Remco Evenepoel lässt sich von den Spekulationen über eine mögliche Erkrankung nicht von seinem großen Ziel abbringen: Bei der
Europameisterschaft am Sonntag will der Belgier im Straßenrennen der Männer-Elite Geschichte schreiben. In seiner beeindruckenden Sammlung großer Meistertitel fehlt dem 26-Jährigen nur noch der Europameistertitel im Straßenrennen.
Nachdem Evenepoel in den vergangenen Jahren sowohl bei der Radsport-WM als auch bei den Olympischen Spielen im Straßenrennen und im Zeitfahren triumphiert hatte, sicherte er sich im Vorjahr zudem den europäischen Titel im Zeitfahren. Im Straßenrennen gewann er Silber hinter Tadej Pogacar. Diesmal geht Evenepoel als großer Favorit an den Start und könnte für Belgien acht Siege aus acht Rennen perfekt machen – und zugleich eine der letzten großen Lücken in seinem beeindruckenden Palmares schließen.
Evenepoel weist Spekulationen über Erkrankung zurück
Nach seinem enttäuschenden Auftritt in Montreal waren allerdings Spekulationen aufgekommen, der Belgier könnte angeschlagen oder krank gewesen sein und deshalb nicht seine gewohnte Leistung gezeigt haben. Sowohl Evenepoel selbst als auch das belgische Lager wiesen diese Vermutungen zurück. Stattdessen habe der 26-Jährige in Kanada schlicht einen schlechten Tag erwischt.
Remco Evenepoel weist Spekulationen über eine mögliche Erkrankung zurück. Bei der Europameisterschaft will der Belgier die letzte große Lücke in seiner Sammlung an Meistertiteln schließen.
„Nein, ehrlich, ich habe nichts Ungewöhnliches gespürt. Klar, ich war nach der Reise und dem ganzen Drumherum sowie dem Rennen etwas müde, aber normalerweise keine Krankheit, daher denke ich, alles gut“, erklärte Evenepoel vor dem Rennen gegenüber
CyclingProNet.
Die Enttäuschung von Montreal will der Belgier ohnehin hinter sich lassen. Nach dem kräftezehrenden Rennen habe er alles darangesetzt, bestmöglich zu regenerieren und bei der
Europameisterschaft wieder sein volles Leistungsvermögen abzurufen.
„Ja, ich denke schon. Es war ein sehr hartes Rennen, klar. Nicht mein bester Tag, wie gesagt, aber ich habe alles getan, um so gut wie möglich zu regenerieren und heute das Maximum für den Sieg zu geben.“
Strecke in Slowenien kommt Evenepoel entgegen
Das Profil der Europameisterschaft dürfte dem Profi von
Red Bull - BORA - hansgrohe grundsätzlich besser liegen. Die Renndistanz ist kürzer, und obwohl der entscheidende Anstieg anspruchsvoll ist, dürfte das Rennen insgesamt weniger zermürbend werden.
Evenepoel ist davon überzeugt, dass die belgische Mannschaft das Geschehen kontrollieren kann und der Anstieg zum entscheidenden Punkt des Rennens wird. Mit dem anschließenden welligen Terrain und der Abfahrt in Richtung Ziel sieht er zugleich Möglichkeiten, das Rennen selbst in die Hand zu nehmen.
„Ja, ich meine, normalerweise sollte ich auf jedem Kurs fahren können, aber heute gibt es wirklich nur einen Abschnitt, in dem der größte Unterschied gemacht werden kann. Deshalb ist ziemlich klar, wie sich das Rennen entwickeln wird. Wir haben einen guten Plan und werden dafür gehen.“
Evenepoel erwartet Kampf um die Ausreißergruppe
Bevor es auf dem anspruchsvolleren Teil der Strecke zur Sache geht, rechnet Evenepoel allerdings zunächst mit einem intensiven Kampf um die Fluchtgruppe. Der weitgehend flache Auftakt könnte zahlreiche Fahrer dazu verleiten, ihr Glück in einer frühen Ausreißergruppe zu versuchen.
„Der Start ist ziemlich flach, also erwarte ich einen Kampf um die Ausreißergruppe, und danach sehen wir, wie es auf den Runden läuft.“
Spätestens am entscheidenden Anstieg dürfte sich aus Sicht des Belgiers dann zeigen, wer tatsächlich um den Europameistertitel kämpfen kann. Evenepoel erwartet dort ein hohes Tempo, betont gleichzeitig aber auch, dass Belgien flexibel auf die jeweilige Rennsituation reagieren müsse.
„Ich denke, der Anstieg lädt dazu ein, hart zu fahren, und wir müssen uns an die Situationen anpassen. Aber ich glaube, wir sind zuversichtlich, dass wir heute gut abschneiden können.“