milano–Torino zugleich Test und Statement: Er ist zurück im Rennbetrieb und bereit, die Initiative zu ergreifen.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading