Der Aufbau zu
Paris-Roubaix 2026 wurde vom erwarteten Duell zwischen
Tadej Pogacar und
Mathieu van der Poel dominiert, doch die slowenische Herausforderung für den Titelverteidiger ruht nicht nur auf einem Fahrer.
Für
Matej Mohoric hat dieses Rennen eine Bedeutung, die über Form und Resultate hinausgeht.
Im Vorfeld des Sonntags erklärte er, warum Roubaix ihn immer wieder anzieht: „Paris-Roubaix ist die Klassik, auf die ich mich im ganzen Frühjahr am meisten freue. Sie ist die chaotischste und, meiner Meinung nach, die mir am nächsten stehende, besonders seit Sonnys Sieg 2021.“
Inspiriert von Colbrelli, auf der Suche nach dem eigenen Durchbruch
Diese Verbindung zu
Sonny Colbrelli ist zentral für Mohorics Motivation. Der italienische Sieg von 2021 bleibt im Bahrain-Gefüge ein prägender Bezugspunkt, und Mohoric scheut sich nicht, eigene Ziele daneben zu setzen: „Ich werde weiter versuchen, selbst das Podium zu erreichen und hoffentlich eines Tages um den Sieg zu kämpfen.“
Diese Ambitionen werden durch seine aktuelle Verfassung und die Stärke im Team gestützt. Wie er in denselben Vorschaukommentaren ergänzte: „Ich spüre, dass meine Form auf sehr hohem Niveau ist, und ich hoffe, dass das Glück auf unserer Seite ist. Wir haben zudem ein sehr ausgewogenes Team, mit starken Optionen wie Alec, der in großartiger Verfassung ist.“
Ein fünfter Platz im Jahr 2022 unterstreicht dieses Potenzial, doch Roubaix folgt nie einer geraden Linie von vergangenen Ergebnissen zu künftigem Erfolg.
Ein Rennen, das sich jedem Drehbuch entzieht
Auf diese Unberechenbarkeit bereitet sich Bahrain Victorious von Beginn an vor. Sportdirektor Michał Gołaś verwies auf Veränderungen in den frühen Sektoren und den wahrscheinlichen Einfluss des Winds. Er warnte, dass „vier Sektoren direkt hintereinander kommen, mit fast keinem Asphalt dazwischen, gefolgt von einem weiteren Sektor mit einer ansteigenden Passage“, und betonte, wie schnell das Rennen zerreißen kann, wenn die Positionierung nicht stimmt.
Entscheidend sei, so erklärte er, beim Öffnen des Rennens präsent zu sein. Er ergänzte, es werde „sehr wichtig sein, in der richtigen Gruppe zu sein und die Moves mit unseren Kapitänen mitzugehen“, wenn das Kopfsteinpflaster seinen Tribut fordert.
Sobald die Entscheidungsphase erreicht ist, übernimmt die Natur von Roubaix. Wie Gołaś formulierte: „Danach wird es, wie immer in Roubaix, ein Rennen des Überlebens“, eine Beschreibung, die erklärt, warum dieses Rennen immer wieder unerwartete Ausgänge produziert.
Matej Mohoric at the 2026 Tour of Flanders
Mehr als nur Pogacar vs. Van der Poel
Darum lässt sich das Rennen auch nicht auf ein simples Duell an der Spitze reduzieren.
Colbrelli selbst hat jüngst über die diesjährige Ausgabe reflektiert, die Stärke von Mathieu van der Poel anerkannt und zugleich herausgestellt, was Tadej Pogacar ins Rennen einbringt. Seine Perspektive unterstreicht: Die Favoriten sind klar, doch das Rennen verläuft selten kontrolliert oder vorhersehbar.
Für Mohoric ist diese Ungewissheit kein Risiko, sondern ein Werkzeug.
Warten, bis Roubaix sich öffnet
Anders als die Fahrer, die das Rennen diktieren sollen, muss Mohoric den Ausgang nicht alleine erzwingen. Sein Ansatz beruht darauf, das Geschehen zu lesen und zuzuschlagen, wenn sich die Gelegenheit bietet.
In einem von Chaos geprägten Rennen hat sich dieser Ansatz oft als ebenso wirksam erwiesen wie reine Kontrolle. Und während Pogacars Jagd nach Geschichte und Van der Poels Dominanz die Schlagzeilen prägen, deuten Mohorics eigene Worte auf einen leiseren, aber ebenso entschlossenen Anspruch hin.
Paris-Roubaix ist das Rennen, das ihm am nächsten steht. Öffnet es sich so, wie so oft, könnte das bereits die Einladung sein, die er braucht.