Ergebnisse Tour de Suisse 2026, 3. Etappe – Jhonatan Narvaez schlägt Xandro Meurisse im sturmgepeitschten Finale, als die Sprintverfolgung zu spät kommt

Radsport
Freitag, 19 Juni 2026 um 17:52
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Jhonatan Narváez hat die 3. Etappe der Tour de Suisse 2026 nach Starkregen, einer späten Verfolgung des Feldes und einem Zweiersprint gegen Xandro Meurisse in Bad Ragaz gewonnen.
Der Profi von UAE Team Emirates - XRG setzte sich an einem brutalen, sturmgepeitschten Tag gegen Meurisse durch, nachdem das Duo den heranjagenden Pulk in den Schlusskilometern in Schach gehalten hatte. Magnus Cort gewann dahinter den Sprint um Rang drei, Marijn van den Berg wurde Vierter, Mathieu van der Poel Fünfter.
Aus der vermeintlich klarsten Sprintchance des Männer-Rennens wurde ein zähes, unübersichtliches Finale.
Die frühen Anstiege lichteten das Sprinterfeld, ehe das Wetter die Anfahrt in eine nasse, riskante Verfolgung verwandelte. Blitz, stehendes Wasser und heftiger Regen machten die Schlussjagd eher zum Überlebenskampf als zur Sprintvorbereitung.

Frühe Kletterpartien zerlegen den Sprintplan

Die Etappe trug von Beginn an ein Warnschild. Die letzten 60 Kilometer waren nahezu flach, doch die erste Hälfte der 157,4 km bot genug Höhenmeter, um die schnellen Männer zu zermürben, bevor es zurück Richtung Bad Ragaz ging.
Der Schaden entstand früh. Kaden Groves, einer der stärksten Sprintkandidaten, verlor früh den Anschluss und gab später auf. Casper van Uden, ein weiterer Endschneller mit einem roten Kreis um Etappe 3 als beste Chance in der Schweiz, stieg ebenfalls aus. Cedric Beullens gab auf, nachdem er auf den ersten Anstiegen nach einem Defekt fast sofort abgehängt worden war.
Die Angriffe eröffneten Bauke Mollema, bevor sich eine Siebenergruppe mit Sander De Pestel, Louis Vervaeke, Lorenzo Germani, Axel Laurence, Sam Oomen, Simon Dalby und Marco Brenner bildete. Ihr Vorsprung wuchs am Fuß des Wildhaus, einem 9-km-Anstieg mit rund 7% im Schnitt, auf 1:40.
Dieser Anstieg formte die Rennspitze neu. Aleksandr Wlassow und Finn Fisher-Black versuchten überzusetzen, während Narváez, Enric Mas, Jan Hirt, Louis Barré und Paul Double ebenfalls aktiv waren, als Gruppen entstanden und wieder zerfielen. Vervaeke holte am Wildhaus die Maximalpunkte vor Double, doch von Ruhe konnte keine Rede sein.
Kurz darauf teilte sich das Feld, rund 30 Fahrer setzten sich ab, Gelbträger Tadej Pogačar fuhr aufmerksam vorne. Die Gruppe riss eine Lücke, ehe das Rennen wieder zusammenlief und die nächste Attackenwelle startete.
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Narváez und Meurisse ziehen im Unwetter davon

Narváez, Meurisse und Michał Kwiatkowski setzten die nächsten Nadelstiche, ehe Narváez und Meurisse als stärkstes Duo übrigblieben. Dahinter formierten Emiel Verstrynge, Antonio Tiberi, Ewen Costiou, Kwiatkowski, Wlassow, Maximilian Schachmann, Dalby und Brenner die Hauptverfolger, doch die beiden Spitzenreiter vergrößerten am Schwägalp Passhöhe ihren Vorsprung.
Meurisse nahm am Gipfel die Bergpunkte vor Narváez mit, während das Duo mehr als zwei Minuten auf die Jäger herausfuhr. In der Abfahrt wirkte Narváez stärker und setzte Meurisse kurz unter Druck, doch der Belgier kämpfte sich wieder ans Hinterrad.
Die Verfolgergruppe kam gefährlich nahe, verkleinerte die Lücke auf rund 30 Sekunden, wurde schließlich jedoch vom Peloton geschluckt. Damit blieben Narváez und Meurisse allein an der Spitze, als die Etappe in ihre verregnete Schlussphase ging.
Das Wetter wurde zum prägenden Faktor. Starker Regen, Wind, Blitze und dunkler Himmel machten die Straßen nach Bad Ragaz zur Gefahrenzone. UAE rückte um Pogačar nach vorn, um das Gelbe Trikot auf dem nassen Asphalt zu schützen.
Meurisse überstand zudem einen Schreckmoment, als ihm bei einer Beschleunigung die Kette sprang. Er fing das Rad ab und fuhr mit Narváez weiter.

UAE bremst die Verfolgung, Narváez vollendet

Lange fehlte der Verfolgung im Feld die Konsequenz. 40 Kilometer vor dem Ziel lagen Narváez und Meurisse noch über drei Minuten in Front, obwohl Team Visma | Lease a Bike, EF Education - EasyPost und Lidl - Trek weitere Kräfte nachlegten. Auch Team Jayco AlUla erhöhte die Schlagzahl, doch der Abstand schrumpfte zunächst zu langsam, um den Anschluss zwingend zu machen.
Erst innerhalb der letzten 30 Kilometer zog das Tempo an. Die beiden Führenden arbeiteten weiter zusammen, wobei Narváez die Hauptlast übernahm. Der Ecuadorianer verfügte zudem über einen schnellen Abschluss, sollte das Duo durchkommen. Für Meurisse war klar: Ein reiner Sprint würde kaum reichen.
Dahinter drückte das Peloton die Lücke auf 1:20 und unter die Minutenmarke in den letzten 10 Kilometern. Doch UAE hatte eine klare Karte. Mit Narváez an der Spitze rückte das Team im Feld vor, nicht um zu jagen, sondern um den Rhythmus zu stören und Tempo aus der Verfolgung zu nehmen.
Tim Wellens zeigte sich prominent vorne, brach den Fluss der Nachführarbeit, während die Sprintzüge das Unterfangen am Leben halten wollten. Der Abstand fiel auf 50 Sekunden, doch Narváez und Meurisse arbeiteten lang genug zusammen, um den Fang unmöglich zu machen.
An der Spitze sprinteten beide um den Sieg, Narváez setzte sich durch und bescherte UAE einen weiteren Erfolg in einem Rennen, das Pogačar im Gesamtklassement bereits kontrolliert. Meurisse wurde Zweiter, Cort führte den Pulk als Dritter ins Ziel, nachdem den Sprintteams die Straße ausging.
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