Das Plateau de Solaison hat das
Klassement der Tour de France 2026 kräftig durcheinandergewirbelt.
Remco Evenepoel feierte am Schlussanstieg einen beeindruckenden Etappensieg vor Tadej Pogacar und verschaffte sich damit einen entscheidenden Vorsprung auf seinen Teamkollegen
Florian Lipowitz. Vor dem einzigen Einzelzeitfahren der Rundfahrt ist der Olympiasieger nun die große Trumpfkarte von
Red Bull - BORA - hansgrohe.
Nach dem Aus von
Jonas Vingegaard rückte Evenepoel auf den zweiten Gesamtrang vor. Sein Erfolg am Plateau de Solaison war nicht nur sportlich ein Ausrufezeichen, sondern sorgte auch für eine neue Ausgangslage im internen Kampf um die Podiumsplätze.
Lipowitz signalisiert volle Unterstützung für Evenepoel
Bis zur 15. Etappe hatten Evenepoel und Lipowitz auf den schwierigsten Bergetappen nahezu das gleiche Leistungsniveau gezeigt. Nach dem Finale am Plateau de Solaison trennen die beiden Teamkollegen jedoch 1:48 Minuten und drei Plätze im Gesamtklassement.
Florian Lipowitz will Remco Evenepoel in der Schlusswoche der Tour de France 2026 unterstützen und stellt die Interessen von Red Bull - BORA - hansgrohe über persönliche Ambitionen.
Für Lipowitz ist deshalb klar, dass die Mannschaft nun gemeinsam die bestmögliche Strategie für die Schlusswoche entwickeln muss.
„Wir werden sicherlich im Team darüber sprechen, ich bin für alles offen“, sagte der Deutsche laut
Sporza. „Remco hat heute gezeigt, dass er ganz vorne mitfahren kann. Der Dienstag ist zudem seine Spezialdisziplin. Wir wollen jemanden aufs Podium bringen – und ich freue mich, wenn ich meinen Teil dazu beitragen kann.“
Nach dem Sturz von Jonas Vingegaard übernahm Red Bull - BORA - hansgrohe im Peloton die Verantwortung und setzte sich an die Spitze des Feldes, um die Ausreißergruppe um Tom Pidcock zurückzuholen. Rückblickend erwies sich diese Tempoverschärfung als ideale Vorbereitung für Evenepoels entscheidenden Angriff.
Auch zum Sturz des Kapitäns von Visma - Lease a Bike äußerte sich Lipowitz.
„Wir waren nicht so weit dahinter. Ich glaube, sie haben den Kreisverkehr etwas unterschätzt, und dann kann es sehr schnell gehen“, sagte der Deutsche. „Wir waren natürlich erleichtert, dass es uns nicht erwischt hat, aber es ist nie schön, einen der großen Favoriten so aus dem Rennen gehen zu sehen.“
Ein perfekter Tag für Red Bull - BORA - hansgrohe
Am Schlussanstieg konnte Evenepoel dem Tempo von Tadej Pogacar und Isaac del Toro folgen und sich schließlich sogar den Etappensieg sichern. Lipowitz erreichte gemeinsam mit Paul Seixas das Ziel und nahm dabei Juan Ayuso eine Minute ab, nachdem der Spanier auf den letzten Kilometern Schwierigkeiten bekommen hatte.
„Der Plan war, den Anstieg von unten in unserem eigenen Rhythmus zu fahren. Am Ende kam es einfach auf die Beine an.“
Der durchschnittlich neun Prozent steile Schlussanstieg ließ nach Einschätzung des Deutschen kaum Raum für taktische Spielchen. Umso größer fiel die Zufriedenheit mit dem Gesamtergebnis aus.
„Es war gut zu sehen, dass Remco Tadej und Del Toro folgen und dann sogar die Etappe gewinnen konnte. Für das ganze Team ist das ein riesiger Erfolg. Das nimmt definitiv Druck weg. Ich würde sagen, es war ein sehr erfolgreicher Tag für unsere Mannschaft“, sagte Lipowitz.
Mit Evenepoel auf Rang zwei der Gesamtwertung und Lipowitz weiterhin in aussichtsreicher Position geht Red Bull - BORA - hansgrohe nun mit mehreren Optionen in die entscheidende Schlusswoche der
Tour de France 2026. Vor allem das anstehende Einzelzeitfahren könnte die Karten im Kampf um das Podium noch einmal neu mischen.