Paris-Nizza entwickelt sich für
Davide Piganzoli in seiner ersten Saison beim Team
Visma - Lease a Bike schnell zu einem echten Härtetest. Der 23-jährige Italiener wechselte im Winter nach zwei Jahren beim Team Polti VisitMalta zur niederländischen Mannschaft. In dieser Woche bestreitet er sein erstes Etappenrennen für das Team - und das direkt an der Seite eines der größten Namen im Peloton,
Jonas Vingegaard.
Eigentlich war für Piganzoli ursprünglich ein Start bei Tirreno-Adriatico geplant. Nachdem Vingegaards Rennprogramm jedoch angepasst wurde und der Däne Paris-Nizza vorzog, stellte das Team Visma - Lease a Bike seine Aufstellung um. Der Italiener rückte daraufhin als Teil der Berghelfer rund um den zweifachen Tour-de-France-Sieger ins Aufgebot.
Von Vingegaard lernen
Für einen Fahrer, der sich erst an das Leben in einer der strukturiertesten Mannschaften des Profiradsports gewöhnt, wurde der Unterschied sofort deutlich.
Jonas Vingegaard (Team Visma - Lease a Bike) führt seine Mannschaft bei Paris-Nizza an, während Neuzugang Davide Piganzoli den zweifachen Tour-de-France-Sieger erstmals in einem großen Etappenrennen unterstützt
„Letztes Jahr war ich solche Rennen nicht gewohnt, aber ich will mich beweisen“,
sagte Piganzoli im Gespräch mit TV2.
Der Italiener bringt dennoch eine solide Grundlage mit. Er startete bereits zweimal beim Giro d’Italia und beendete beide Ausgaben unter den besten 15 Fahrern der Gesamtwertung. Hinzu kommen mehrere Podiumsplätze bei kleineren Rennen.
Seine Saison 2025 schloss er mit Rang 16 bei Il Lombardia ab, bevor er sich zum Jahreswechsel dem Team Visma - Lease a Bike anschloss.
Sein erstes Rennen in den neuen Teamfarben deutete bereits sein Potenzial an. Ende Februar belegte Piganzoli bei der Faun-Ardeche Classic einen starken sechsten Platz.
Paris-Nizza stellt jedoch eine deutlich größere Herausforderung dar. Mit Vingegaard als Teamleader ist Piganzolis Rolle klar definiert: Unterstützung im entscheidenden Terrain.
„Es ist mir wirklich eine Ehre, mit ihm zu fahren, und ich versuche, so viel wie möglich von ihm zu lernen“, sagte Piganzoli. „Ich bin hier, um ihm so gut ich kann zu helfen.“
Frühe Vertrauensbeweise im Rennen
Diese Verantwortung wurde bereits in den ersten Renntagen sichtbar. Im Mannschaftszeitfahren der dritten Etappe blieb Piganzoli lange an der Seite von Vingegaard und erreichte gemeinsam mit dem Kapitän das Ziel.
Das Resultat sorgte im Team Visma - Lease a Bike zwar für leichte Enttäuschung. Die Mannschaft belegte hinter dem Team INEOS Grenadiers, Lidl Trek und dem Team Decathlon - AG2R La Mondiale nur Rang vier.
Gleichzeitig zeigte die Etappe auch, auf welche Fahrer das Team in den entscheidenden Momenten zur Unterstützung seines Kapitäns setzt.
Piganzoli hatte bereits während der Wintertrainingslager des Teams gemeinsam mit Vingegaard trainiert. Paris-Nizza bietet ihm nun die erste echte Gelegenheit, diese Vorbereitung unter Rennbedingungen umzusetzen.
Für den Italiener bleibt das Ziel klar: schnell lernen, seinen Teamleader im schweren Terrain unterstützen und seinen Wert innerhalb der Mannschaft unter Beweis stellen. An der Seite eines der prägendsten Rundfahrer des modernen Radsports zu starten, betrachtet er dabei keineswegs als selbstverständlich.