Jonas Vingegaards Giro d’Italia 2026 hat bereits Rosa-Dominanz, fünf Etappensiege und so gut wie sicher die Triple Crown der Grand Tours geliefert. Am Piancavallo legte der Däne nach und soll auf der letzten Bergetappe Marco Pantanis langjährigen Kletterrekord unterboten haben.
Laut von Ammattipyoraily auf X geteilten Kletterdaten absolvierte Vingegaard die ersten 13,61 Kilometer des Piancavallo mit durchschnittlich 8,15 % Steigung in 36:17 auf der 20. Etappe. Damit wäre er drei Sekunden schneller als Pantanis 36:20 aus dem Jahr 1998, eine Marke, die 28 Jahre lang auf einem der prägnantesten Bergziele des Giro Bestand hatte.
Der Kapitän von
Team Visma | Lease a Bike attackierte rund 11 Kilometer vor dem Ziel am letzten Anstieg, nahm Felix Gall kurz mit, ließ den Österreicher dann stehen und pflügte an den Resten der Ausreißergruppe vorbei.
Im Ziel feierte Vingegaard seinen fünften Etappenerfolg dieses Giros und baute seine Gesamtführung auf 5:22 gegenüber Gall aus, mit nur noch der weitgehend zeremoniellen Schlussetappe in Rom am Sonntag.
Pantani-Bestmarke am Piancavallo fällt
Piancavallo trägt bereits große Giro-Geschichte. Pantanis Fahrt von 1998 fiel in die Saison, in der er sowohl den Giro d’Italia als auch die Tour de France gewann und sich als eine der Ikonen des italienischen Radsports verewigte.
Der Vergleich bezieht sich auf die ersten 13,61 Kilometer des Anstiegs. In den Daten von Ammattipyoraily ist Pantani 1998 mit 36:20 gelistet, Thibaut Pinot 2017 mit 38:56 sowie Jai Hindley, Tao Geoghegan Hart und Wilco Kelderman 2020 mit 37:51. Vingegaards 2026er Zeit ist mit 36:17 angegeben.
Diese Werte sind als Kletteranalyse und nicht als offizielle Rennzeitung zu verstehen, doch der Kontext ist bemerkenswert. Vingegaard hatte den Giro bereits im Griff, einen komfortablen Puffer auf Gall und noch die finale Etappe in Rom vor sich.
Visma fuhr dennoch auf einen weiteren Etappensieg. Tim Rex, Victor Campenaerts und Bart Lemmen hielten die Ausreißer in Schlagdistanz, bevor Vingegaard am Schlussanstieg zündete. Gall folgte kurz, doch das Muster dieses Giros wiederholte sich. Vingegaard beschleunigte, riss eine Lücke und fuhr solo dem Gipfel entgegen.
Giro-Dominanz erreicht historisches Terrain
Vingegaard steht nun kurz davor, zum erlesenen Kreis der Fahrer zu gehören, die alle drei Grand Tours gewonnen haben. Die Tour de France und die Vuelta a Espana hat er bereits im Palmares. Bleibt Rom ohne Zwischenfall, komplettiert der Giro das Trio.
Die Art und Weise schärft die Geschichte. Vingegaard gewann wiederholt, beantwortete jede Bergfrage und beendete die letzte GC-Etappe mit einem Rekord, der an Pantani geknüpft ist.
Gall war der engste Herausforderer dieses Rennens und wird mit großer Wahrscheinlichkeit Gesamtzweiter. Doch selbst er wurde nahezu sofort distanziert, als Vingegaard am Piancavallo seinen finalen Antritt setzte. Jai Hindley, Derek Gee-West, Thymen Arensman und der Rest der Klassementfahrer kämpften dahinter um die verbleibenden Plätze.
Vingegaards Giro war in den Ergebnissen dominant, in der Ausführung kompromisslos und, sofern die Piancavallo-Daten als Referenz gelten, historisch schnell an einem Anstieg, der tief in Italiens Radsportgedächtnis verankert ist. Rom dürfte den Gesamtsieg bestätigen. Piancavallo lieferte das rekordträchtige Bild.