UCI-Präsident
David Lappartient erwartet, dass die
Tour de France Femmes über ihr aktuelles Neun-Etappen-Format hinauswachsen wird, betont aber, dass als nächster Schritt durchgängige Live-Übertragungen vom Start bis ins Ziel Priorität haben. Zugleich mahnte er an, dass sich auch der restliche Frauenkalender weiterentwickeln müsse.
Ausbau scheint unausweichlich
Während der ersten Renntage der Tour de France Femmes 2026 erklärte Lappartient, das Rennen dürfte in den kommenden Jahren länger werden. Wie viele Etappen letztlich dazukommen könnten – oder wann – ließ er offen. Der Ausbau sei jedoch der logische nächste Schritt für das bedeutendste Frauenrennen.
„Ich halte es für wichtig, die Popularität dieses Rennens weiter zu festigen und vielleicht auch Live-TV von Start bis Ziel zu haben“, sagte Lappartient gegenüber
Wielerflits.
Er wies darauf hin, dass derzeit nicht jede Etappe vollständig übertragen wird, sich das aber ändern könnte. „Das ist nicht bei allen Etappen der Fall. Aber wir sehen wirklich, dass der Veranstalter ASO jedes Jahr versucht, sich zu verbessern und jedes Jahr etwas drauflegt. Also wird es mehr Etappen geben.“
Trotz des schnellen Aufstiegs der Tour sieht Lappartient das Wachstum nicht als zu rasant an. Die eigentliche Aufgabe sei, das Niveau des restlichen Frauenkalenders anzuheben.
„Ich glaube nicht, dass das Wachstum zu schnell ist. Wir müssen nur darauf achten, dass die anderen Rennen mitwachsen.“
Er ergänzte: „Die Tour de France Femmes mag auf dem höchsten Niveau sein, aber wir müssen versuchen, alle anderen Rennen ebenfalls dorthin zu bringen. Diese Lücke muss kleiner werden.“
Lappartiens Einschätzung deckt sich mit jüngsten Bedenken von Fenix-Premier Tech-Teammanager Philip Roodhooft. Bei aller Anerkennung des Fortschritts im Frauenradsport glaubt Roodhooft, dass die Investitionen der Teams derzeit schneller steigen als die kommerziellen Möglichkeiten.
„Die Investitionen sind zu groß geworden, um sich mit dem aktuellen Kalender zufriedenzugeben. Es werden Gehälter gezahlt, die jeder Logik trotzen. Es gibt nicht genug Talent, um alle Plätze zu besetzen, dadurch werden gute Fahrerinnen überbezahlt. Folglich muss es eine Gegenleistung geben. Dennoch gibt es noch zu viele Rennen, die zu wenig mediale Aufmerksamkeit generieren, um die Investitionen in den Frauenradsport zu rechtfertigen“, so Roodhooft
weiter.
Kim Le Court gewann Etappe 6 der TDFF 2026
Frauenradsport hat sich unter Lappartient gewandelt
Seit seiner Wahl zum UCI-Präsidenten 2017 hat Lappartient eine deutliche Professionalisierung des Frauenradsports begleitet. Als klarstes Zeichen nannte er den massiven Anstieg der Fahrergehälter.
„Die Gehälter waren sehr niedrig. Als ich 2017 erstmals zum UCI-Präsidenten gewählt wurde, lagen sie bei 8.000 € im Jahr. Heute kann man davon leben.“
Laut Lappartient sind die Durchschnittsverdienste um den Faktor 10 bis 12 gestiegen, wodurch Fahrerinnen den Beruf voll ausüben können. „Radfahrerinnen können vom Radsport leben, es gibt starke Teams, sie stehen gut da, mit kompletter Infrastruktur und umfassender Betreuung.“
Zudem verwies er auf wachsende TV-Reichweiten als Beleg für die weiter zunehmende Popularität. „Ich sehe wirklich, dass es wahrscheinlich noch schneller geht als erwartet, was großartig ist.“