„Im wirklich entscheidenden Moment war ich nicht da“ – Gemischte Gefühle bei Benoit Cosnefroy, während Antonio Morgado UAE den Sieg beim Trofeo Calvia 2026 beschert

Radsport
Mittwoch, 28 Januar 2026 um 17:00
Benoit Cosnefroy
Sieg für Antonio Morgado beim Trofeo Calvia – ein perfekter Start in die Challenge Mallorca für UAE. Für UAE Team Emirates - XRG-Teamkollege Benoît Cosnefroy hatte der Erfolg jedoch eine komplexere Gefühlslage.

So nutzte UAE Flexibilität im Regenchaos für den Sieg

Cosnefroy rollte weit zurückliegend über die Linie, nachdem er den ganzen Tag im Dienst der Mannschaft bei brutalen Bedingungen gearbeitet und die entscheidende Aktion knapp vor sich gesehen hatte. Der Franzose verbarg seinen Frust danach nicht, auch wenn er den Triumph seines neuen Teamkollegen feierte. „Im wirklich entscheidenden Moment war ich nicht da“, gab Cosnefroy im Gespräch mit Cycling Pro Net zu – ein Fazit eines Rennens, das von Wetter, Verschleiß und engen Abständen geprägt war.
Der Trofeo Calvia stand von Beginn an im Zeichen von starkem Regen, verhaltenem Anfangstempo und einer langen Phase der Ungewissheit. Teams verloren früh Fahrer, Stürze durchkreuzten Pläne, und echte Kontrolle gab es nie. Cosnefroy räumte ein, dass der Tag schnell mehr von Anpassung als von Umsetzung geprägt war.
„Wir haben ziemlich früh Teamkollegen verloren. Einer ist gleich am ersten Anstieg gestürzt, und danach haben wir es so gut wie möglich gemanagt. Es war ein bisschen chaotisch, gerade bei diesem Wetter.“

Freiheit im Chaos, Klarheit an der Spitze

Anstatt einer starren Hierarchie folgte UAE der Flexibilität, als das Rennen zerfiel. Cosnefroy erklärte, dass die Mannschaft bewusst Raum ließ für denjenigen, der sich in der richtigen Position befand, sobald das Rennen wirklich aufging.
„Ehrlich gesagt, wir hatten heute ziemlich viel Freiheit. Bei diesem Wetter konnte am Ende derjenige um den Sieg fahren, der sich vorne wiederfand.“
Diese Freiheit spielte letztlich Morgado in die Karten. Der junge Portugiese gehörte auf den finalen Anstiegen zur stärksten Auswahl und setzte den Schlusspunkt mit einem perfekt getimten Sprint zum Sieg.
Cosnefroy war derweil aktiv, verpasste aber jene entscheidende Selektion, die das Rennen entschied. „Früher im Rennen konnte ich zum Teamwork beitragen. Ich wollte mitgehen, als fünf Fahrer unten nach der Abfahrt rausfuhren, und war da ziemlich aktiv, aber ich habe es nicht in diese Gruppe geschafft. So ist es eben.“
Trotz dieser Enttäuschung überwog am Ende das Positive. Morgados Sieg, erzielt erst in seinem zweiten Rennen für UAE und zudem an seinem Geburtstag, war für Cosnefroy ein besonderer Moment.
„Antonio war sehr stark, wie letzte Woche in Spanien. Das hat man da nicht unbedingt gesehen, aber er war sehr stark. Jetzt gewinnt er dieses Rennen wunderschön an seinem Geburtstag, und viel besser geht es, glaube ich, nicht.“
Für Cosnefroy endete der Trofeo Calvia ohne eigenes Resultat, aber mit etwas vielleicht Wichtigerem zu Saisonbeginn: einem Teamsieg unter Druck – und der Erinnerung, dass auch unvollkommene Tage den richtigen Ausgang liefern können.
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