„Ich konnte mir den Hintern nicht abwischen“ - Mads Pedersen spricht offen uber Sturz, Comeback und Zweifel

Radsport
durch Nic Gayer
Samstag, 28 Februar 2026 um 13:30
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Die Kopfsteinpflaster-Klassiker haben offiziell begonnen - allerdings ohne einen ihrer prägenden Protagonisten des Vorjahres: Mads Pedersen. Der Profi von LIDL - Trek kuriert die Verletzungen aus, die er sich bei einem Highspeed-Sturz bei der Volta a Comunitat Valenciana zuzog. Der Unfall brachte nicht nur seine Frühjahrskampagne ins Wanken, sondern stellte auch sein Privatleben auf den Kopf.
„Wir fuhren 70, 75 Kilometer pro Stunde. In einer leichten Linkskurve berührten sich ein paar Fahrer, sie fuhren geradeaus. Ich hatte keine Wahl und musste über die Kante“, schilderte Pedersen im LIDL- Trek-Podcast. „Ich sah viele Büsche und hoffte auf eine weiche Landung, aber ich fiel etwa einen Meter tief auf Steine.“

Zwischen Diagnose und Hoffnung

Die Bilanz war bitter: ein Bruch des Handgelenks und des Schlüsselbeins. Abseits der TV-Kameras stieg der Däne aus und erlebte einen denkbar schlechten Start in seine Saison 2026. „Da denkst du: ‚Scheiße, wenn mein Rücken gebrochen ist…‘ Du denkst nicht ans Radfahren, du denkst daran, wie schlimm es sein kann.“ Mehrere Wochen ohne Rad folgten, der Zeitpunkt für ein Wettkampf-Comeback blieb zunächst offen.
Mit seinem typischen Humor sprach Pedersen auch über die Schattenseiten der Verletzung. „Ich konnte mir den Hintern nicht abwischen, Alter. Mein linkes Handgelenk war gebrochen und bis über den Ellbogen eingegipst. Und mein rechtes Schlüsselbein war gebrochen, also lag der Arm in der Schlinge“, erzählte er. „Ich konnte fünf Tage lang nicht aufs Klo. Als es dann so weit war, war es eine schwere Geburt.“
Inzwischen sitzt der Däne wieder im Sattel - und das Wochen früher als erwartet. Für das deutsche Team ist das eine positive Nachricht. Dennoch dosiert Pedersen sein Training vorsichtig und sammelt weniger Umfang als seine Teamkollegen: „Die Jungs verbringen sechs Stunden täglich zusammen auf dem Rad, ich mache etwas weniger.“ Sein Ziel bleibt ein Renncomeback innerhalb des kommenden Monats. „Wenn wir nicht daran glauben würden, würde ich mich nicht auf der Rolle kaputtmachen.“
Bis zur Flandern - Rundfahrt bleiben fünf Wochen - genug Zeit für Fortschritte. Aktuell trainiert Pedersen auf Mallorca mit mehreren Teamkollegen. Offen bleibt jedoch, wann er wieder ins Renngeschehen eingreift und ob harte Bewährungsproben wie die Flandern - Rundfahrt oder vor allem Paris - Roubaix direkt nach einem Handgelenksbruch realistisch sind.
„Deshalb sollten wir die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Wir loten die Grenzen des Möglichen aus“, betonte er. „Wir wissen nicht, wie mein Körper reagiert. Wenn ich die Klassiker bestreite, werden das meine ersten Rennen sein. Ohne vorherige Rennkilometer ist es ein großes Fragezeichen, wie die Beine sind.“
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