Funkchaos nach Defekt von Paul Seixas sorgt bei Decathlon und Tiesj Benoot für Ärger

Radsport
Sonntag, 05 Juli 2026 um 18:17
Paul Seixas
Tiesj Benoot war nach Funkproblemen frustriert, nachdem Paul Seixas im Finale der 2. Etappe der Tour de France 2026 eine höchst unpassende Panne erlitt – just als UAE Team Emirates – XRG am Montjuïc die Selektion erzwang.
Seixas musste vor der ersten Auffahrt zum Montjuïc das Rad wechseln, als das Feld durch das Tempo der UAE bereits in die Länge gezogen war. Der Franzose kämpfte sich schließlich zurück in die Spitzengruppe und begrenzte den Schaden stark. Im Gespräch mit Sporza machte Benoot jedoch klar, dass das Decathlon CMA CGM Team nahezu zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt getroffen wurde.
„Ich hatte heute wirklich gute Beine“, sagte Benoot. „Die Panne von Paul Seixas vor der ersten Auffahrt zum Montjuïc kam zu einem sehr schlechten Zeitpunkt, weil das Team UAE da schon Vollgas fuhr.“
Der Belgier ärgerte sich zudem über anschließende Kommunikationsprobleme, als Team und Begleitwagen die Verfolgung organisieren wollten. „Es gab auch viel Verwirrung wegen der Funkverbindung zu unserem Teamwagen“, erklärte er. „Per Funk kann man fast mit dem Mond kommunizieren, aber offenbar ist das im Rennen immer noch schwierig… Nun gut.“

Seixas zum Hinterherfahren gezwungen, als UAE den Montjuïc entzündet

Das Timing des Vorfalls machte ein ohnehin heikles Finale für Decathlon noch komplizierter. Seixas musste direkt vor der Einfahrt auf den Barcelona-Rundkurs das Rad wechseln, wo die wiederholten Anstiege zum Montjuïc die erste echte Gesamtklassement-Selektion der Tour 2026 erwarten ließen.
UAE nutzte diesen Abschnitt sofort. Brandon McNulty machte das Tempo für Tadej Pogacar, mit Isaac del Toro und Adam Yates als Teil einer dominanten UAE-Formation an der Spitze. Das Feld schrumpfte rasch, während Seixas und Decathlon versuchten, die Position wieder gutzumachen, obwohl die Etappe bereits neu geordnet wurde.
Seixas schaffte rechtzeitig den Anschluss, und Benoot übernahm dann auf der letzten Montjuïc-Auffahrt Verantwortung. Seine Tempoarbeit zog die Gruppe in die Länge und hielt seinen Kapitän vor dem letzten Lauf zum Olympiastadion im Rennen.
„Trotzdem konnten wir rechtzeitig vor der Schlussrunde wieder aufrücken“, fuhr Benoot fort. „Ich bin auf dem Schlussanstieg nach vorn, um für Paul das Tempo zu machen, und ich denke, er ist gut durchgekommen – zumal er nach dem Radwechsel zurückkommen musste.“
Paul Seixas auf der 2. Etappe der Tour de France 2026
Paul Seixas auf der 2. Etappe der Tour de France 2026

Decathlon begrenzt die Verluste im chaotischen Barcelona-Finale

Seixas’ Rückkehr wurde zu einer der stilleren Rettungsaktionen des Tages. Während UAE das Finale dominierte und Del Toro vor Pogacar gewann, nachdem der Slowene seinen Teamkollegen passieren ließ, vermied der Decathlon-Kapitän jene Zeitverluste, die nach seiner Panne kurz möglich schienen.
Der Schlussanstieg richtete andernorts dennoch Schaden an. Mathieu van der Poel verlor auf der letzten Auffahrt den Kontakt, während mehrere Fahrer, die bis tief ins Finale überlebt hatten, dem reduzierten Favoritenfeld beim erneuten Tempoverschärfen nicht mehr folgen konnten.
Seixas kam sicher ins Ziel und rückte auf Gesamtrang sechs vor, 42 Sekunden hinter dem Gelben Trikot Jonas Vingegaard. Angesichts des Radwechsels, der Funkverwirrung und des UAE-Drucks am Montjuïc bleibt Decathlon mit einer soliden Ausgangslage fürs Gesamtklassement, aber auch mit sichtbarem Ärger darüber, wie knapp der Vorfall sie nicht deutlich teurer zu stehen kam.
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