„Vielleicht sollte ich meinem Sportdirektor nächstes Mal keinen Herzinfarkt verpassen“ – Lorena Wiebes rettet Sieg bei In Flanders Fields hauchdünn

Radsport
durch Nic Gayer
Sonntag, 29 März 2026 um 19:00
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Lorena Wiebes zeigte eine der dominantesten Leistungen ihres Frühjahrs, hätte den Sieg bei In Flanders Fields jedoch in den letzten Metern beinahe noch verspielt, als sie zu früh aufhörte zu treten und am Ende eine heranstürmende Fleur Moors nur hauchdünn abwehrte.
Die Niederländerin war in der entscheidenden Rennphase klar die Stärkste, initiierte selbst die Selektion am Kemmelberg und vollendete aus einer fünfköpfigen Spitzengruppe, die lange Zeit ungefährdet wirkte.

Kemmelberg-Attacke legt das Fundament

Nach einem perfekt getimten Sprint jubelte Wiebes jedoch kurz vor der Ziellinie, wodurch Moors mit einem verzweifelten Bikesprint noch einmal aufschließen konnte und den Abstand auf weniger als ein halbes Rad verkürzte.
„Vielleicht sollte ich meinem Sportdirektor nächstes Mal keinen Herzinfarkt verpassen“, sagte die niederländische Meisterin anschließend über den Moment, der sie beinahe den Sieg kostete.
Lange vor dem chaotischen Finale hatte Wiebes dem Rennen bereits ihren Stempel aufgedrückt.
Am letzten Anstieg des Kemmelbergs übernahm die Fahrerin von Team SD Worx - Protime das Kommando, verschärfte selbst das Tempo und sprengte die Spitzengruppe. Diese Beschleunigung erwies sich als entscheidend und formte eine Führungsgruppe mit Eleonora Gasparrini, Fleur Moors, Karlijn Swinkels und Elise Chabbey. „Ich hatte gute Beine am Kemmelberg, also dachte ich: Ich drücke weiter, warum nicht?“
Da das Peloton dahinter keine geordnete Verfolgung organisierte, baute das Quintett rasch einen Vorsprung auf, der bis ins Ziel hielt. Die Zusammenarbeit funktionierte zunächst stabil, verschob sich in den Schlusskilometern jedoch, als UAE Team ADQ über Gasparrini den Druck erhöhte.

Späte Zögerlichkeit, früher Jubel

Dieser Druck zwang Wiebes in eine reaktivere Rolle als erwartet. „Schließlich sind wir mit einer guten Gruppe weg und haben gut zusammengearbeitet. Erst in den letzten Kilometern hat es mir UAE richtig schwer gemacht. Als Gasparrini ging, konnte ich nicht sofort reagieren. Ich musste erst meinen Raum und einen guten Rhythmus finden, um nicht hochzugehen.“
Kurz vor dem Ziel brach die Zusammenarbeit vollständig zusammen, niemand wollte die Führung in den Sprint übernehmen. Wiebes, auf dem Papier die klar Schnellste, musste Verantwortung übernehmen. „Im letzten Kilometer wollte niemand mehr fahren, was logisch ist. Deshalb habe ich relativ früh lanciert, aber es hat gereicht.“
Wiebes zog durch und schien den Sieg bereits sicher zu haben, doch ihr früher Jubel öffnete Moors die Tür, die bis zur Linie voll durchzog. Die Belgierin kam schnell näher und warf ihr Rad über die Ziellinie, wodurch aus einem scheinbar komfortablen Sieg ein Wimpernschlagfinale wurde.
Trotz des Schreckmoments rettete Wiebes den Sieg, feierte damit ihren dritten Erfolg in Serie bei diesem Rennen und einen seltenen Triumph aus einer reduzierten Spitzengruppe statt im Massensprint. „Es ist schön, zur Abwechslung mal aus einer Flucht zu gewinnen, das macht diesen Sieg extra besonders. Es war heute ein schönes Rennen“, sagte sie.
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