„Manchmal gibt es nicht überall Fünf-Sterne-Hotels“ – Tour-de-France-Direktor verteidigt Hotels, während Teams und Fahrer die Qualität der Unterkünfte kritisieren

Radsport
Mittwoch, 15 Juli 2026 um 11:30
christianprudhomme
Der Tour-de-France-Direktor hat die Kritik an der von den Organisatoren gestellten Unterbringung während der Grande Boucle zurückgewiesen, nachdem mehrere Teams am Ruhetag am Montag Missstände in ihren Hotels gemeldet hatten.
Im Quartier von Uno-X Mobility stießen Anders und Tobias Johannessen auf Spinnweben und Ungeziefer, während bei UAE Team Emirates – XRG die Klimaanlage in der drückenden Hitze ausfiel. Alpecin – Premier Tech bestätigte, dass man Ersatzmatratzen und mobile Klimageräte mitführt, da man ähnliche Bedingungen vorgefunden habe.
Teams dürfen keine eigene, private Unterkunft buchen oder organisieren. Alle Mannschaften müssen in den von der ASO bereitgestellten Hotels übernachten, wobei die Qualität über die drei Wochen rotiert, um allen Teams einen fairen Anteil zu sichern.
Die ASO bucht dem Vernehmen nach jedes Jahr 40.000 Zimmer für die Grande Boucle und rotiert die Hotelqualität entlang der Strecke, damit jedes Team einen gerechten Anteil erhält.
Christian Prudhomme konterte die Kritik jedoch und betonte, dass Zielankünfte in ländlichen Regionen nicht immer mit hochwertigen Hotels in unmittelbarer Nähe einhergehen könnten.

Prudhomme kontert die Kritik

„Wenn wir das Rennen in schöne Regionen Frankreichs bringen und attraktive Etappen fahren wollen, dann gibt es eben nicht überall Fünf-Sterne-Hotels“, sagte er dem französischen Radiosender ICI.
Er verwies darauf, dass die Vorgabe, in von den Organisatoren gestellten Unterkünften zu bleiben, ein Maß an Chancengleichheit sichere – angesichts der unterschiedlichen Budgets der Teams.
„Wir sind die Einzigen, die beim Tour-de-France-Startfeld Gleichheit garantieren können“, sagte Prudhomme. Und weiter: „Am Ende der Tour werden alle Teams dieselbe Anzahl an Hotelsternen gehabt haben.“
Alpecins Adrie van der Poel berichtete von ungünstigen Bedingungen in ihrer Unterkunft, man sei aber vorbereitet gewesen.
„Wir bringen unsere eigenen Matratzen und mobilen Klimageräte mit, aber es gab noch viele andere Mängel“, sagte Van der Poel. „Schimmel, Kakerlaken, das Essen fürs Personal… Für die Fahrer organisiert das Team die Mahlzeiten, für das Betreuerteam jedoch nicht.“
Bei den Uno-X-Mobility-Zwillingen Anders und Tobias Halland Johannessen wurde die geplante Ruhetag-Erholung im Hotel zum Schreckmoment, als sie in sozialen Medien ihre ungebetenen ‚Gäste‘ zeigten.
Das Duo fand sein Zimmer von Insekten und Spinnweben bevölkert und entschied sich, für eine ruhige Nacht konsequent zu handeln. Trotz großer Hitze und verfügbarer Klimaanlage wählten sie den Schlaf im Freien und trugen ihre Betten auf die Terrassen.
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