Tadej Pogacars
Tour de Suisse ist so gut wie gewonnen, doch die Schlussetappe rund um Villars-sur-Ollon hat vor der
Tour de France weiterhin großen Wert.
Der Kapitän von
UAE Team Emirates - XRG startet den letzten Tag mit dem Gelben Trikot fest im Griff, nachdem er das Zeitfahren der 4. Etappe in Aarburg um nur vier Hundertstel Sekunden vor Mathieu van der Poel gewann. Etappe 5 liefert nun den einen Test, der bislang fehlte: ein kompletter Hochgebirgstag unter Dauerstress.
Die Strecke startet und endet in Villars-sur-Ollon, umfasst 151,1 Kilometer und 4.226 Höhenmeter. Mit dem mehrfach zu fahrenden Col-de-la-Croix-Rundkurs wird der Tag geprägt, das Finale ist weit entfernt von einer stillen Prozession zum Gesamtsieg.
Im Gespräch mit Cycling Pro Net vor dem Start machte Pogacar klar, dass die Schlussetappe mehr ist als nur das Trikot zu verteidigen.
Pogacar stellt die UAE-Stärke in den Mittelpunkt
Pogacar geht mit 4:22 Minuten Vorsprung auf Richard Carapaz in die 5. Etappe, dahinter liegen Mathias Vacek mit 4:27, Andrea Bagioli mit 4:46 und Brandon McNulty mit 5:16. UAE hat bereits drei der ersten vier Etappen gewonnen, mit Pogacar auf den Etappen 1 und 4 sowie Jhonatan Narvaez auf Etappe 3.
Die abschließende Bergetappe bietet UAE eine weitere Chance, diese Tiefe auszuspielen, doch Pogacar verwies zunächst auf die Anforderungen, das Team über eine harte Strecke zu steuern. „Heute geht es viel um Team-Management und Energiemanagement, wie wir die Etappe mit allen Fahrern angehen“, sagte Pogacar. „Wir hoffen auf einen guten Tag, dass all unsere Teamkollegen einen guten Tag haben.“
Auf die Frage, ob er selbst wieder gewinnen wolle, antwortete Pogacar direkt: „Ja, auf jeden Fall. Wir sind hier, um zu gewinnen.“
UAE hat weiterhin mehrere Optionen für den Etappenverlauf. McNulty liegt nach dem Zeitfahren in den Top 5 der Gesamtwertung, Felix Grossschartner ist eine weitere Kletterkarte, und Narvaez hat diese Woche bereits einen schweren Tag in einen Etappensieg verwandelt.
Pogacar hat den Gesamtsieg praktisch sicher, sofern nichts Außergewöhnliches passiert
Letzter Tour-de-France-Check im Hochgebirge
Pogacar ließ offen, ob ein Teamkollege auf Etappensieg fahren könnte, falls es die Rennsituation zulässt. „Ich weiß es nicht“, sagte er. „Wenn sich eine Chance ergibt, ja. Brandon und Felix haben hier sicher gute Kletterbeine. Auch Johnny. Dann sehen wir weiter.“
Die
Tour de Suisse hat Pogacar bereits auf unterschiedliche Weise geprüft. Sein langer Soloangriff auf Etappe 1 zeigte seine siegbringende Stärke, das Zeitfahren in Aarburg bestätigte seine Klasse gegen die Uhr, und der UAE-Sieg auf Etappe 3 unterstrich die Power des Teams.
Das Finale in Villars-sur-Ollon bringt nun den Klettertest. Mit Blick auf die nahende Tour de France erhält Pogacar die Chance, Beine und UAE-Bergekontrolle auf Terrain zu messen, das dem Juli sehr nahekommt.
„Es ist sehr wichtig, die Form zu sehen“, sagte Pogacar zur Bedeutung der Etappe vor der Tour de France. „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg, also ist es eine gute Bestätigung. Heute ist der letzte Tag.“
Pogacar hat sich bereits an die Schwelle des Gesamtsiegs gefahren. Etappe 5 bringt ihm einen letzten harten Hochgebirgstag, einen letzten UAE-Test und den finalen Form-Check unter Rennbelastung vor der Tour de France.