Kévin Vauquelin erlebt bislang keine gelungene Tour Auvergne-Rhône-Alpes – ein weiterer
Grund zur Sorge im Lager von Netcompany INEOS. Die britische Mannschaft scheint ohne klar definierten Gesamtklassement-Kapitän in die Tour zu gehen, dafür mit mehreren Optionen. Das jüngste französische Etappenrennen legte die nicht ideale Form des Ex-Arkéa-Profis offen.
„Ich habe mit Beinen gekämpft, die sich nicht gut angefühlt haben“, sagte Vauquelin gegenüber
DirectVelo. „Es war ein Baustein in meiner Vorbereitung, so habe ich es gesehen. Es ist immer schwer zu verstehen: Du trainierst, manchmal funktioniert es, manchmal nicht. Das ist die Schönheit des Sports.“
Vauquelin startete ordentlich ins Rennen, kam auf Etappe 1 in einer kleinen Gruppe vor den Hauptfavoriten ins Ziel und brachte sich damit in Position für Gelb. Im Mannschaftszeitfahren schien das realistisch. Dort war ein emotionaler Vauquelin verärgert über die Entscheidung, auf Oscar Onley mit Defekt zu warten. Das Team verpasste sowohl den Etappensieg als auch die Gesamtführung.
Nach Onleys Sturz auf Etappe 6 lastete die Gesamtwertung auf Vauquelins Schultern. Doch als seine Stunde schlug – Siebter bei der Tour im Vorjahr – brach er ein. Der Franzose fiel an diesem Tag von Rang zwei auf Platz 15 der Gesamtwertung zurück; tags darauf am Grand Colombier wurde er 18. In den Hochalpen war Vauquelin weder siegfähig noch auf dem Niveau des Vorjahres, als er auf dem Podium der Ronde van der Schweiz stand.
Schlussakt in der Auvergne als Versuch, aber ohne Ertrag
In der Schlussetappe suchte Vauquelin die Fluchtgruppe und bekam Unterstützung von den Teamkollegen Laurens de Plus und Carlos Rodríguez, die einen Großteil der Führungsarbeit übernahmen. Am letzten Anstieg sollte Vauquelin liefern, doch er konnte das Tempo seiner beiden Teamkollegen nicht halten.
„Ich wollte zeigen, dass ich da bin, so hart wie möglich kämpfen und nicht nur das Rennen über mich ergehen lassen. Ich bin all-in gegangen, habe alles gegeben und viel verloren. Das ist mir lieber, als im Feld zu bleiben“, erklärte er. „Ich habe mit mir selbst gekämpft. Damit kann ich zufrieden sein. Es war ein hartes Rennen. Jetzt muss ich erst einmal regenerieren.“
Mit dem verletzten Onley und einem außer Form befindlichen Vauquelin stehen die beiden großen Neuverpflichtungen der Briten als Anwärter für das Gesamtklassement bei der Grand Boucle in Frage. In den kommenden Wochen wird klarer, welche Ambitionen das Team tatsächlich verfolgt.