Kevin Vauquelin hat nach dem schweren Massensturz auf den letzten Metern der 12. Etappe der
Tour de France 2026 um seinen Teamkollegen
Dorian Godon gebangt. Der Franzose von Netcompany INEOS kam im Finale des Sprints in Chalon-sur-Saône zu Fall und konnte anschließend kaum noch treten.
Godon überquerte zwar die Ziellinie, klagte danach jedoch über starke Rückenschmerzen und wurde umgehend medizinisch untersucht. Tour-de-France-Direktor Christian Prudhomme hatte zunächst von einer möglichen Gehirnerschütterung und einer Rippenverletzung gesprochen.
Vauquelin zeigt sich nach Sturz tief betroffen
Später
stellte Netcompany INEOS klar, dass sich der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung nicht bestätigt habe. Das Team bestätigte Schürfwunden sowie muskuläre Rückenschmerzen. Der Franzose bleibt dennoch unter medizinischer Beobachtung.
Dorian Godon stürzte im Finale der 12. Etappe der Tour de France schwer und wird von Netcompany INEOS weiterhin medizinisch überwacht.
Vauquelin hatte im Finale für Godon gearbeitet, da eine klassische Sprintankunft erwartet worden war. Der Sturz ereignete sich so plötzlich, dass der Franzose zunächst selbst nicht genau nachvollziehen konnte, wie es dazu gekommen war.
„Es war ein Sprint, also muss es etwa 300 Meter vor dem Ziel irgendwo zu einem Kontakt gekommen sein. Ganz sicher bin ich nicht“, sagte Vauquelin nach dem Ziel bei Eurosport. „Aber ich habe sofort gesehen, dass es Dorian gar nicht gut ging. Er klagt stark über den Rücken, deshalb wird er noch untersucht.“
Zwar erreichte Godon das Ziel aus eigener Kraft, doch seine offensichtlichen Probleme beim Pedalieren bereiteten Vauquelin große Sorgen. Die beiden Franzosen verbindet nicht nur die Zusammenarbeit im Team – Vauquelin bezeichnet Godon auch als engen Freund, den er im Finale in die bestmögliche Sprintposition gebracht hatte.
„Bei dem Tempo ist es immer schockierend“, sagte er. „Ich fahre auch für Dorian, und er ist ein Freund. Wenn du ihn dann so siehst, mit Rückenschmerzen und kaum in der Lage zu pedalieren, ist das beängstigend.“
Sturz auf Etappe 12 beendet die Tour für zwei Fahrer
Godon gehörte zu mehreren Fahrern, die im hektischen Finale der Etappe nach Chalon-sur-Saône in den Massensturz verwickelt wurden. Für Fernando Gaviria und Jenno Berckmoes war die Tour de France mit Schlüsselbeinbrüchen vorzeitig beendet. Zahlreiche weitere Fahrer mussten sich nach dem Rennen medizinischen Untersuchungen unterziehen. Die heftige Kollision sorgte noch lange nach dem Zielsprint für banges Warten auf weitere Gesundheitsupdates.
Netcompany INEOS erklärte später, dass Godon keine Möglichkeit mehr gehabt habe, dem Unfall auszuweichen. „Dorian Godon stürzte unvermeidbar im Sprint der 12. Etappe, nachdem vor ihm ein Fahrer zu Fall gekommen war“, teilte das Team mit.
Der Unfall kostete Godon eine weitere aussichtsreiche Gelegenheit in einer Saison, in der er sich als einer der konstantesten Siegfahrer des britischen Rennstalls präsentiert. Dank seiner Qualitäten auf anspruchsvollem Terrain und seiner Endschnelligkeit war er als Kapitän für das Finale der 12. Etappe vorgesehen. Vauquelin hatte den Auftrag, ihn vor dem Sprint optimal zu positionieren.
Keine Gehirnerschütterung festgestellt
Die ersten Aussagen von Christian Prudhomme in der France-Télévisions-Sendung Vélo Club hatten zunächst die Sorge vor einer schwereren Kopfverletzung geschürt. Die anschließenden Untersuchungen durch Netcompany INEOS brachten jedoch Entwarnung.
„Er hat Schürfwunden und muskuläre Rückenschmerzen erlitten“, erklärte das Team. „Die erste Begutachtung durch den Rennarzt der Tour de France und anschließend durch unseren Teamarzt ergab keinen Hinweis auf eine Gehirnerschütterung.“
Dennoch wird Godon entsprechend des UCI-Protokolls zu Gehirnerschütterungen mindestens zweimal täglich untersucht. Die Richtlinien sehen eine engmaschige Überwachung vor, da mögliche Symptome auch erst verzögert auftreten können, selbst wenn die erste Untersuchung unauffällig verläuft.
Ob Godon die 13. Etappe in Angriff nehmen kann, ließ Netcompany INEOS zunächst offen. Ausschlaggebend für die Entscheidung werden die Entwicklung seiner muskulären Rückenschmerzen sowie seine Reaktion auf den Sturz über Nacht sein.