„Ich war ziemlich krank und musste Antibiotika nehmen“ – Jai Hindley übersteht eine „harte zweite Woche“ und geht als Podiumsfahrer in die letzte Giro-Bergankunft

Radsport
Samstag, 30 Mai 2026 um 13:40
Jai Hindley
Jai Hindley hat enthüllt, dass er in der zweiten Woche des Giro d’Italia 2026 so krank war, dass er Antibiotika benötigte, was seinem späten Sprung zurück aufs provisorische Podium neue Einordnung gibt.
Der Red Bull - BORA - hansgrohe-Kapitän rückte auf der 19. Etappe nach Alleghe auf Gesamtrang drei vor, während Thymen Arensman auf der Königsetappe aus den Top 3 fiel. Hindley erreicht nun den letzten Härtetest am Piancavallo mit einem Podiumsplatz in der Hand, muss aber vor Rom noch einen fordernden Tag überstehen.
Seine Position wirkt umso bemerkenswerter angesichts der Krankheit, die seinen Giro zuvor beeinträchtigte.
„Ich hatte eine ziemlich harte zweite Woche“, sagte Hindley vor der 20. Etappe zu Cycling Pro Net. „Ich war ziemlich krank und musste tatsächlich Antibiotika nehmen. Also war es nicht ideal, aber ich habe das Gefühl, dass ich rechtzeitig wieder in Form komme.“

Hindley bereit für einen letzten GK-Kampf

Hindleys Sprung aufs Podium folgte auf einen brutalen Tag in den Dolomiten, an dem Sepp Kuss aus der Flucht gewann und Jonas Vingegaard die maglia rosa souverän verteidigte.
Für Hindley markierte die Etappe auch einen Wendepunkt im eigenen Rennen. Red Bull startete mit einem doppelt ausgelegten GK-Plan um Hindley und Giulio Pellizzari, doch nach Pellizzaris krankheitsbedingtem Einbruch ist der Australier am Schlusstwochenende die klare Podiumshoffnung des Teams.
Etappe 20 bietet nun die letzte realistische Chance für größere Bewegungen im Gesamtklassement. Der Piancavallo steht zweimal an, mit der Müdigkeit der Königsetappe noch spürbar im Feld.
„Es war ein superharter Tag und ich war froh, in der Gesamtwertung einen Platz gutzumachen“, sagte Hindley. „Aber heute steht wieder eine sehr fordernde Etappe an und wohl die letzte, um in der GK wirklich etwas zu bewegen.“ Er kann sich vorstellen, „dass alle je nach Position eher defensiv oder offensiv fahren. Es dürfte erneut ein guter Renntag werden, aber ich denke, es wird viele müde Beine geben.“
Jai Hindley überquert die Linie auf der 19. Etappe des Giro d’Italia 2026
Jai Hindley crosses the line on stage 19 of the 2026 Giro d'Italia

„Wir werden alles auf der Straße lassen“

Der Piancavallo ist für Hindley nicht einfach nur ein weiterer Anstieg. Er erinnert sich an den Giro 2020 im Oktober, als der Berg die finale GK-Auseinandersetzung mitprägte.
Diesmal verteidigt Hindley dort einen Podiumsplatz statt von außen anzugreifen. Der doppelte Anstieg gibt Rivalen eine Plattform für Attacken, bietet Red Bull aber auch die Chance, Rang drei zu festigen, falls Hindleys Formkurve weiter steigt.
„Ich erinnere mich an den Anstieg von 2020, den Giro damals im Oktober“, sagte er. „Es ist ein richtig harter, sehr langer Berg, und wir fahren ihn heute zweimal, das ist sehr fordernd. Ich denke, alle sind von gestern wirklich müde. Ich glaube nicht, dass irgendwer einen leichten Tag hatte. Wir werden heute alles auf der Straße lassen, das ist sicher.“
Hindley erwartet einen harten ersten Aufstieg, die Entscheidung aber am Schlussberg – womöglich auch um die Podiumsplätze hinter Vingegaard. „Ich kann mir vorstellen, dass wir ihn das erste Mal schon ziemlich hart fahren“, sagte er. „Aber beim zweiten Mal wird es wohl richtig voll zur Sache gehen.“
Nach Krankheit, Antibiotika und einer schwierigen zweiten Woche erreicht Hindley den letzten Bergtag des Giros in der Position, die Red Bull brauchte. Eine brutale Etappe trennt ihn nun noch von einem Grand-Tour-Podium in Rom.
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