Greg Van Avermaert rät Remco Evenepoel, sich „anzupassen und neu zu erfinden“ nach Lüttich-Fiasko

Radsport
Mittwoch, 29 April 2026 um 7:00
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Remco Evenepoels dritter Platz bei Lüttich–Bastogne–Lüttich 2026 hat die kritische Analyse nach einem der Ardennen-Prestigerennen nicht verstummen lassen. Der Belgier, klar distanziert von Tadej Pogacar und Paul Seixas, hinterließ trotz Podium gemischte Eindrücke.
Zu den prominentesten Stimmen zählt Greg Van Avermaet, der seine Enttäuschung über den Auftritt seines Landsmanns in einem Rennen, in dem dieser bereits sein volles Potenzial gezeigt hat, nicht verhehlte.
Der ehemalige belgische Profi war in seiner Einschätzung deutlich und verwies auf fehlende Weiterentwicklung in diesem Rennformat. „Um ehrlich zu sein, bin ich ein bisschen enttäuscht von Remco“, sagte er im Podcast von Het Laatste Nieuws. „Er hat sich in den Ardennen-Klassikern nicht so weiterentwickelt, wie wir es erwartet hatten.“
Van Avermaet erinnerte auch daran, dass der Fahrer dieses Rennen in früheren Ausgaben bereits mit Autorität gewinnen konnte. „Wir haben ihn Lüttich–Bastogne–Lüttich auf unterschiedliche Weise gewinnen sehen. Das war beeindruckend, aber dieses Jahr hat er es nicht geschafft. Ich denke, er ist selbst auch enttäuscht.“

Frühlingsfazit und der Bedarf an Veränderung

Trotz dieser kritischen Sichtweise nuancierte der Olympiasieger seine Haltung bei der Bewertung von Evenepoels gesamten Frühjahr. Der Belgier lieferte bei mehreren Schlüsselterminen starke Resultate ab, darunter der Sieg beim Amstel Gold Race und zwei Podestplätze auf Topniveau.
„Am Ende hat er aus seiner Frühjahrskampagne das Maximum herausgeholt. Auch wenn sein Niveau leicht niedriger war, stand er zweimal auf dem Podium (bei der Flandern-Rundfahrt und in Lüttich) und gewann das Amstel Gold Race. Man kann das als gute Ausbeute bezeichnen, aber Remco kennend, will er der Beste sein.“

Die Herausforderung, sich neu zu erfinden

Van Avermaet ließ auch andere Lesarten zu und merkte an, dass sich der Wettbewerbsrahmen im WorldTour-Peloton verschoben haben könnte. „Jetzt wird er auftanken. Natürlich kennen wir seine exakten Werte nicht. Vielleicht haben sich die anderen stark verbessert. Als Champion ist jetzt der Schlüssel, sich anzupassen und neu zu erfinden.“
Remco Evenepoels Rolle im Peloton 2026 wird von Greg Van Avermaet hinterfragt
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In diesem Prozess verwies der Ex-Profi direkt auf das Umfeld des Fahrers und die anstehenden Herausforderungen innerhalb seiner eigenen Formation. „Ohne Zweifel stehen sie bei Red Bull-BORA-hansgrohe vor einer großen Aufgabe.“
Mit Blick auf die nächsten Ziele bleibt die Debatte über Evenepoels Niveau offen – nach einem Frühjahr, das ergebnistechnisch stark war, aber für einige hinter den von ihm selbst gesetzten Erwartungen zurückblieb.
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