Liam Slock lieferte eine der einprägsamsten Leistungen der
Tour de France 2026 ab: Er war nur zwei Kilometer von einem sensationellen Solosieg entfernt, bevor ihn auf der 8. Etappe nach Bergerac die Sprinter stellten.
Der junge Belgier attackierte aus der Tagesgruppe und hielt das jagende Peloton fast die gesamte Etappe in Schach, wurde jedoch kurz vor der Flamme Rouge eingeholt. Für diesen Einsatz erhielt er den Preis der kämpferischsten Fahrweise der Etappe.
Ein beeindruckendes Solo gegen das Peloton
Auf dem Weg von Périgueux wurden frühe Ausreißversuche wiederholt von den Sprinter-Teams neutralisiert, doch Slock setzte sich schließlich gemeinsam mit Thibault Guernalec und Jakub Otruba ab. Am Côte du Buisson-de-Cadouin zerfiel die Gruppe, als Slock seine Begleiter nahe dem Gipfel distanzierte und sich auf ein langes Solo-Zeitfahren einließ.
Trotz einer massiven Verfolgung der Teams für den angekündigten Massensprint verteidigte der Belgier bis zehn Kilometer vor dem Ziel einen Vorsprung von über einer Minute. Innerhalb der letzten sieben Kilometer schmolz sein Polster rasch, doch er kämpfte weiter, bis er weniger als zwei Kilometer vor dem Ziel gestellt wurde.
Trotz der Enttäuschung war der Belgier stolz darauf, wie lange er das Feld auf Distanz hielt. „Ich habe sehr lange daran geglaubt, denn zwischen 30 und 15 Kilometern vor dem Ziel habe ich kaum Zeit verloren“, sagte Slock
nach dem Ziel.
„Dann habe ich auf den großen Straßen ziemlich viel Zeit eingebüßt, und ab da wusste ich, dass es schwer wird. Aber ich habe weiter daran geglaubt, denn wenn man das nicht tut, sollte man besser nicht fahren.“
Liam Slock stürzte beim Sieg beim GP Gippingen
Ein Durchbruch auf der größten Bühne des Radsports
Auch wenn der Sieg in den Schlusskilometern entglitt, sieht Slock die Vorstellung als wichtigen Meilenstein seiner jungen Karriere.
„Diese Saison ist für mich ziemlich ein Durchbruch“, erklärte er. „Ich hätte es mir anders gewünscht, aber jeder kennt mich wegen dieses [des
Sturzes trotz Siegs beim GP Gippingen]. Vielleicht erinnert man sich jetzt wegen etwas anderem an mich.“
Der 26-Jährige sprach auch über die Emotion, sich einen Kindheitstraum zu erfüllen, bei der Tour de France zu starten. „Davon habe ich immer geträumt. Als Sechsjähriger stand ich am Straßenrand und habe die Tour de France geschaut, und seitdem habe ich davon geträumt, sie selbst zu fahren. Zwanzig Jahre später bin ich hier.“